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Kommunalwahl

Nach Oliver Kunkels Rückzieher suchen die Grünen nach einem potenziellen Landrat

Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge — Oliver Kunkel hat einen Rückzieher gemacht. Der Gymnasiallehrer mit der musischen Ader will nun also doch nicht für die Grünen/Bündnis 90 antreten, um gegen Amtsi...
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Harald Kuhn
Harald Kuhn
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Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge — Oliver Kunkel hat einen Rückzieher gemacht. Der Gymnasiallehrer mit der musischen Ader will nun also doch nicht für die Grünen/Bündnis 90 antreten, um gegen Amtsinhaber Wilhelm Schneider (CSU) und den designierten SPD-Kandidaten Wolfgang Brühl um das Amt des Landrats zu konkurrieren.

Der Studiendirektor hatte gehofft, sein Zukunftskonzept "Heimat" vom Landratsamt aus effektiver durchsetzen zu können. Der 51-Jährige spricht vom "Kipppunkt des Klimas". In der Region sei im gemeinsamen Bemühen eine Klimawende zu schaffen, durch einen sozialen und ökologischen Umbau. Im gesellschaftlichen Miteinander, weg von Ego-Kultur und politischen Zwängen, will er intelligente Lösungen erarbeiten. Doch Veranstaltungen der letzten Monate, bei denen er seine Ansätze vorstellte, haben wohl für Ernüchterung gesorgt. Als Landrat, so hat er erkannt, würde man zu sehr vor den Karren gespannt und an Zwänge gebunden. Sein Projekt will er jetzt anderweitig voranbringen.

Kunkel habe sich im Frühjahr selbst ins Gespräch gebracht, sagt Harald Kuhn, Kreisvorstandsmitglied der Grünen. Kuhn sieht den Rückzieher mit gemischten Gefühlen. Er müsse akzeptiert werden und sei zum Glück noch rechtzeitig erfolgt. Nun stehen die Grünen allerdings schlechter da als vorher. Dabei erlebt der Kreisverband - im Sog des wachsenden Umwelt- und Klimabewusstseins - einen Aufschwung: Rekordergebnis bei der Landtagswahl mit 17,5 Prozent; neue und junge Mitglieder - zum Teil aus Frust von CSU und SPD übergewechselt; neue Ortsverbände.

"Es sieht relativ positiv aus," sagt Ingenieur Kuhn, selbst seit 30 Jahren Grüner, "aber das Land braucht halt ein paar Tage mehr als die Stadt".

Die Kommunalwahl soll's ändern. Doch aktuell habe der Kreisverband keinen Ersatzkandidaten vorzuweisen, "niemanden, der sich aufdrängt", so Kuhn: "Aber wir haben schon noch ein paar Asse im Ärmel". Die Nominierung ist 14 Tage nach der Jahresversammlung (17. Oktober, Altstadthotel, Haßfurt, 19 Uhr) geplant. Mehr als die aktuell vier Sitze im Kreistag sollen im März herausspringen. "Mindestens sechs wären gut", sagt Kuhn, "es dürfen auch zehn sein".

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