Höchstadt a. d. Aisch

Musik als Beruf und Leidenschaft

Der Höchstadter Orgelvirtuose Gabriel Konjaev wird 70. Ihm zu Ehren gibt es am Samstag ein Orgelkonzert in der Stadtpfarrkirche.
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Gabriel Konjaev bei einem Konzert in Mexiko.
Gabriel Konjaev bei einem Konzert in Mexiko.
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Schon als kleiner Junge setzte er sich ans Klavier und versuchte nachzuspielen, was er bei den Unterrichtsstunden im elterlichen Wohnzimmer herausgehört hatte. Später studierte er Klavier und Orgel mit Auszeichnung. Heute kann man ihn durchaus als Weltstar bezeichnen. Denn der Höchstadter Orgelvirtuose Gabriel Konjaev kann auf unzählige Konzerte nicht nur in Deutschland und seiner Heimat Georgien zurückblicken. Er trat unter anderem auch in Frankreich, Russland, Italien, Dänemark, Rumänien, Irland und Mexiko auf.

Am Samstag feiert Konjaev seinen 70. Geburtstag - und ganz Höchstadt darf mitfeiern, wenn es um 11 Uhr in St. Georg ein Konzert zu seinen Ehren geben wird.

Ein Leben voller Musik

Konjaev wurde am 30. November 1949 in Tiflis (Georgien ) geboren. Bereits seit seinem 6. Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht. Das kam nicht von ungefähr: "Ich habe eine große Verwandtschaft von fast lauter Musikern", erzählt der Senior. Seine Eltern waren Klavierlehrer, ein Onkel Dirigent, andere Onkel und Tanten Opernsänger und so weiter. "Gezwungen wurde ich aber nie." Vielmehr bemerkten die Eltern, dass der kleine Gabriel schon früh nach Gehör spielen konnte - "so wurde bemerkt, dass ich ein absolutes Gehör besitze" - , und ermöglichten ihm den Besuch einer Musikschule.

Später studierte er Klavier und Orgel und schloss 1975 mit der höchsten Auszeichnung ab. Am Moskauer Konservatorium erfolgte das Aufbaustudium der Meisterklasse.

Mit diesen Fähigkeiten ausgestattet, wurde er als Kathedralorganist nach Pizunda (Georgien) berufen. Von 1976 bis 1993 begann neben seinen beruflichen Einsätzen eine rege Konzerttätigkeit. Im Bachjahr 1985 interpretierte er das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach in einem Zyklus von 18 Konzerten. Bach ist bis heute eine seiner Leidenschaften. "Aber ich liebe auch zeitgenössische Komponisten und habe schon viele davon uraufgeführt."

In seiner Heimat erhielt Konjaev zahlreiche Auszeichnungen und spielte mit berühmten Orchestern und Dirigenten CD-Aufnahmen ein.

Seit 1997 in Höchstadt

Seit 1995 lebt Konjaev in Deutschland, wo er zunächst in Ingolstadt wirkte, bevor er 1997 als frei schaffender Musiker und Kantor der Christuskirche nach Höchstadt kam. Hier leitet er den Kirchen- und Posaunenchor. Auch den Gesangverein Liederkranz betreut Konjaev zusammen mit seiner Frau Irina. Viele Benefizkonzerte für die neue Schuke-Orgel der Christuskirche spielte er in der Höchstadter Stadtpfarrkirche, so dass es ihm nicht schwer fiel, sich 2002 auch noch dem Organistenteam der St. Georgspfarrei anzuschließen. Zudem organisiert er die jährlichen Orgelkonzerte zum Altstadtfest und demonstriert sein kreatives Schaffen vor heimischem Publikum.

Aber auch von Höchstadt aus setzt der Musiker bis heute seine Konzerttätigkeit im In- und Ausland fort. Er beteiligte sich schon mehrmals an der Orgelkonzertreihe im Bamberger Kaiserdom und spielte auch die Einweihung der neuen Orgel im Kulturzentrum von Höchstadts russischer Partnerstadt Krasnogorsk. Einige Male begleitete Konjaev die Regensburger Domspatzen bei Konzerten. Sogar im Vatikan trat er bereits zu herausragenden Ereignissen auf: 2011 umrahmte er das große Kardinalskonsistorium, 2012 spielte er das Konzert anlässlich des 85. Geburtstages von Papst Benedikt, 2016 gastierte er an der Orgel des Petersdomes - "so etwas vergisst man nicht" - , und er wurde vom ehemaligen Pontifex zu musikalischen Auftritten in Radio Vatikan eingeladen.

Bei so großem Interesse an seinem Orgelspiel ist für Gabriel Konjaev klar: "Schluss ist noch auf gar keinen Fall!" 70 Jahre heißt nicht Ruhestand, sondern Aufbruch zu neuen musikalischen Herausforderungen: Natürlich will er weiterhin Konzerte geben und gerne würde er das "Orgelbüchlein" von Bach mit einer Sammlung von 45 kleinen Choralvorspielen für eine CD einspielen. Auch seine Tätigkeiten hier in Höchstadt bleiben "selbstverständlich" bestehen.

Vielleicht wird er ja auch am Samstag wieder einmal unter Beweis stellen, wie virtuos sein Können ist. Die Organisten, die das Konzert gestalten, und ein Überraschungsgast werden nichts dagegen haben. LM/lkb

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