Gräfenberg
Ehrenamt

Nachwuchs für Jugendarbeit begeistern

Nachwuchs dringend gesucht. Diesen Aufruf startete Jugendpfleger Christian Schönfelder bereits im Mitteilungsblatt der Stadt Gräfenberg und hatte durchaus Erfolg. Für das damalige Ferienprogramm. Doch...
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Jugendarbeit in Gräfenberg: mehr als nur eine Runde Billard spielen. Doch den Jugendpfleger treiben Nachwuchssorgen um. Foto: Petra Malbrich
Jugendarbeit in Gräfenberg: mehr als nur eine Runde Billard spielen. Doch den Jugendpfleger treiben Nachwuchssorgen um. Foto: Petra Malbrich

Nachwuchs dringend gesucht. Diesen Aufruf startete Jugendpfleger Christian Schönfelder bereits im Mitteilungsblatt der Stadt Gräfenberg und hatte durchaus Erfolg. Für das damalige Ferienprogramm. Doch Nachwuchs für die Betreuung von Jugendlichen zu finden, ist eine beständige Herausforderung, die auch Vereine lösen müssen.

Was ist der Grund dafür, dass sich Jugendliche immer weniger für ehrenamtliche Arbeit engagieren? Und kann es gelingen, Nachwuchs für beide - die Jugendarbeit und die Vereine - zu finden? Das wollte Werner Wolf (FW) wissen, nachdem der Jugendpfleger dem Stadtrat seinen Jahresbericht vorgelegt hatte.

Ganztagsschule: Fluch und Segen

Anders als Eltern, die sich in Vereinen engagieren und als Vorbild dienen, machte Schönfelder die Ganztagsschulen als Bremse aus. "Die Schule geht weit bis in den Nachmittag hinein. Da ist dann Schluss, da ist der Motor aus. Die Ganztagsschulen haben ihre Berechtigung, doch dadurch ist es auch schwieriger, Jugendliche zu gewinnen", erklärte Schönfelder.

Allerdings könne dadurch Jugendarbeit auch an den Schulen stattfinden, Schönfelder könne viele Jugendliche auf einmal erreichen. Er verwies auf ein Gitarrenprojekt an der Mittelschule, das aus der Not geboren wurde. "Die Mittelschule hat einen komplett ausgestatteten Musikraum, aber keine Musiklehrer", erzählte Schönfelder. Das Musikprojekt stoße auf Begeisterung. Daneben sei die Europawahl mit den Schülern simuliert worden, und auch auf die bevorstehende Kommunalwahl bereite man sich vor. Die Jugendlichen werden dazu sogar eine Broschüre erstellen.

Fünf neue Präventionsprojekte hat Schönfelder durchgeführt oder vorbereitet, um sie demnächst zu starten. Es geht um Vorurteile oder die eigenen Stärken, was vor allem Jungen beim Bewerbungstraining helfen soll. Interne und Medienpädagogik richtet sich an Sechst- und Siebtklässler, um soziale Kontakte nicht zu vernachlässigen. Alkoholprävention (Wie wird eine Party mit Blick aufs Jugendschutzgesetz organisiert?) und die Erziehung zur Demokratie sind ebenfalls Teil seiner Arbeit an Schulen.

Schönfelder bezieht aber auch die örtlichen Vereine ein, er sieht sie nicht als Konkurrenz, sondern als sinnvolle Ergänzung. Feste Öffnungszeiten gibt es im Gräfenberger Jugendtreff erst jetzt in der kalten Jahreszeit wieder, über den Sommer wurden Treffs kurzfristig über die sozialen Medien organisiert.

Ein Lob vom Bürgermeister

"Das wäre alles kein Problem, wenn sich Nachwuchsbetreuer finden würden, auch für die zahlreichen Ausflüge und Unternehmungen und im Jugendtreff selbst", erklärte Schönfelder, der wie Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) den Verein "4.1.4 in Love" als Vorzeigebeispiel nennt. "Sie führen Veranstaltungen durch, bieten Angebote für Jugendliche und unterstützen mit Spenden aus ihrem Erlös Schönfelders Jugendarbeit. Von der letzten Spende wurde die Spielausstattung erneuert", lobte Nekolla.

Bisher stand Schönfelder mit den Spielkonsolen auf Kriegsfuß. Aber: "Es ist besser, das hier in Form einen Turniers anzubieten, als wenn die Jugendliche das den ganzen Abend alleine zu Hause spielen", erklärt Schönfelder. Ähnlich dem "Tag der Vereine" in Forchheim soll künftig auch in Gräfenberg ein "Jugendtag am Marktplatz" stattfinden, um Ehrenamtliche für die Vereine und für die Jugendarbeit zu finden.

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