Zeil am Main

Naturpark fängt das Wasser ein

Im Wald bei Krum sind Feuchtbiotope angelegt worden, die der Trockenheit entgegenwirken sollen.
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Förster Roland Henfling, Lukas Bandorf (Naturpark Haßberge), Manfred Husslein (Landratsamt), Georg Biertempfel (Vertreter der Stadt Zeil und der Holzrechtler von Krum) und Winfried Seufert (Naturpark Haßberge) vor einem der neu angelegten Feuchtbiotope bei Krum (von links)  Foto: Norbert Schmucker
Förster Roland Henfling, Lukas Bandorf (Naturpark Haßberge), Manfred Husslein (Landratsamt), Georg Biertempfel (Vertreter der Stadt Zeil und der Holzrechtler von Krum) und Winfried Seufert (Naturpark Haßberge) vor einem der neu angelegten Feuchtbiotope bei Krum (von links) Foto: Norbert Schmucker

Trockenheit, hohe Temperaturen und daraus resultierende Krankheiten machen dem Wald in den Haßbergen große Probleme. Tiere und Pflanzen brauchen Wasser, und je wärmer es wird, umso mehr Wasser wird benötigt. Doch in letzter Zeit werden die Niederschläge immer knapper, und daher plant der Naturpark Haßberge Gegenmaßnahmen. Diese Woche konnte der Naturpark nach eigenen Angaben die ersten Feuchtbiotope an ihren neuen Besitzer, die Stadt Zeil, übergeben.

Gemeinsam mit den Förstern des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt und den Unteren Naturschutzbehörden in den Naturpark-Landkreisen sucht der Naturpark Haßberge geeignete Flächen für die Errichtung von Feuchtbiotopen. "Ein Biotop, wie das im Stadtwald von Zeil bei Krum, bringt dem Wald und seinen Bewohnern viele Vorteile. Wasserrückhaltung lautet das Stichwort, das hier den Folgen des Klimawandels entgegenwirken soll und in gewissen Bereichen auch dem Hochwasserschutz dient", sagte der Geschäftsführer des Naturparks Haßberge, Winfried Seufert.

Die wenigen Niederschläge, die es in Unterfranken noch zu verzeichnen gibt, sind meist sehr kurzzeitig und ungleichmäßig über das Jahr verteilt. Um eine längerfristige Wasserversorgung, auch in den trockenen Perioden, zu gewährleisten, muss das Wasser zurückgehalten werden. Hierbei hilft die Erfahrung der Förster vor Ort, die wissen, wo das Wasser bei Regen entlang fließt und so mit einem Feuchtbiotop an der richtigen Stelle eingefangen und gespeichert werden kann.

Förster Roland Henfling gab mithilfe seiner Karten den entscheidenden Hinweis. Die Holzrechtler von Krum, allen voran Georg Biertempfel, waren von der Idee ebenso begeistert wie die Stadt Zeil und der örtliche Jäger. Nachdem die Flächen von den Holzrechtlern geräumt worden waren, konnte bald der Bagger anrollen. Die Vertiefungen wurden mit schwerem Gerät angelegt und verdichtet.

Finanziert wird die Errichtung der Biotope laut Naturpark-Angaben aus Geldern des Freistaats Bayern (Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien) sowie von den Naturpark-Mitgliedslandkreisen Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bamberg und Schweinfurt.

"Nun fehlt nur noch eines: Niederschlag. Denn ohne Regen, der diesen Winter noch nicht sehr ergiebig war, können sich die Becken nicht füllen. Wenn der Regen kommt, werden die Wasserstellen vielen Tieren als Tränke und Lebensraum dienen", erklärt Manfred Husslein von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Haßberge. Er hat das Projekt begleitet.

Im Naturpark leben seltene Tiere wie der Schwarzstorch, der gerne an Feuchtbiotopen nach Nahrung sucht. Diese werde er an den neuen Biotopen im Laufe des Jahres sicherlich finden, hoffen die Verantwortlichen. Libellen, Amphibien und weitere Wasserbewohner dürften sich schnell einfinden und den neuen Lebensraum erobern.

Der stellvertretende Geschäftsführer des Naturparks, Lukas Bandorf, äußerte sich ebenfalls optimistisch: "Die Feuchtbiotope in Krum werden nicht die einzigen bleiben. Wir planen schon weitere Aktionen in Hofheim, bei Bad Königshofen und im Landkreis Bamberg. Auch wenn durch solch ein Projekt nur lokal die Auswirkungen der Erwärmung gedämpft werden, bieten sie der Natur dort etwas mehr Zeit sich anzupassen", erklärte der Fachmann. red

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