Herzogenaurach

Nach der Kerwa ist vor der Kerwa

Am Montagmorgen treffen sich die Kerwasburschen und diejenigen, die diese kennen oder mögen, auf einen Frühschoppen auf dem Festgelände. Bei diesem kleinen Treffen zeigt sich der Geist der Sommerkerwa ganz deutlich.
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Im Vordergrund steht das Essen und Trinken, im Hintergrund spielt die Musik - das ist das Kerwasende in Herzogenaurach.  Fotos: Michael Busch
Im Vordergrund steht das Essen und Trinken, im Hintergrund spielt die Musik - das ist das Kerwasende in Herzogenaurach. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch A weng verkatert klingt das eine oder andere "Guten Morgen" schon. "Des wor die bleede Schbezi", bekommt der Kerwasbursche entgegengeschleudert, der trotz Schatten und morgendlicher Temperaturen die Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt.

Offiziell endete die Sommerkerwa in Herzogenaurach am Sonntagabend. Mit dem Feuerwerk sind die zehn Festtage am Weihersbach beendet. Fast. Denn bereits um halb neun am Montagmorgen geht es zunächst für eine kleine Truppe der Kerwasmadli und -burschen los. Am Heller-Keller wird nochmals aufgebaut, während die Schausteller und Kellerbesitzer ihre Siebensachen zusammenräumen, um entweder den nächsten Festort anzusteuern oder wieder der "normalen" Arbeit außerhalb der Kerwa nachzugehen.

Aufgebaut wird für die traditionelle Nachkerwa. Tomaten, Radieschen und Gurken liefern die notwendigen Vitamine nach anstrengenden Festtagen. Die Wurschd und der vom Sicker gelieferte Fleischkäs' sorgen für die benötigten Eiweiße und das Bier vom Heller liefert die benötigte isotonische Grundlage. Wobei der Wasserkonsum, für manchen nicht überraschend, doch recht hoch ist an solch einem Morgen.

Eine tolle Tradition

Um 10 Uhr geht's dann offiziell los. Das Bier-Franken-Duo spielt auf - "Wir spielen erst mal Musik aus Wien, weil da waren wir kürzlich" - und zur Musik wird kräftig zugelangt. Natürlich geht es bei den Gesprächen um die letzte Kerwa. Und selbstverständlich geht es um alle Kerwas, die erlebt wurden. Je früher diese stattgefunden haben, desto spannender werden die Erzählungen. Manche sagen: "Früher war alles besser", anderen gefällt es heute mehr. Irgendwann einigen sich alle auf: "Es war halt anders!"

Der "Hunde-Peter", Peter Arold, freut sich, dass dieser Traditionstag immer noch so gut funktioniert. "Wir haben erst angefangen, die Bänke und Tische am Keller abzubauen, dann hier aufzubauen und alles vorzubereiten." In guter Tradition zur Idee vom "Türkencapo" Rolf Wahl findet die "kleine" Nachfeier statt. "30 Liter Bier haben uns die Kellner gespendet", sagt er. Es seien vor allem die "Alten", die zu diesem Treff kommen, "wobei, ein paar Junge kommen immer wieder dazu", sagt Peter Arold. Es würde ihn schon freuen, wenn das ein paar mehr werden über die nächsten Jahre.

Die Tradition funktioniert seit Jahren, der Keller ist immer voll. "Das gehört dazu und das ist das Zeichen dafür, dass wir ein guter Haufen sind", daran liegt es, sagt der Hunde-Peter. Und es muss etwas dran sein, denn wer was auf sich hält, ist an diesem Morgen da.

Irgendwann ist wirklich Schluss

Immerhin werden auch die wichtigen Themen angesprochen, wenn auch nicht alle beantwortet. Denn wie im richtigen Leben scheiden sich auch hier die Geister. Für die einen war die Musik zu laut, für die anderen zu leise, für alle war die Toilettenfrage in diesem Jahr ein Unding, und das Feuerwerk gehört bei aller CO2 -Diskussion einfach zur Sommerkerwa dazu.

Klar: Der Nachkerwastag findet auch ein Ende. Aber immer in dem Bewusstsein, dass alle sich im nächsten Jahr wiedersehen. Auf alle Fälle auf der Kerwa, spätestens am Montag nach offiziellem Schluss.

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