Gräfenberg

Nach dem Vorbild der Barber Angels

Die stellvertretende Innungsobermeisterin der Friseure, Doris Hollmann aus Gräfenberg, schnitt Obdachlosen und Bedürftigen kostenlos die Haare. Mit ihrer mobilen Frisierstation ist das möglich.
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Doris Hollmann aus Gräfenberg bei der Arbeit auf dem Klarissenplatz in Nürnberg Foto: privat
Doris Hollmann aus Gräfenberg bei der Arbeit auf dem Klarissenplatz in Nürnberg Foto: privat

Mitglied des karitativen Vereins Barber Angels, der von dem Friseurmeister Claus Niedermaier 2016 gegründet wurde, ist Doris Hollmann zwar nicht. Aber nach dessen Vorbild und dem von Sonja Fischer aus Diepersdorf (Kreis Nürnberger Land), der Weltmeisterin im Friseurhandwerk, hat die Gräfenberger Friseurmeisterin Doris Hollmann gehandelt und nun zum zweiten Mal Obdachlosen am Klarissenplatz in Nürnberg kostenlos die Haare geschnitten.

"Helfen ist wichtig für mich", sagt Doris Hollmann. Vor allem den vielen Menschen, die kein Dach über den Kopf haben, wollte sie nach einem Bericht über die Obdachlosenhilfe in Nürnberg auch Gutes tun. So packte die stellvertretende Obermeisterin der Innung für Friseure in Forchheim ihre Frisierstation ins Auto. Dazu gehört ein mobiles Waschbecken, das Hollmann sonst für die Hausbesuche verwendet. Ebenfalls in den Kofferraum gepackt hat Hollmann Shampoo und mehrere Fünf-Liter-Kanister gefüllt mit warmem Wasser. Das bekommt sie mitten auf dem Klarissenplatz in Nürnberg nicht.

Hilfsorganisation für Obdachlose

Die Mitteilung, dass die obdachlosen Menschen und Bedürftigen zwischen 14 und 16 Uhr kostenlos frisch gestylt werden, wurde in der Wärmestube ausgehängt. Vorher hatte sich Doris Hollmann bei Marion Stengl, der Vorsitzenden der Hilfsorganisation für Nürnberger Obdachlose, erkundigt, ob das überhaupt gewünscht wird. Und ob es gewünscht wurde!

Marion Stengl, die anderen Mitglieder und vor allem die Obdachlosen waren von der Idee begeistert. Ein Mann sagte, dass es viel zu viele Obdachlose gibt und rief ein lautes Dankeschön für die viele Hilfe, während Hollmann seine Haare stufte.

Waren aufgrund der kalten Temperaturen bei einem ersten Termin im April nur wenige Obdachlose bei Doris Hollmanns mobiler Frisierstube unter freiem Himmel, so kamen nun zwölf Männer, Frauen und auch Kinder unterschiedlicher Nationalitäten da, die ihre Haare fachmännisch waschen und schneiden ließen. "Manche sind bereits mit gewaschenen Haaren gekommen", berichtet die Obermeisterin.

Nur föhnen konnte Hollmann nicht, denn Strom stand nicht zur Verfügung. Dafür brachte sie Chili con Carne mit und einen vom Hiltpoltsteiner Gasthof Aures spendierten Gulaschtopf, was sich alle schmecken ließen, bis die Haare luftgetrocknet waren.

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