Pommersfelden

Nächstes Ziel Direktmandat

Der 31-jährige Christian Zwanziger ist als Senkrechtstarter für die Grünen in den Landtag eingezogen. Seinen Wahlkreis Erlangen möchte der gebürtige Pommersfeldener gerne länger als die nächsten fünf Jahre vertreten.
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Christian Zwanziger (Mitte) hat seinen Platz zwischen Barbara Fuchs aus Fürth und Maximilian Deisenhofer aus Schwaben gefunden. Foto: privat
Christian Zwanziger (Mitte) hat seinen Platz zwischen Barbara Fuchs aus Fürth und Maximilian Deisenhofer aus Schwaben gefunden. Foto: privat

Christian Zwanziger, für den Stimmkreis Stadt Erlangen neu in den bayerischen Landtag eingezogener Abgeordneter der Grünen, stammt aus der Gemeinde Pommersfelden. Mit 26,15 Prozent der Erststimmen erreichte er nur 6,31 Prozent weniger als der CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann. Der 31-Jährige, dem es gleich beim ersten Anlauf geglückt ist, ein Mandat zu erreichen, erzählt im Gespräch mit dem FT unter anderem, an wie vielen Türen er im Wahlkampf geklingelt hat und was er im Landtag bewirken möchte.

Wie kommen Sie als Pommersfeldener und Oberfranke dazu, für den Stimmkreis Stadt Erlangen zu kandidieren?

Christian Zwanziger: Ich bin zwar in der Gemeinde Pommersfelden aufgewachsen, mein Lebensmittelpunkt ist jedoch Erlangen.

Haben Sie überhaupt noch Beziehungen zu ihrer Heimatgemeinde Pommersfelden?

Natürlich, hier ist meine Familie zu Hause. Und hin und wieder treffe ich hier auch Freunde.

Wie sind Sie überhaupt zur Politik gekommen?

Ich war schon immer politisch interessiert. Dazu gekommen bin ich durch die Hochschulpolitik. Ich war Sprecher der bayerischen Studierenden-Vertretung. 2012 wurde ich Mitglied der Grünen und wurde in den Vorstand gewählt.

Wie ist Ihr bisheriger Werdegang?

Nach Gymnasium und Abitur in Höchstadt/Aisch habe ich in Erlangen Geografie studiert. Danach war ich für ein Austauschjahr in Greensbourg/USA. Ab 2014 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fürther Bundestagsabgeordneten der Grünen, Uwe Kekeritz. Berlin ist jetzt allerdings vorbei. Landtagsabgeordneter ist ein Vollzeitjob.

Wie haben Sie die Zeit vor der Landtagswahl erlebt?

Ich war in einer Lebensphase, in der ich das angehen konnte. Meine Freundin machte gerade ihre Facharztausbildung.

Wie war für Sie als Newcomer der Wahlkampf?

Mir machte der Wahlkampf richtig Spaß. Ich habe mir sechs Wochen unbezahlten Urlaub genommen und an 6000 Türen geklingelt. Der direkte Kontakt mit den Menschen liegt mir.

Wie schaut Ihre Arbeit im Landtag aus?

Ich bin Mitglied im Wirtschaftsausschuss und in diesem Sprecher für Landesplanung und Tourismus. Die Landesplanung ist ein oft unterschätztes Thema.

Welche Themen sind für Sie besonders wichtig?

Die Reduzierung des Flächenfraßes, den sich auch die Regierung auf die Fahne geschrieben hat. Als Opposition muss man ein Auge darauf haben, dass das auch umgesetzt wird. Ich wünsche mir, dass wir nicht noch mehr Fläche zubetonieren, sondern intelligenter bauen. Was wir heute bauen, könnte genauso mit einem Drittel der Fläche auskommen. Ein Beispiel ist das neue Höchstadter Gewerbegebiet mit reihenweise ebenerdigen Parkplätzen. Man kann kompakter bauen mit Parkdecks oder Tiefgarage.

Welche weiteren Themen liegen Ihnen am Herzen?

Ich wünsche mir weniger Gift auf den Äckern. Ich mache aber keinem Landwirt einen Vorwurf, schließlich kommt meine Familie selbst aus der Landwirtschaft. Die Bauern versuchen ja nur, über die Runden zu kommen.

Ein weiteres Anliegen ist, dass der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird. So, dass man möglichst ohne eigenes Auto auskommt. Rufbusse oder Sammeltaxen wären eine Möglichkeit. Ich selbst fahre nach München mit der Bahn. Was können Sie für die Region tun?

Die Mehrheit meines Lebens habe ich auf dem Land verbracht. Das behält man natürlich auch in der politischen Verantwortung im Blick. Für Pommersfelden wünsche ich mir, dass sich junge Leute finden, die Lust auf Politik haben.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Dass es das nächste Mal mit dem Direktmandat klappt. Ambitionen für den Bundestag habe ich nicht. Derzeit bin ich der Ansprechpartner für die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt. Das Gespräch führte Evi Seeger.



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