Mitwitz
Naturschutz

Nach der Sumpfschrecke soll auch der Kiebitz wieder heimisch werden

Er kommt mit einem etwas sperrigen Namen daher, der Zweckverband "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal", aber er leistet wertvolle Arbeit. Um den einzigartigen Naturraum entlang des Grüne...
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Stefan Bayer diskutiert mit Vertretern des Bundes Naturschutz die einzelnen Maßnahmen. Foto: Maria Löffler
Stefan Bayer diskutiert mit Vertretern des Bundes Naturschutz die einzelnen Maßnahmen. Foto: Maria Löffler

Er kommt mit einem etwas sperrigen Namen daher, der Zweckverband "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal", aber er leistet wertvolle Arbeit. Um den einzigartigen Naturraum entlang des Grünen Bandes zu erhalten, gründete man ihn vor zehn Jahren und seitdem initiiert und managt er die unterschiedlichsten Naturschutzmaßnahmen. Im Fokus stehen dabei Erhalt und Wiederherstellung von extensiv genutzten Feucht- und Nassgrünlandflächen mit Kleingewässern und Auenmulden. Dazu werden in der Gemarkung Steinach an der Steinach gerade knapp 500 Quadratmeter Fläche rund einen Meter tief ausgebaggert. "Frosch, Kröte und Libelle müssen die Flächen als Gewässer erkennen," meint Projektleiter Stefan Beyer.

Um die Ursprünge des Zweckverbandes zu beschreiben, musste Landrat Klaus Löffler etwas ausholen. So nannte er das "Grüne Band" mit Gründer Kai Frobel als "roten Faden", der sich durch das Großprojekt "Grünes Band Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal" ziehe. "Hier engagieren sich die Landkreise Kronach, Coburg, Hildburghausen und Sonneberg." Flankiert würden die Maßnahmen vom Landschaftspflegeverband.

Was seit 1998 von der Ökologischen Bildungsstätte initiiert worden sei, "wurde als Gedanken des Biotopverbundes weiterentwickelt. Viele Maßnahmen werden derzeit umgesetzt", beschrieb Stefan Beyer die Aktionen noch einmal detaillierter. Hierzu will man zusätzlich etwa 100 Hektar Flächen erwerben, um sie zu sichern. "Bei Feuchtwiesen und Feuchtmulden besteht immer auch die Gefahr der Verschilfung und Verbuschung." Besonders Weiden und Erlen seien ziemlich hartnäckig in ihrer Vermehrung. Hier müsse man dann reagieren, unter Umständen die Wurzelfräse einsetzen. "Viele der Flächen sind in den letzten 15 Jahren verlandet." Jetzt will man gegensteuern, um den Artenreichtum zu erhalten.

Vor allem Wiesenbrüter wie die vom Aussterben bedrohte Bekassine oder den Kiebitz hofft man, dort anzusiedeln. 2,4 Millionen Euro habe man insgesamt in den vier Landkreisen investiert, ergänzt er noch.

Heimisch dagegen fühle sich jetzt schon die Sumpfschrecke, meint Diplom-Biologe Dietrich Förster. "Sie hüpft hier überall herum." Früher sei das Steinachtal eine ausgedehnte Sumpflandschaft gewesen und bilde jetzt den Eingang zum Naturpark Frankenwald. Er beschrieb artenreiche Wiesen und erzeugte dadurch bunte Bilder mit Blumen, Schmetterlingen und Vogelgezwitscher in den Köpfen der Anwesenden. "Wir müssen auf jeden Fall die Biodiversität erhalten - und das auf lange Sicht." Hierzu müssten Flächen offen gehalten werden und "dazu braucht es immer das Zusammenspiel aller Beteiligten". An dieser Stelle habe man auch Pächter mit ins Boot genommen, die verantwortungsbewusst handeln sollten und sich der Aufgabe auch bewusst sein müssen. Als Problem entpuppten sich unversehens die Hundebesitzer, die die Feuchtwiesen als Spielgelände nutzen würden. Eine kurze Debatte am Rande zeigte, dass hier Handlungsbedarf nötig ist.

Ob es reiche, Schilder aufzustellen, oder ob man vielleicht doch eine Verordnung erlassen müsse, blieb offen.

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