Kulmbach

Nach der Flut ist vor der Flut

Mit einer Sandsack-Challenge machte die THW-Ortsgruppe Kulmbach auf die Bedeutung des Hochwasserschutzes aufmerksam.
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Der siebenjährige Emil schlichtete 18 Sandsäcke um.
Der siebenjährige Emil schlichtete 18 Sandsäcke um.
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Mit einer Sandsack-Challenge machte das Technische Hilfswerk am Samstag bayernweit auf die Bedeutung des Hochwasserschutzes aufmerksam. Auch die THW-Ortsgruppe Kulmbach beteiligte sich an dem Aktionstag.

Auf dem Eku-Platz hatten die Akteure einen Parcours aufgebaut, der nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene anlockte. "Es sind heute schon viele interessierte Bürger mit Problemen zu uns gekommen, die wir sozusagen auf dem kleinen Dienstweg beraten konnten", sagte Ronald Baumüller vom THW. Etwa wie man mit wenig Aufwand sein Haus vor Hochwasser schützen kann oder wie man Sandsäcke richtig schlichtet.

Letzteres konnte man auch gleich bei einer Station ausprobieren. Von einer Palette auf die nächste mussten 36 jeweils zwölf Kilogramm schwere Sandsäcke umgeschlichtet werden. "Man bekommt dadurch ein Gefühl für das Gewicht und für die Arbeit der Helfer, die dahinter steht", sagte Baumüller.

Etliche Jugendliche stellten sich der Herausforderung, so auch die 13-jährige Lena. In fünf Minuten und 37 Sekunden schafft sie es. "Es hat Spaß gemacht, war aber schwerer als gedacht." Ebenfalls fleißig dabei war der siebenjährige Emil, der in seiner Altersgruppe nur die Hälfte der Sandsäcke tragen und umschlichten musste. 18 Stück schaffte er und war sehr stolz.

"Wir haben beim THW etwa 90 Aktive, dazu kommt eine Jugendgruppe mit etwa 40 Akteuren", erklärte Ronald Baumüller. Bereits ab sechs Jahren könnten Kinder in der Minigruppe aktiv werden. Und die Jugendlichen seien nicht nur im Hochwasserschutz aktiv. "Sie haben zum Beispiel unter der Anleitung von Simon Masching einen Bollerwagen in Form eines THW-Fahrzeugs mit drei lenkbaren Achsen gebaut", sagte er. Und Simon Masching ergänzte: "Den brauchen wir, um Material zum Zeltplatz zu transportieren. Etwa 600 Stunden haben die Jugendlichen daran gebaut."

Infos zum Hochwasserschutz erhalten Bürger direkt von der THW-Ortsgruppe oder über das Internet. Der Informationsdienst "Überschwemmungsgefährdete Gebiete" erklärt die individuelle Hochwasser-Vorsorge (www.iug.bayern.de), unter ov-kulmbach.thw.de erfährt man Aktuelles zum THW. "Wir haben auch ein Sandsack-Logistikzentrum", erklärte Baumüller.

Vielseitige Arbeit

"Nach der Flut ist vor der Flut", heißt es im Flyer der Challenge, der eine Checkliste für den Ernstfall bereithält. Das THW Kulmbach verfügt über eine Anlage, mit der 2400 Sandsäcke pro Stunde befüllt werden können. "Gemeinden können die Säcke palettiert abholen, wenn ein Hochwasser ansteht." Auch Privatbürger könnten sich beim THW bei einer Gefahrenlage eindecken, und sich natürlich auch aktiv einbringen. "Unsere Arbeit ist vielseitig und umfasst auch Auslandseinsätze", sagte Baumüller. So habe es Einsatzkräfte aus Kulmbach schon zu Erdbebeneinsätzen in Armenien oder zu Hochwassereinsätzen nach Tschechien geführt.

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