Buch

Nach einer halben Stunde steht der Baum

Die Bucher stärken sich mit Kaffee und Kuchen, bevor sie den Ortsburschen bei ihrer schweißtreibenden Arbeit zusehen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit vereinten Kräften hoben die Ortsburschen den Baum vom Anhänger. Fotos: Britta Schnake
Mit vereinten Kräften hoben die Ortsburschen den Baum vom Anhänger. Fotos: Britta Schnake
+1 Bild

Mit dem Seniorennachmittag, bei dem die Mitglieder des Gemeinderats als kellner fungieren, begann am Samstag bei strahlendem Sonnenschein die Bucher Kerwa. Serviert wurden neben frisch aufgebrühtem Kaffee rund fünfzig von Bucher Bürgern selbst gebackene und gespendete Kuchen und Torten. "Dadurch kommen nur die besten Kuchen auf den Tisch", unterstrich Jochen Kleetz, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Buch.

Dazu gab es noch 120 Küchle, ausgebacken von Gerda und Christine Stumpf sowie Agnes Mattick und Monika Pfann. Einen besonderen Blickfang bot die von Renate Engelhardt liebevoll arrangierte, sonnenblumendominierte Dekoration. Altbürgermeister Waldemar Kleetz informierte die Anwesenden nebenbei noch über den geplanten Seniorenausflug im Oktober nach Haßfurt und Sand am Main. Nebenbei deshalb, weil alle 59 Plätze im Bus bereits vergeben sind.

Die Schiffschaukel gehört dazu

Zum 17. Mal richtet die Bucher Feuerwehr nun schon die Kerwa aus. Mit dem Gelände neben der vor gut zwei Jahren komplett restaurierten Marien-Kapelle wurde dafür ein exzellenter Platz gefunden, bietet es doch ausreichend Platz, bei Bedarf auch Schatten und ein tolles Ambiente noch dazu. Unterstützt wird die Kerwa von Schausteller Oskar Berg aus Nürnberg, der seit über 50 Jahren Stammgast mit Los- und Schießbude sowie einer Schiffschaukelanlage ist. "Das war ganz früher die erste Überschlagschiffschaukel, die hier gestanden hat", weiß Bürgermeister Norbert Walter (CSU) zu berichten.

Frisch gestärkt warteten die Gäste auf die Ankunft des Kerwabaums, welchen Ehrenkommandant und Oberortsbursche Heribert Hahn im Staatswald von Großenseebach geschlagen hat. Dann gegen 15 Uhr war es endlich soweit. Angeführt von der Gremsdorfer Blaskapelle und angehängt am Traktor von Sven Uebler erschien der Kerwasbaum in Begleitung der gut gelaunten Kerwasburschen auf dem Festgelände. 24 Meter lang ist der Baum, doch vor Ort von den Kerwasburschen noch mit roten und weißen Bändern dekoriert wurde.

"Vor zwei Jahren wurde der Baum in ,Antonias‘ gemessen", erklärt Jochen Kleetz, "weil die Enkelin vom Heribert Hahn genau am Kerwasamstag geboren wurde." Die kleine Maus maß 53 cm, so dass der Baum damals 48 Antonias lang war. "Früher waren die Bäume gut 30 Meter lang", berichtet Hahn, "doch mit der Haftung und den Vorschriften ist das ein riesiges Problem." Unter den wachsamen und strengen Augen sowie unter stetiger Anleitung von Capo Heribert Hahn und unter Zuhilfenahme einer Leiter sowie vier Schwalben gelang es den Kerwasburschen, den geschmückten Baum innerhalb von 30 Minuten aufzurichten. Oberortsbursche Heribert Hahn war sich nicht zu schade, selbst mit Hand anzulegen, als es um das Fixieren des Baumes und das Zuschaufeln des Loches ging. Kerzengerade steht er jetzt da in ganzer Pracht, der Bucher Kerwasbaum und wird ein ganzes Jahr das Bucher Ortsbild prägen. Eine Menge Verantwortung für einen Baum, doch er trägt sie mit Würde und Stolz.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren