Peesten

Musiker und Sänger sorgen für einen Lichtblick in der dunklen Jahreszeit

Das Neujahrskonzert in der Marienkirche zu Peesten war ein Lichtblick, ungemein schillernd und niveaureich. Die Interpreten haben für ihre Darbietungen eine tiefe Verbeugung verdient. So überwältigend...
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Der gemischte Chor aus Peesten präsentierte sich in blendender Sangeslaune. Foto: Horst Wunner
Der gemischte Chor aus Peesten präsentierte sich in blendender Sangeslaune. Foto: Horst Wunner

Das Neujahrskonzert in der Marienkirche zu Peesten war ein Lichtblick, ungemein schillernd und niveaureich. Die Interpreten haben für ihre Darbietungen eine tiefe Verbeugung verdient.

So überwältigend wie der Besuch waren auch die Sänger und Musiker im Altarraum, die 90 Minuten lang Glücksgefühle verströmten und Helligkeit in den grauen Januarhimmel sandten. Und man hatte viel zu bieten, Chorisches und Instrumentales, das sich wunderbar zu einer Klangharmonie vereinte.

Da ist zuerst der gastgebende Gesangverein "Edelweiß" Peesten zu nennen. Die gut sortierte, homogene Sängerschar besaß in Höhen und Tiefen Qualität, sie intonierte mal erlesen sanft, mal andachtsvoll und euphorisch aus ganzem Herzen. Das Ensemble trug die Stücke "You rise me up" und "Von guten Mächten wunderbar geborgen" perfekt vor, Dirigent Frank Macht hat den Chor zu einem Aushängeschild des Dorfes gekürt.

Männerchöre haben es auf dem Land nicht leicht, sich zu positionieren, weil oft das Quantitative fehlt. Bei den Herren aus Döllnitz und Proß stimmen das Volumen und die Ausdrucksmöglichkeiten. Sie bewältigten ihren Part in sonorer Abgeklärtheit und garniert mit tiefdunklen Akzenten, schwangen sich unter der Leitung von Alexander Lauterbach hinauf zu schwierig zu meisternden, hohen Tonlagen. Das "Vaterunser" machte die sakrale Plausibilität deutlich, großartig das in den Schlussakkorden leise Verschweben der Töne. Variabel wie sie sind , gaben sie dem Lied "Eine kleine Melodie" eine heitere, swingende Note.

Monumentale Klangpracht schuf der Posaunenchor Azendorf/Peesten. Von Thomas Eschenbacher dirigiert, bewies er machtvolle Fülle und Präzision. Tuba, Hörner und Trompeten bewegten sich sicher in geschliffenen Passagen, solistisch differenzierend. Besonders das Musikstück "Hoffnung" von Dieter Wendel überzeugte in schlichter, aber filigran ziselierter Ausmalung. Eine wahrlich göttliche Botschaft.

Und noch einen Glanzpunkt gab es: die Patersberger Alphornbläser. Man wähnte sich zuweilen ganz hoch in den Bergen, ein bisschen entrückt. Die federnden, behutsam schnarrenden Tonintervalle und melodiöse Schwingungen schienen aus einer fernen Welt zu kommen. Die sieben Instrumentalisten sind Perfektionisten. Und das Alphorn kann auch mäandernd jubilieren in "Karolines Kutschenfahrt" oder tosende Stakkatos über das Kircheninnere hinaustragen wie in der Volksweise "Allgäuer Hirtenruf".

Fortsetzung folgt

Schöner hätte das Konzert nicht enden können als mit den irischen Segenswünschen, die der Gastgeber und die vielen Besucher gemeinsam anstimmten. Peesten darf sich glücklich schätzen, Bürger zu haben wie die Vorsitzende Marianne Leykam. Die Organisatorin strahlte nach dem letzten Auftritt über das ganze Gesicht: "Die Resonanz aus dem gesamten Landkreis zeigt, dass unsere Konzerte am Beginn des neuen Jahres äußerst beliebt sind." 2021 werde es eine Fortsetzung geben, versprach Leykam.

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