Kirchlauter

Nachhaltiger Ansatz überzeugt die Jury

Das Zeltlager "Heilige Länder", das die Gemeinsamkeit stärkt und die Ressourcen spart, erhält "Bischof-Stangl-Preis" des Bistums.
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Kirchlauter — Die Stiftung "Jugend ist Zukunft" des Bundes der Deutschen Katholiken Jugend (BDKJ) im Bistum Würzburg verleiht alljährlich den "Bischof-Stangl-Preis" für kontinuierliche Jugendarbeit. Vier Jugendgruppen wurden mit den jeweils mit 300 Euro dotierten Preisen unter den Kategorien "katholisch", "politisch" und "aktiv" ausgezeichnet. Ein Zusatzpreis war auch ausgelobt. Preisträger "aktiv" wurde das Team des "Zeltlagers Heilige Länder" der Pfarrei Kirchlauter. Der FT hat darüber bereits kurz berichtet.

Das Team aus Kirchlauter hatte sich beworben mit seinem Zeltlager, mit dem es Kindern und Jugendlichen alljährlich ein besonderes Ferienerlebnis bietet. Durch den bewussten Abstand zu Technik und elektronischer Unterhaltung können sich die Teilnehmer auf das Wesentliche konzentrieren und sich erholen. Durch ein buntes Programm und Aktionen wollen die Organisatoren Besonderes erlebbar machen, Spaß und Freude vermitteln.

Stuhl oder Teppich

Die Jugendlichen können dabei jeweils einen von zwei Workshops auswählen. In diesem Jahr bestand die Alternative darin, einen mittelalterlichen Stuhl selbst zu bauen und zu gestalten oder mit Wolle einen Teppich zu weben. Aber auch das Gemeinschaftsgefühl wird in den Gruppen gestärkt, indem man Verantwortung für gewisse Dinge übernehmen muss. Dies reicht vom Holzdienst für das Lagerfeuer, über Platzdienst bis hin zur Nachtwache. In der Freizeit und zwischen Spiel und Dienst haben die Kinder genügend Zeit, sich selbst zu beschäftigen, an Gruppenspielen teilzunehmen oder eines der Bastelangebote wahrzunehmen.

Wasser vom Fass

Außerdem, so die Verantwortlichen, lege man viel Wert auf Nachhaltigkeit. So gebe es auf dem Platz keinen Strom, kein Handy (außer für Notfälle) oder sonstige elektrische Geräte. Wasser gebe es "fließend" aus einem großen Fass. So vermittle man den sinnvollen Umgang mit Ressourcen vom sparsamen Umgang mit Wasser und Holz über die Vermeidung und Trennung von Müll bis hin zum schonenden Umgang mit der Natur. "Wir zelten auf einer Wiese und wenn wir den Platz verlassen, sieht er bis auf die Zeltabdrücke im Gras wieder so aus wie davor", sagt Achim Selig, der bereits seit drei Jahrzehnten zum Organisationsteam gehört.

Bei allen Unternehmungen wolle man das Gemeinschaftsgefühl stärken und alle in die Gruppe integrieren. So feiere man nicht die Besten, Schnellsten und Stärksten, sondern die Gruppe als Einheit, denn jeder trage seinen Teil zur Gemeinschaft bei. Ziel sei es, gemeinsam Spaß zu haben und eine schöne Woche zu verbringen, nicht die meisten Punkte zu holen.

Diese Ziele haben anscheinend die Jurymitglieder am meisten beeindruckt, denn in der Laudatio hieß es: "Es mag stimmen, dass es in eurer Region keine so starke Struktur an verbandlicher, katholischer Jugendarbeit gibt wie anderswo. Aber umso besonderer ist euer Zeltlager, das auch Strahlkraft weit über einen einzelnen Ort hinaus hat." Die Organisatoren, Helfer und Leiter des "Zeltlagers Heilige Länder" sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus allen gesellschaftlichen Bereichen von Schülern und Studenten über Polizisten bis hin zum Schreinermeister. Viele haben bereits Gruppenleiterlehrgänge und Seminare besucht und das schafft große Gestaltungsmöglichkeiten, wenn es alljährlich in der ersten vollen Sommerferienwoche ab ins Zeltlager geht.

Mit dem Bischof-Stangl-Preis zeichnet die Stiftung "Jugend ist Zukunft" das ehrenamtliche Engagement junger Menschen aus, das sich an der Würzburger Synode aus dem Jahre 1975 orientiert. In ihren Grußworten bringen Bischof Franz Jung, Staatsministerin Judith Gerlach und Hochschulpfarrer Burkhard, die Schirmherren und -dame, zum Ausdruck, dass man "katholisch", "politisch" und "aktiv" eigentlich gar nicht strikt trennen könne. Sie lobten alle Gruppen für ihren Einsatz. Stolz nahmen die Vertreter der Pfarrjugend, Achim Selig Kirchlauter, Marc Veen, Hecklesmühle, Benny Veen und Nico Bäuerlein aus Gerach, die Urkunde und den "Preis aktiv" mit in die "Heiligen Länder". Das Geld wird für weitere Zeltlager genutzt.

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