Neudrossenfeld

Neudrossenfelder Gemeinderäte lehnen Bewirtschaftungskonzept für den Igelsweiher ab

Der Igelsweiher soll extensiv genutzt werden. Thomas Speierl und Simon Abt von der Bezirksfischereifachberatung stellten den Gemeinderäten in Neudrossenfeld das genaue Konzept vor. Nach einstündiger P...
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Der Igelsweiher soll extensiv genutzt werden. Thomas Speierl und Simon Abt von der Bezirksfischereifachberatung stellten den Gemeinderäten in Neudrossenfeld das genaue Konzept vor. Nach einstündiger Präsentation wurde dies abgelehnt.

Der Igelsweiher in Neudrossenfeld ist ein sogenannter Himmelsweiher. Er hat keine Quellen oder Zuläufe, die ihn speisen, sondern er wird lediglich durch Oberflächenwasser und Niederschläge bewässert. Der Weiher ist als Ausgleichsfläche geschaffen worden. Doch bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es um eine mögliche Verpachtung. Die Experten der Bezirksfischereifachberatung - Thomas Speierl und Simon Abt - präsentierten den Gemeinderäten ein extensives Nutzungskonzept, das bereits mit der unteren und oberen Naturschutzbehörde abgestimmt worden ist. Der wichtigste Punkt des Konzeptes ist der Vorschlag, dass der Igelsweiher alle zwei Jahre komplett abgelassen werden soll und dass er nach vier Wochen vollständig bespannt werden soll. Ein Teichbuch soll geführt werden - und Angelfischerei soll an dem Igelsweiher verboten werden. Die Experten betonten, dass der Teich nicht fischfrei gehalten werden könne. Denn schon Vögel würden Fischlaich ausbringen. Außerdem würden immer wieder Goldfische und andere Fische unkontrolliert ausgebracht. Und diese könnten sich dann möglicherweise in einer Art und Weise vermehren, dass dies ungünstig für die Wasserparameter werden könnte.

Abt und Speierl schlugen für den Igelsweiher ganz konkret 400 bis maximal 500 zweijährige Karpfen pro Hektar vor. Außerdem sollen 80 bis 100 zweijährige Schleien, 50 Kilo Weißfische wie Rotaugen, Rotfedern, Moderlieschen, Karauschen eingesetzt werden. Möglicherweise könne man auch mit Hilfe des Artenschutzprogrammes Bitterlinge ansiedeln, wenn Großmuscheln vorkommen. Und außerdem wurden zur effektiven Bekämpfung von Blaubandbärblingen Zander vorgeschlagen.

Mit diesem Vorschlag zeigte sich Tierärztin und FuG-Gemeinderätin Heidemarie Nitsch in keinster Weise einverstanden. Sie bemängelte den Gedanken, dass die Karpfen verkauft werden könnten und dass der Igelsweiher damit auch wirtschaftlich genutzt werde. "Wenn wir den Weiher alle zwei Jahre auslassen, dann sind der Reiher und die anderen Vögel weg", warnte Nitsch und empfahl, den Weiher wirklich naturnah zu lassen.

Georg Waldmann (FuG) konnte sich für den präsentierten Plan ebenfalls nicht erwärmen und forderte eine Grundsatzentscheidung, ob am Igelsweiher Schilf oder Karpfen gewollt werden würden oder Vögel oder Karpfen. "Zu jedem Teich gehören Fische - das ist schon immer so", kommentierte Simon Abt die Stimmen aus dem Gemeinderat.

Auch Michaela Schirmer (SPD) störte sich an jedweder kommerziellen Nutzung. Schließlich lehnten die Räte mit elf Nein-Stimmen das vorgestellte und mit den Naturschutzbehörden ausgearbeitete Fischkonzept ab. Im Gemeindeentwicklungsausschuss solle über den Igelsweiher beratschlagt werden, forderte Waldmann. Er betonte aber, dass sich auch der jetztige Pächter an die vorgestellten und abgelehnten Höchstbesatzzahlen halten soll.

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