Bad Staffelstein

"Mr. Tagesschau" kam persönlich

Die Sparkasse Coburg-Lichtenfels präsentierte mit Jan Hofer einen hochkarätigen Referenten.
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Geduldig stand Jan Hofer vor seiner Abendveranstaltung den Kollegen von der Presse Rede und Antwort. Foto: Monika Schütz
Geduldig stand Jan Hofer vor seiner Abendveranstaltung den Kollegen von der Presse Rede und Antwort. Foto: Monika Schütz

Man kennt ihn. Man wartet auf ihn. Abends um 20 Uhr ist seine Zeit. Diesmal war Jan Hofer persönlich da. Der Chefsprecher der Tagesschau war zu Gast in der Adam-Riese-Halle und gewährte rund 800 Gästen einen interessanten Blick hinter die Kulissen seiner Arbeit. Eingeladen hatte Hofer die Sparkasse Coburg-Lichtenfels im Rahmen der Wirtschaftstage.

"Eine Persönlichkeit, die etwas zu sagen hat", stellte ihn der Vorstandsvorsitzende Martin Faber dem Publikum vor. Das Thema hatte sich der Wahl-Hamburger Hofer selbst herausgesucht: "Die Nachricht hinter der Nachricht". Und der 69-Jährige weiß, wovon er spricht, als er in seinem gut einstündigen Vortrag Hintergründe und Fakten rund um die Nachrichten aus aller Welt präsentiert.

Hofer wuchs im nordrhein-westfälischen Wesel auf und studierte Betriebswirtschaftslehre in Köln. Nebenbei arbeitete er zeitweise in der Hörfunkredaktion der Deutschen Welle. 1976 stand der Entschluss fest, Journalist zu werden. Hofer begann ein Volontariat bei verschiedenen Rundfunkanstalten. 1983 startete er erste Gehversuche als Fernsehmoderator beim Regionalprogramm des Saarländischen Rundfunks.

Zwei Jahre später war er bereits das Gesicht der Tagesschau. 2002 ist er beliebtester Nachrichtensprecher des Formats. 2004 wird er schließlich zum Chefsprecher ernannt, was ihm den Spitznamen "Mr. Tagesschau" einbringt.

Jan Hofer ist seriös und kompetent. Und er hinterfragt. Täglich schauen im Schnitt zehn Millionen Zuschauer die Tagesschau an. Mehr als vier Millionen nutzen die Tagesschau-App oder verfolgen die Sendung auf Facebook, mehr als eine Million Follower sind es auf Instagramm.

Die Tagesschau, so Hofer, ist gemessen an den Bevölkerungszahlen, die derzeit erfolgreichste Nachrichtensendung der Welt. Neun Rundfunkanstalten in Deutschland liefern die Informationen, die in der Chefredaktion in Hamburg sortiert und gefiltert werden. Dazu liefern die drei Nachrichtenagenturen DPA, AFP und Reuters Informationen, Texte und Bildmaterial.

Größtes Korrespondentennetz

Die Tagesschau hat das weltweit größte Korrespondentennetz, sendet im Mobil-Format, in den Dritten Programmen und im ersten Programm mittlerweile rund um die Uhr.

Den Zuhörern erklärt Jan Hofer, worauf es ankommt: Wie kann man gefälschte Meldungen, die Fake News, erkennen? Braucht man in Zeiten von Youtube, Facebook und Co. überhaupt noch das "richtige" Fernsehen?

Und was ist mit der Zeitung? Wer liest Nachrichten noch in Papierform? Hier stellt der Tagesschau-Chefsprecher eindeutig fest: "Zeitungen sind ein unverzichtbares Mittel der Information!" Etwas nachlesen können, etwas erklären: Stärken, die das Fernsehen so nicht hat. Auf eine der Zuschauerfragen nach dem Vortrag, ob es einem nur so vorkommt oder stimmt, dass es heute mehr schlechte Nachrichten als früher gebe, antwortet Jan Hofer: "Die Welt ist nicht schlechter geworden, es gibt auch nicht mehr schlechte Nachrichten - wir   wissen   es heute nur." Sein beeindruckendste Meldung in der Sendung, die stets live ist, enthielt er den Gästen nicht vor: Es war die Sendung vom 9. November 1989, dem Anfang des großen Umbruchs in Deutschland.

Mit einem Lächeln

Dass er auch Sinn für Humor hat, stellte Jan Hofer am Ende des Vortrages unter Beweis. Grinsten die Zuschauer bereits verschmitzt zu Beginn beim "Gong", der in lieber Gewohnheit die Tagesschau ankündigt und an diesem Abend auch den Vortrag eröffnete, so mussten sie auch schmunzeln, als Hofer kurz ein vom ihm verfasstes Buch erwähnte: "Liebe Lottofee, anbei meine Zahlen für kommende Woche" .

In Oberfranken ist Jan Hofer nicht zum ersten Mal. In seiner Freizeit liebt er es, mit seinem Oldtimer an Ausfahrten teilzunehmen. Vor allem das Coburger Land hat er mit seinem Mercedes Baujahr 1958 schon mehrere Male besucht.

"Die Presse interessiert sich für die Presse", scherzten der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Martin Faber, und Jan Hofer im Vorfeld des Vortrags. Fast eine Stunde lang hatte sich der Nachrichtensprecher Zeit genommen, um die Fragen der Reporter/Journalisten von Radio, Fernsehen und eben "der Zeitungen" zu beantworten. ds

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