Kronach

Musikalischer Sommerflieder

Die "Cäcilia KammerZofen" präsentierten in der Synagoge in Kronach einen wunderschönen Liederabend.
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Die "Cäcilia KammerZofen" unter der Leitung von Rosalie Heckel boten einen Strauß an Sommer(f)liedern dar. Foto: Nicole Julien-Mann
Die "Cäcilia KammerZofen" unter der Leitung von Rosalie Heckel boten einen Strauß an Sommer(f)liedern dar. Foto: Nicole Julien-Mann

Nicole Julien-Mann Kronach —  Einen bunten Strauß an Liedern um Blumen, Sommer, Liebe und Tod flochten die "Cäcilia KammerZofen" in der ehemaligen Synagoge in Kronach.

Seit einem Jahr leitet Rosalie Heckel die "Cäcilia KammerZofen". Dies tut sie mit zarter Hand, lässt dabei aber nie Zweifel, dass sie nicht ganz genau wüsste, wohin sie mit ihrem Frauenchor musikalisch will. Ihr Dirigat ist präzise und deutlich, die "KammerZofen", alle erfahren im kultivierten Chorgesang, lassen sich gerne führen. So erhalten die Lieder die Klangfärbung, die die Texte vorgeben, mal zart poetisch, mal heiter-hell oder dunkel-melancholisch.

Doch Chorgesang lebt nicht nur von der Gestaltung durch Tempo oder Dynamik. Die "KammerZofen" beherrschen und üben auch die deutliche Artikulation, was dem Lauschen der Musik noch eine weitere Dimension hinzufügt: Die meisten Lieder sind gesungene Geschichten, denen man neugierig folgt.

Rosalie Heckel hat das Liedprogramm in Blöcke unterteilt. Sommer, Blumen und Liebe ziehen sich wie ein roter Faden durch das Programm, das aber schwere Themen wie Tod und Verlust nicht ausklammert. Im ersten Teil bezaubern die "KammerZofen" das Publikum mit leisen Tönen, im zweiten Block mit Volksliedern. Die meisten der Stücke hat Burkhart M. Schürmann für Frauenchor besetzt. Seine Arrangements sind durchdachte Phrasen, die mit ihren originellen Harmonien den Ohren immer mehr bieten, als diese erwarten. So klingen auch die Volksweisen genauso kunstvoll wie die sog. Kunstlieder, von denen einige in den Originalsätzen von Schumann und Brahms zu hören sind.

Virtuos am Cello

Als Kontrapunkt zu den Frauenstimmen haben die "KammerZofen" den jungen Kronacher Cellisten Sebastian Krügel eingeladen, der auch prompt Musik vom Meister des selbigen einbringt. Der Absolvent der Berufsfachschule für Musik spielt einige Sätze aus den Cello-Suiten von Bach.

Sie zählen mit ihren technischen Anforderungen zum hochvirtuosen Repertoire für dieses Instrument. Für Sebastian Krügel sind sie eine hervorragende Visitenkarte für sein bevorstehendes Musikstudium in Weimar.

Zum Abschluss grüßen die "KammerZofen" die Nachbarn über die Nordsee. Was Landesgrenzen trennen, verbindet die Musik. Und so kommt Wehmut auf bei "Auld lang syne" - nehmt Abschied Brüder. Und Schwestern - bis zum nächsten Wiedersehen auf einem wunderschönen Liederabend.

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