Ebelsbach

Nach Neubauten kommen Sanierungen

Politiker und BLSV-Funktionäre diskutierten in Ebelsbach mit Vereinsvertretern über aktuelle Anliegen und Probleme.
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Beim Sportgespräch des BLSV-Kreisverbandes standen in Ebelsbach Rede und Antwort (von links): Wilhelm Schneider, Steffen Vogel, Gerald Makowski, Berthold Rüth sowie Günther Jackl.  Foto: Günther Geiling
Beim Sportgespräch des BLSV-Kreisverbandes standen in Ebelsbach Rede und Antwort (von links): Wilhelm Schneider, Steffen Vogel, Gerald Makowski, Berthold Rüth sowie Günther Jackl. Foto: Günther Geiling

Groß war das Interesse am Werkstattgespräch "Jetzt red' ich - Sportvereine", zu dem der Kreisverband Haßberge im Bayerischen Landessportverband (BLSV) in das Sportheim nach Ebelsbach eingeladen hatte. Die mehr als 50 Vereinsvertreter nutzten die Gelegenheit, ihre Sorgen den Politikern und Verbandsfunktionären zu beschreiben. Die Sport-stättenförderung und Übungsleiterzuschüsse, Steuerangelegenheiten und Versicherungsfragen sowie die Präsentation der Sportangebote der Vereine in Konkurrenz mit der Volkshochschule waren die herausragenden Themen.

Der Landtagsabgeordnete Berthold Rüth, der Vorsitzender des Landessportbeirats ist, erläuterte, dass der Landessportbeirat die Staatsregierung und den Landtag in sportpolitischen Fragen berate. "Ich bin ganz zufrieden mit unserer Arbeit, denn wir haben in den letzten Jahren sehr viel erreicht. Es wurden die Sportmittel erheblich aufgestockt und alle Verbände sind zufrieden. Dabei werden gerade Gemeinden, die finanzschwach sind, besser gefördert."

Im Haushalt 2019 wurden nach seinen Worten die Mittel für die Sportförderung von 90,5 auf rund 97 Millionen Euro erhöht. Der Sport sei auch im Bereich der Integration eine wichtige Aufgabe und dafür gebe es Sondermittel, sagte er.

Ein erster Gesprächsblock waren die Fördermittel für Sportheimbauten, die bisher bei 20 Prozent beginnen und bei denen jetzt die Vereine je nach Finanzkraft der eigenen Gemeinde bis zu 55 Prozent erhalten. Diethard Konrad vom TV Augsfeld meinte, dass sein Verein nur 25 Prozent an Förderung bekomme, "weil unsere Stadt so finanzstark ist. In Zeil würden wir 55 Prozent bekommen, aber unsere Stadt gleicht das ja nicht aus. Deswegen ist die Erhöhung insgesamt wunderbar, aber nicht für uns." Er regte außerdem eine Gemeinschaftsinvestition von LED-Umrüstungen an. Wenn nämlich eine Mindestinvestition von 17 000 Euro erreicht werde, könne man eine Förderung von 30 Prozent erhalten und komme zu einer Energieeinsparung von 50 Prozent.

Vorsitzender Norbert Hartmann vom TSV Kirchaich sah seinen Verein mit einer Förderung von 55 Prozent für den aktuellen Sportheimbau als Nutznießer, aber das Vereinsheim werde nicht insgesamt gefördert, sondern nur sportlich genutzte Räume. "Meine Anregung wäre, auch diese Räume mit in die Förderung aufzunehmen. Wir brauchen diese Räume als Versammlungsraum."

Landtagsabgeordneter Steffen Vogel erklärte hierzu: "Vereine in 18 Gemeinden bekommen jetzt 55 Prozent Förderung. Es geht also keinem schlechter, auch in Haßfurt nicht. Dies ist ein großer Erfolg", auch wenn es grotesk sei, dass die Finanzkraft des Vereins keine Rolle spiele.

Der BLSV-Bezirksvorsitzende Günther Jackl (Haßfurt), wies ergänzend darauf hin, dass die Wartezeiten von früher sechs Jahren auf jetzt neun Monate verkürzt worden seien. "Wir bekommen so viel Förderung wie noch nie. Das ist auch gut so, weil jetzt die Sanierungen beginnen und eine Lawine von Anträgen auf uns zukommt." Zahlreiche Vereine hätten aber auch Probleme, weil die Zwischenfinanzierung für sie nicht gesichert sei, sagte er.

Berthold Rüth hob hervor, dass die Sportmittel seit dem Jahr 2013 zwar verdoppelt wurden, aber man wisse, dass man in manchen Bereichen nachsteuern müsse. "Aber ein Gießkannenprinzip hätte uns in Bayern nicht weitergebracht und deswegen brauchen wir eine Maßeinheit für schwache Gemeinden, und das sind ihre Finanzquellen." BLSV-Kreisvorsitzender Makowski zeigte eine Tabelle aus dem Jahr 2019, wonach es im Landkreis 17 eingereichte Anträge gebe mit einer Bausumme zwischen 1,1 Millionen Euro und 11 000 Euro. Insgesamt lägen Aufträge in Höhe von 2,5 Millionen Euro vor. Außerdem seien zwölf weitere Vorhaben in der Planung, welche ebenfalls noch einmal in Richtung von zwei Millionen Euro gehen.

Johannes Burkard vom TV Königsberg sprach die Haftungsfrage des Vereinsvorsitzenden als großes Problem an. Deswegen seien viele Ehrenamtliche vorsichtig, wenn es um die Übernahme eines solchen Amtes gehe. Steffen Vogel informierte hierzu, dass erst kürzlich das Gesetz zur Haftungsfrage geändert worden sei. So müsse den Verantwortlichen jetzt "grob fahrlässiges Verhalten" nachgewiesen werden und nicht mehr nur "fahrlässiges".

Ein besonderes Augenmerk müssten die Vereine aber beim Umgang mit den Finanzen, Steuerangelegenheiten und Sozialversicherungen aufbringen. In diesem Zusammenhang erwähnte er die bayerische Ehrenamtsversicherung, mit der der Freistaat sicherstelle, dass Ehrenamtliche bei ihrem Engagement keine Nachteile haben.

Ralf Köberlein vom TV Hofheim sprach die Sportangebote der Volkshochschule an. Bei der VHS seien viele von den Vereinen unterstützte und ausgebildete Übungsleiter aufgrund des besseren Honorars tätig - statt beim örtlichen Sportverein. Die Vereine könnten einfach nicht so viel bezahlen, sagte er.

Landrat Wilhelm Schneider versprach, ein Treffen mit VHS-Verantwortlichen, dem BLSV-Sportkreis und den Vereinen zu vereinbaren. Vielleicht gelinge dort eine Vereinbarung.

Mit der Bitte, die gegenwärtige Besteuerungsgrenze für Sportvereine von 35 000 Euro zu verdoppeln, meldete sich Ernst Albert von den Sander Keglern zu Wort. Die Sportvereine seien auf die Einnahmen durch den wirtschaftlichen Zweckbetrieb angewiesen und könnten ihre Vereine allein durch die Mitgliederbeiträge nicht erhalten.

Steffen Vogel wies darauf hin, dass dies eine Angelegenheit der Bundesregierung sei. In Berlin gibt es nach seiner Darstellung offenbar aktuell das Bemühen, eine neue Grenze bei 45 000 Euro anzusetzen.

Als Ziel des BLSV-Kreises Haßberge führte Gerald Makowski an, eine digitale Sport-Landkreiskarte mit allen Sportangeboten und Sportvereinen zu schaffen. Oftmals sei den Bürgern gar nicht bekannt, welches Sportangebot ein Verein anbiete.

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