Herzogenaurach

Mundart steht im Mittelpunkt

Der Heimatverein Herzogenaurach beschäftigt sich mit dem fränkischen Dialekt und erkundet Franken.
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Vorsitzender Klaus-Peter Gäbelein (r.) und Vorstandsmitglied Christian Kindler waren immer Sommer hocherfreut über die Auszeichnung mit dem Porzellanlöwen. Die preisgekrönte Arbeit will der Verein auch 2019 fortsetzen. Foto: privat
Vorsitzender Klaus-Peter Gäbelein (r.) und Vorstandsmitglied Christian Kindler waren immer Sommer hocherfreut über die Auszeichnung mit dem Porzellanlöwen. Die preisgekrönte Arbeit will der Verein auch 2019 fortsetzen. Foto: privat

Ein weißer Löwe aus Nymphenburger Porzellan ziert in diesem Jahr das Veranstaltungsprogramm des Herzogenauracher Heimatvereins. Staatsminister Albert Füracker (CSU) hat diese Trophäe im vergangenen Sommer dem Vorsitzenden als Anerkennung für die vom Verein geleistete Arbeit überreicht. Die Auszeichnung hat die Verantwortlichen des Vereins angespornt, und man hat für das Jahr 2019 erneut ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: interessante Vorträge von namhaften Referenten, Studienfahrten, fränkische Musik sowie kostenfreie Stadtführungen zu historischen Schwerpunktthemen.

Vor allem die fränkische Mundart steht 2019 im Mittelpunkt. Höhepunkte sollen dabei die Auftritte von Emmi Weiß und des Nürnberger Mundartexperten Jürgen Leuchauer werden. Dieser hat mit seinem Buch "Gäih weider - hogg di her" einen fränkischen Bestseller gelandet und wird im Mai in der Gaststätte Heller daraus vortragen. Bereits im März wird es viel zum Schmunzeln geben, wenn das altehrwürdige Gebäude Steinweg 5 zum Minitheater wird und Emmi Weiß ihr neues Programm "Des glabbst ja selber nett" zum Besten geben wird. Restkarten für diesen Kabarettabend sind beim Heimatverein oder bei Emmi Weiß noch erhältlich.

Im Mai geht es beim Gesprächskreis "Fränkische Begriffe und Redensarten" im Steinweg um fränkische Wörter, die heute fast unbekannt sind: Schermützel, Henkelblechla oder um das vielsagende Wort "Fregger". Fortgesetzt wird dieser Gesprächskreis im September und Oktober jeweils im Steinweg. "Wenn der Dialekt stirbt, stirbt ein Teil unserer Identität", so sind die beiden Mundartabende betitelt. Mit fränkischer Musik und den "Heckenmusikanten" folgt Ende September ein weiter Höhepunkt und schließlich referiert Mittelfrankens Bezirksheimatpflegerin Andrea Kluxen im Oktober über "Essen in Franken". Das Thema ihres Vortrags lautet "Festtagsschmaus und Einheitsbrei".

Zu einem heiter-fröhlichen Abend mit Thomas Fink und dem Sprachforscher Rolf-Bernhard Essig lädt der Heimatverein bereits im Februar in die Fachklinik ein. Essig, bundesweit bekannt durch seine Bücher wie "Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!" oder "Wie der Klatsch zum Kaffee kam", ist bereits fünf Mal beim Heimatverein aufgetreten und hat zusammen mit Thomas Fink begeistert.

Bericht aus dem Erzbistum

Für weitere Vorträge mit anspruchsvollen Themen hat der Verein Heinz Wirth sowie die Professoren Wolfgang Wüst und Günter Dippold gewonnen. Dippold wird "Über die Geschichte der medizinischen Versorgung an Beispielen aus Herzogenaurach" sprechen und Wüst wird berichten, wie es den Franken ergangen ist, als sie (weitgehend ungewollt) unter die "bayerische Knute" kamen.

Zum guten Schluss im Vortragsjahr kommt der frühere Kaplan von St. Magdalena und inzwischen Domkapitular, Norbert Jung, zu Wort. Er zieht Bilanz über die 200-jährige Geschichte des Erzbistums Bamberg.

Und nicht zuletzt stehen auch wieder mehrere Studienfahrten im Programm des Heimatvereins. Zunächst geht es im Frühjahr ins Altmühltal mit den Schwerpunkten Pappenheim, Eichstätt sowie dem Römerkastell in Pfünz. Noch vor der Sommerkirchweih fährt man zum Tag der Franken nach Neustadt/Coburg und Sonneberg und im Herbst besucht man das thüringisch-fränkische Grenzland mit der Heldburg und dem malerischen Ort Hildburghausen. Auf einer Halbtagesfahrt wird die restaurierte Lonnerstadter Mühle besucht, bevor man am Höchstadt Kellerberg prüft, ob die Höchstadter Biere ihrem guten Ruf gerecht werden.

Dass es außerdem weitere interessante Veranstaltungen wie monatliche Stadtführungen, Stadtverführungen mit Musik und Bewirtung, den monatlichen Stammtisch oder eine Fahrradtour gibt, darüber kann man sich im Jahresprogramm des Heimatvereins informieren, das im Kulturamt (momentan noch im Schlossgebäude und später in der früheren Bäckerei Lang in der Hauptstraße) ausliegt und auch im Internet zu finden ist. Die Verantwortlichen des Vereins verweisen darauf, dass die Veranstaltungen mit einigen wenigen Ausnahmen kostenfrei angeboten werden.

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