Kulmbach

Nacktbader und volle Haftzellen

Schon am Samstagnachmittag mussten die Polizeibeamten zum ersten Mal einschreiten. Während es sich hier um einen eher kuriosen Fall handelte, kam es am Abend zu mehreren handgreiflichen Auseinandersetzungen.
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Neben den vielen friedlichen Bierfestbesuchern gab es am Samstagabend einige Personen, die der Polizei zu schaffen machten.  Foto: Sonny Adam
Neben den vielen friedlichen Bierfestbesuchern gab es am Samstagabend einige Personen, die der Polizei zu schaffen machten. Foto: Sonny Adam

Die Polizei hatte zum Bierwochenauftakt alle Hände voll zu tun. Während es beim Festumzug und beim Anstich zu keinerlei Sicherheitsstörungen kam, zeigte der frisch gezapfte Gerstensaft am Nachmittag seine ersten Auswüchse.

Vier junge Männer im Alter zwischen 27 und 29 Jahren nutzten den Brunnen hinter der Volksbank für eine "Erfrischungspause". Während drei der vier Burschen ihre nasse Unterwäsche in Kauf nahmen, schonte der vierte jegliche Textilien, indem er im Adamskostüm sein Bad beging.

Da sich dieses Benehmen am helllichten Tag keineswegs geziemt, erhielten alle vier einen Platzverweis und mussten nach ernsten Belehrungen den Heimweg antreten.

Während dieser Einsatzanlass noch mit einem Augenzwinkern abzuarbeiten war, häufte sich in den Abend- und Nachtstunden das polizeiliche Einschreiten, bei dem die Kulmbacher Ordnungshüter durch Kräfte der Bereitschaftspolizei unterstützt wurden.

Neben mehreren Streitigkeiten und ungebührlich aufgefallenen Festbesuchern kam es gegen 23.30 Uhr beim "Sternla-Strand" zur ersten Körperverletzung.

Zwei männliche Kontrahenten, 29 und 31 Jahre alt, gerieten aneinander, nachdem beide augenscheinlich dieselbe Frau begehrten. Wechselseitige Fußtritte und Faustschläge waren die Folge, den Heimweg konnten beide Männer nach ambulanter ärztlicher Behandlung selbstständig antreten. Beide erwartet nun ein Strafverfahren.

Fast zeitgleich entwickelte sich im Grünzug nahe dem Pörbitscher Weg eine weitere Streitigkeit, wo es dem raschen Eingreifen der Bereitschaftspolizisten zu verdanken war, dass keine größeren körperlichen Schäden entstanden.

Schlagring dabei

Einer der Aggressoren entledigte sich beim Erblicken der Polizisten eines verbotenen Schlagrings, noch bevor er ihn gegen sein Gegenüber einsetzen konnte. Dem Auge des Gesetzes blieb der verbotene Gegenstand jedoch nicht verborgen, weswegen nun wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt wird.

Nach Schankschluss im Bierstadel zogen wie in den Vorjahren wieder mehrere Hundert Festgäste in die Obere Stadt, um dort den Abend ausklingen zu lassen. Da ein Fortkommen mit Fahrzeugen durch die zahlreichen Besucher unmöglich gewesen wäre, mussten die Polizeikräfte die Straße für den Verkehr sperren und eine Umleitungsstrecke einrichten, die bis 3.30 Uhr aufrechterhalten wurde.

Geld forderten zwei derzeit noch Unbekannte am frühen Sonntagmorgen von einem jungen Mann und griffen ihn dabei an. Die Kriminalpolizei Bayreuth ermittelt und sucht Zeugen. Der 20 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Kulmbach war kurz vor 1 Uhr in der Fischergasse, Ecke Pörbitscher Weg, unterwegs und geriet dort mit den zwei Unbekannten in Streit.

In dessen Verlauf forderte einer von ihnen von dem 20-Jährigen Geld. Da dieser die Herausgabe verweigerte, griffen die Täter ihn an, wodurch der 20-Jährige leichte Verletzungen davontrug. Dann flüchteten die Unbekannten zu Fuß. Ihr Opfer zeigte den Übergriff anschließend bei der Polizeiinspektion Kulmbach an. Eine Fahndung nach den zwei Männern verlief ohne Ergebnis.

Wer kennt die Täter ?

Einer der Täter ist circa 190 Zentimeter groß, hat dunkle, mittellange Haare und einen Dreitagebart. Er war dunkel gekleidet und trug Sportschuhe der Marke "Nike", Typ "Air Max", mit grünem Logo. Sein Komplize wird als deutlich kleiner beschrieben. Noch während die polizeilichen Maßnahmen liefen, mussten sich die Bereitschaftspolizisten gegen 2.15 Uhr gegen zwei Männer in der Webergasse zur Wehr setzen.

Das Besondere hierbei: Ursprünglich hatte einer der beiden die Beamten wegen Schwierigkeiten mit seinem Begleiter herbeigerufen.

Als dieser zur weiteren Abklärung zur Kulmbacher Wache gebracht werden sollte, rastete er aus, warf Stühle einer nahe gelegenen Gaststätte umher und setzte sich gegen die Ordnungshüter körperlich zur Wehr.

Das konnte der ursprünglich Hilfesuchende offenbar nicht mit ansehen, weswegen er dem festgehaltenen Mann "zur Hilfe" kam und die polizeiliche Maßnahme verbal und körperlich störte.

Letztlich endete auch sein Abend - zumindest kurzzeitig - in Handschellen. Die beiden müssen sich nun wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Gefangenenbefreiung strafrechtlich verantworten.

Zu dieser vorgerückten Stunde wären die Haftzellen der Kulmbacher Inspektion bereits ausgelastet gewesen, dennoch "empfahl" sich ein 30-jähriger Kulmbacher als weiterer Übernachtungsgast, nachdem er - offenbar in einem Zustand völliger Verwirrung und mit rund zwei Promille Alkohol im Blut - versucht hatte, gewaltsam über ein Fenster in die Stadthalle einzudringen. Dabei wurde er vom Sicherheitsdienst beobachtet und festgehalten. Da er auch gegenüber der Polizei keine Anstalten machte, von seinem Vorhaben abzulassen, endete sein Abend im Polizeigewahrsam.

Autofahrer waren vernünftig

Dafür verliefen sämtliche Verkehrskontrollen nahezu unauffällig. Lediglich gegen 22.15 Uhr musste eine Polizeistreife am Samstag einen Alkoholsünder ahnden. Ihn erwarten ein Bußgeld von mindestens 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. red

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