Herzogenaurach

"Nähbar" wird größer

Heike Faber verkauft in ihrem Laden nicht nur Stoffe und Wolle, man kann dort auch selbst nähen und sich im Café austauschen.
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Heike Faber (rechts) und Barbara Meerwald (links) mit Kundin Astrid Ankermann Fotos: Bernhard Panzer
Heike Faber (rechts) und Barbara Meerwald (links) mit Kundin Astrid Ankermann Fotos: Bernhard Panzer
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Bernhard Panzer Es war ein schnuckeliger kleiner Laden, droben am Kirchenplatz. Etwas mehr als vierzig Quadratmeter groß, aber eben genau richtig für eine Existenzgründung. Drei Jahre lang hat der eine Raum reichen müssen, doch inzwischen hat die Idee von Heike Faber eine Menge Interessenten gefunden. Das Konzept der "Nähbar" hat sich durchgesetzt, größere Räume mussten her.

Diese hat die studierte Damenschneiderin und Schnittdirektrice jetzt auch gefunden. In einem neuen Geschäftshaus am Hallertürlein, dort wo einst eine Tankstelle stand, hat die "Nähbar" ihre neue Unterkunft. Rund einhundert Quadratmeter stehen dort zur Verfügung.

Café und Nähkurse

Das Konzept der ersten drei Jahre wird freilich weitergeführt, und ausgebaut. "Wir wollten nie einen reinen Woll- oder Stoffladen führen", sagt die Chefin von drei Mitarbeiterinnen im FT-Gespräch. Stattdessen habe sie mit relativ wenig Ware begonnen, aber das integrierte Kreativcafé gab's von Anfang an. Und vor allem die Möglichkeit für Kunden, selbst an der Nähmaschine aktiv zu werden.

Das alles wird jetzt ausgebaut. Inzwischen hat Heike Faber mit ihren Mitarbeiterinnen Barbara Meerwald und Kristin Hegner (beide sind Schneiderinnen) sowie der Quereinsteigerin Kerstin Leitz schon sechs Nähkurse für Erwachsene und drei für Kinder im Programm. Der gastronomische Bereich wird erweitert mit kleinen Speisen. Es sind alles frische Sachen, wie Faber erklärt. Und alle werden selbst gemacht. So soll es beispielsweise Salate, Crepes, Galette oder Flammkuchen geben. Ihre Inspirationen entnimmt sie der französischen Küche.

Marketingchefin freut sich

"Wir legen bei Stoffen und Wolle Wert auf nachhaltige Materialien", sagt sie. Und genauso so soll es bei den Lebensmitteln im Café sein. Regionale Herkunft ist gefragt. Ihr Kaffeeröster beispielsweise ist ein Bio-Anbieter aus der Oberpfalz.

Begeistert darüber, dass sich die "Nähbar" in wenigen Jahren so erfolgreich entwickelt hat, ist Judith Jochmann, die Stadtmarketing-Beauftragte der Stadt. Für sie ist es "das ideale Beispiel dafür, dass ein neues Konzept in Herzogenaurach funktionieren kann." So ziehe der Laden ob seiner Einzigartigkeit auch viele Kunden von außerhalb an. Die IHK hat die Geschäftsidee 2017 übrigens als "Zukunftshändler" prämiert.

Auf Mundpropaganda legt auch Heike Faber wert. So habe sie viele neue Kunden gewinnen können. Wie Astrid Ankermann zum Beispiel, die gestern in den neuen Laden kam. "Wir haben davon gehört und uns umgeschaut", sagte sie und kaufte sogleich Stoff, um für ihre beiden Enkel etwas zu schneidern.

Eröffnung im Oktober

Patricia da Silva-Weber ist schon länger Kundin, und Freundin, wie sie sagte. Sie hat sich gestern auch schon mal umgeschaut und gefreut, dass der alte Küchenschrank mit umgezogen ist. Das Ambiente soll schon auch in den neuen Räumen charmant bleiben. Mit der offiziellen Eröffnung rechnen die Frauen mit Ende Oktober. Im Moment wird noch eingerichtet.



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