Mühlhausen
Haushalt

Mühlhausen muss seine Rücklagen plündern

Ordentlich mit den Zahlen jonglieren muss in diesem und im nächsten Jahr Tobias Weiß, der als Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Höchstadt für die Finanzen der Marktgemeinde Mühlhausen zuständi...
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Ordentlich mit den Zahlen jonglieren muss in diesem und im nächsten Jahr Tobias Weiß, der als Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Höchstadt für die Finanzen der Marktgemeinde Mühlhausen zuständig ist. 311 000 Euro aus den Rücklagen benötige er in diesem Jahr, um den Haushalt auszugleichen, machte Weiß bei der Vorberatung deutlich. Im nächsten Jahr gelte es über eine Entnahme aus den Rücklagen hinaus eine Finanzierungslücke von 306 000 Euro zu schließen.
Vor allem die Dorferneuerungen in Schirnsdorf und Decheldorf und die Flurbereinigungsmaßnahmen werden 2019 greifen. "Wir müssen schauen, wie wir das hinkriegen", folgerte der Kämmerer. Für den Haushalt des nächsten Jahres legte er den Räten verschiedene Möglichkeiten vor. Beim Erschließungsvertrag für das Baugebiet "Weißer Weg" habe die Marktgemeinde Äcker und Grundstücke eingebracht, die bei den Einnahmen wieder mit einfließen. Das so entstandene Plus könne dem Haushalt zugute kommen.
Im diesjährigen Haushaltsentwurf hat Weiß 165 000 Euro für Straßensanierungen und den Straßenunterhalt vorgesehen. Wie Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) erläuterte, handelt es sich dabei um die Sanierung der Dr.-Scheidig-Straße und der Höchstadter Straße sowie um eine bislang nur geschotterte Straße in Simmersdorf und den Weg bei der Neumühle. Über die Simmersdorfer Straße hatte es in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden der Anwohner gegeben. Faatz schlug dafür eine Oberflächenverdichtung mit einer Bitumenschicht vor. Diese Art der Sanierung koste nur den Bruchteil eines kompletten Ausbaus und halte für die nächsten zehn Jahre.
"Straßenzugweise" soll mit der Auswechslung der Straßenbeleuchtung begonnen werden. Mit den 40 000 Euro, die im Haushalt 2018 eingestellt sind, soll der Anfang gemacht werden. Zur Begutachtung sollen in der Kleinen Dorfstraße probeweise verschiedene neue Leuchtmittel eingesetzt werden.


Drei neue Regenrückhaltebecken

Weil der Wasserrechtsbescheid nur noch bis Ende 2018 Gültigkeit hat, muss die Gemeinde für eine neue Genehmigung Regenrückhaltebecken in Schirnsdorf, am Obstgarten und im Gewerbegebiet Mühlweiher bauen. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehr als 200 000 Euro. Im Haushalt vorgesehen ist auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Bauhofgebäudes mit Kosten von 80 000 Euro.
An Einnahmen erwartet Mühlhausen heuer 360 000 Euro aus der Gewerbesteuer. Der Einkommensteuerbeteiligung, 2018 mit 1 007 000 Euro (im Vorjahr 851.000 Euro) ausgewiesen, komme immer größere Bedeutung zu. Die Gemeinde kann mit einer Schlüsselzuweisung in Höhe von 443 000 Euro rechnen. Im Gegenzug müssen für die Kreisumlage in diesem Jahr 761 000 Euro an den Landkreis bezahlt werden. Die VG-Umlage beträgt 322 000 Euro, das sind 190 Euro pro Einwohner. Der Haushalt soll in der nächsten Sitzung vorgelegt und verabschiedet werden.
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