Herzogenaurach

Netzwerk geht ein Jahr noch weiter

Nach drei Jahren hat das "Netzwerk Sozialraum Herzogenaurach" seine Arbeit beendet. Eine Finanzierung bis Mai 2019 ist aber gesichert. Der Begriff "Herzo Inklusiv" hat sich als Marke etabliert.
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Bei einer Aktion zur Inklusion jüngst am Marktplatz: Annika Lang probiert aus, wie Sehbehinderte sich voran tasten. Sie verlässt nun Herzogenaurach und hob vor allem das Engagement des städtischen Behindertenbeauftragten Wolfgang Jörg (links) hervor.  Fotos: Bernhard Panzer
Bei einer Aktion zur Inklusion jüngst am Marktplatz: Annika Lang probiert aus, wie Sehbehinderte sich voran tasten. Sie verlässt nun Herzogenaurach und hob vor allem das Engagement des städtischen Behindertenbeauftragten Wolfgang Jörg (links) hervor. Fotos: Bernhard Panzer
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bernhard Panzer

Drei Jahre lang hatte das "Netzwerk Sozialraum Herzogenaurach" Zeit, sich zu bilden und zu festigen. In dem Zusammenschluss vieler Beteiligten geht es darum, sich für Menschen mit Beeinträchtigungen einzusetzen. Ihnen beispielsweise bei der Suche nach Wohnraum behilflich zu sein oder ihnen Angebote für die Gestaltung der Freizeit zu machen. Mit einem letzten Treffen fand dieses Drei-Jahre-Vorhaben nun seinen Abschluss.
Zu Ende ist das Netzwerk damit aber noch lange nicht. Denn für ein weiteres Jahr ist die Finanzierung gesichert. Das bescheinigte Johannes Scheder vom Bezirk Mittelfranken. Somit läuft das Projekt mindestens bis Mai 2019 weiter. Danach erst sei eine Entscheidung zu erwarten, ob es darüber hinaus weitergehen soll.
Scheder erinnerte in der Sitzung am Mittwochvormittag daran, dass der Bezirk jährlich etwa 300 000 Euro aufgewendet hat. Dieses Konzept lief an vier Standorten und soll künftig "in die Fläche gebracht werden", wie Scheder sagte. Das bedeutet, dass man dann auch die Unterstützung der Kommunen brauche. Mit anderen Worten: Das Projekt am Standort Herzogenaurach sollte auch längerfristig eine Zukunft haben, aber die Stadt muss sich wohl finanziell beteiligen. Scheder: "Ich bin positiv gestimmt, dass es weiter geht." Der Vertreter des Bezirks hatte großes Lob für das in Herzogenaurach Erreichte. "Meine Grundhaltung wurde sogar noch übertroffen, wenn ich sehe, was da entstanden ist." Gleichzeitig stellte er auch fest, dass das Engagement des Bezirks nicht selbstverständlich sei und nicht überall in Bayern so gehandhabt würde.


Politische Entscheidung

Josef Hennemann, Geschäftsführender Vorstand der Lebenshilfe, sagte, dass man die Wahlen auf Bezirksebene im Herbst abwarten müsse. Eine Fortsetzung sei eine politische Entscheidung, jetzt habe man zunächst eine Art Übergangsjahr.
Annika Lang, die von der Lebenshilfe als Projektleiterin eingestellt worden war, zog eine Bilanz der Aktion Netzwerk und stellte fest, dass man viele der sehr zahlreichen Ziele haben erreichen können. Diese müssten aber noch verfestigt werden. Deshalb sei es erforderlich, dass man jetzt erst recht weiter werben und in die Öffentlichkeit gehen müsse. Lang: "Wir haben gute Erfolge erzielt, die Arbeit ist damit aber nicht erledigt."


Abschied aus Herzogenaurach

Für die junge Frau bedeutete das Abschlusstreffen auch den Abschied aus Herzogenaurach. Sie wird in München eine neue Stelle antreten und künftig bei der "Stiftung Leben pur" des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderungen beschäftigt sein.
Annika Lang erwähnte bei den Erfolgen vor allem auch "Herzo Inklusiv". Was als Projekt für eine gemeinsame Internetseite gedacht war, habe sich zur Marke entwickelt und sei über die Homepage hinaus gewissermaßen zu einem Überbegriff für die Bemühungen geworden. Das "Netzwerk Sozialraum Herzogenaurach" selbst sei als Gremium ein Zusammenschluss verschiedener Beteiligter. Dessen Ziel und Auftrag sei es, für Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag Verbesserungen zu erreichen.
Langs Quintessenz bei ihrem letzten Auftritt im Sitzungssaal war es nun: "Herzo Inklusiv muss fortgeführt werden." Und dafür müsse man noch viel konkreter in die Maßnahmen gehen.
Vorgestellt wurde ein weiterer Erfolg der Netzwerkarbeit. Als Entwurf lag nämlich die Broschüre "Barrierefrei in Herzogenaurach unterwegs" vor. Diese Broschüre bietet Bürgerinnen und Bürger nutzerfreundliche Informationen zur Barrierefreiheit in Herzogenaurach. Maßgeblich daran beteiligt war der städtische Behindertenbeauftragte Wolfgang Jörg, dessen Engagement Annika Lang ganz besonders hervorhob.
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