Oberfüllbach
oberfüllbach.inFranken.de  Die FFW Oberfüllbach weihte ihr neues Auto ein.

Nervenaufreibendes Wichtelfahrzeug

Nach rund zweieinhalb Jahren ist es endlich so weit: Die Freiwillige Feuerwehr Oberfüllbach konnte nun ihren neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) offiziell präsentieren. In einer Andacht weihte Pfarr...
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Die Führungsspitze der FF Oberfüllbach mit den Ehrengästen (von links) am neuen Fahrzeug: Pfarrer Matthias Maaß, Kreisbrandinspektor Stefan Püls, Kommandant Michael Müller, Bürgermeister Bernd Reisenweber, Landrat Sebastian Straubel und Vorsitzender Siegmar Faber Foto: Alexandra Kemnitzer
Die Führungsspitze der FF Oberfüllbach mit den Ehrengästen (von links) am neuen Fahrzeug: Pfarrer Matthias Maaß, Kreisbrandinspektor Stefan Püls, Kommandant Michael Müller, Bürgermeister Bernd Reisenweber, Landrat Sebastian Straubel und Vorsitzender Siegmar Faber Foto: Alexandra Kemnitzer

Nach rund zweieinhalb Jahren ist es endlich so weit: Die Freiwillige Feuerwehr Oberfüllbach konnte nun ihren neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) offiziell präsentieren. In einer Andacht weihte Pfarrer Matthias Maaß das Fahrzeug. Für die Anschaffung haben Vorsitzender Siegmar Faber und Kommandant Michael Müller alleine rund 1700 Stunden erbracht.

Langwieriges Vorhaben

Bereits im November 2016 regte Michael Müller an, für die Jugend- und Kinderfeuerwehr einen Bus anzuschaffen. Nachdem auch ein gewisser finanzieller Anteil der Gemeinde in Aussicht gestellt wurde, startete die Wehr mit ihrem Weihnachtsbrief einen Spendenaufruf für das insgesamt 45 000 Euro teure Fahrzeug. "Die Resonanz unserer Oberfüllbacher Bevölkerung überwältigte uns völlig", sagt Vorsitzender Siegmar Faber. Allein durch die Spendengelder konnten 17 000 Euro gesammelt werden.

Die Gemeinde Ebersdorf beteiligte sich mit 6000 Euro, die Oberfüllbacher Feuerwehr selbst mit 8900 Euro. Zudem wurde das Vorhaben mit 13 100 Euro staatlich gefördert. Um diese Förderung zu erhalten, musste zunächst aber eine Unterstellmöglichkeit für das Fahrzeug geschaffen werden. Hierfür leisteten die Mitglieder allein für den reinen Umbau über 250 Stunden.

Viele Stunden verbrachten auch der Vorsitzende und der Kommandant mit dem Ausschreibungsverfahren - dieses musste dreimal wiederholt werden. Als letztendlich die Vergabe anstand, machte der Dieselskandal der Feuerwehr einen Strich durch die Rechnung. Es kam erneut zu Verzögerungen.

Erst im September vergangenen Jahres konnte das Fahrgestell bestellt und im Januar zum Ausbauen ausgeliefert werden. Auch hier kam es zu Komplikationen, weshalb das Fahrzeug erst am 30. April fertiggestellt wurde. Kommandant Müller bezeichnete diesen Umstand als "nervenaufreibende Aktion", weil bei der Abholung in Bad Kissingen ein Umweg gefahren werden musste.

Für alles gewappnet

Auch wenn es etwas länger gedauert hat, könne sich das Ergebnis sehen lassen, sagt Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG). Er bezeichnet das neue Fahrzeug als "Wichteltransportwagen", denn dieses kommt in der Nachwuchsarbeit der Oberfüllbacher Kinderfeuerwehr "Löschwichtel" zum Einsatz.

Kreisbrandinspektor Stefan Püls sieht die Oberfüllbacher Feuerwehr durch das neue Fahrzeug bestens ausgestattet. Nun sei es möglich, mit einer ganzen Löschgruppe in einem Auto auszurücken, denn im MTW können acht Personen Platz nehmen. Das Fahrzeug ist unter anderem mit einem tragbaren Feuerlöscher, einem Notfallrucksack und Handsicherheitslampen beladen. "Durch die zwei seitlichen Umfeld-Beleuchtungen ist ein unfallfreies Arbeiten im Dunkeln gewährleistet", erklärte der Kommandant. So zum Beispiel bei nächtlichen bei Bahnerdungseinsätzen neben gefährliche Stromleitungen. Darüber hinaus verfügt der MTW über eine Digitalfunkanlage.

Landrat Sebastian Straubel (CSU) betont die Notwendigkeit solcher Anschaffungen: Da die Aufgaben vielfältig sind, seien auch entsprechende Geräte und Fahrzeuge notwendig. Er gab aber zu bedenken, dass moderne Geräte alleine nicht helfen, wenn es nicht Menschen gibt, die diese bedienen können. Bürgermeister Reisenweber schätzt daher das Engagement der Mitglieder sehr: "Ihr seid immer hilfsbereit zur Stelle." Er hofft, dass das Helfen-Können und natürlich auch das Helfen-Wollen weiterhin lebendig bleiben. ake



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