Münnerstadt
Stadtrat

Mountainbike-Rundwege sind in Münnerstadt vorerst vom Tisch

Bei einer Gegenstimme hat der Stadtrat beschlossen, das EU-Leader-Projekt "Mountainbike Wegenetz im Landkreis Bad Kissingen - geplante Strecken auf Münnerstädter Gemarkung" derzeit nicht weiter zu ver...
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Bei einer Gegenstimme hat der Stadtrat beschlossen, das EU-Leader-Projekt "Mountainbike Wegenetz im Landkreis Bad Kissingen - geplante Strecken auf Münnerstädter Gemarkung" derzeit nicht weiter zu verfolgen. Die Bedenken gegen das Vorhaben waren einfach zu groß.

Stadtmanager Kilian Düring gab dem Stadtrat zunächst einen aktuellen Sachstandsbericht. Danach wurden durch Münnerstädter Gemarkung drei Routen geplant, welche größtenteils auf bereits bestehenden Rad- und Wanderwegen basieren. Bei vielen Gesprächen und vier Versammlungen, bei denen Jagdgenossen, Jagdpächter, Vertreter des Bauernverbandes, Waldkörperschaften, Waldbesitzer, Förster, Ortssprecher der Gewerbevereine und die Gastronomie vertreten waren, sei das Projekt des Landkreises ausführlich besprochen und kontrovers diskutiert worden.

Konfliktpotenzial

Dabei sahen die Teilnehmer Konfliktpotenzial bei schmalen Wanderpfaden und bei gleichzeitiger Nutzung der Wege durch die Land- und Forstwirtschaft. Bemängelt wurde auch die geplante Streckenführung durch FFH- und Naturschutzgebiete, schon jetzt sei das Freizeitaufkommen überhöht, und schließlich gab es Sicherheitsbedenken bei Jagden.

"Auf Grund dieser Sachverhalte hat die Verwaltung der Stadt Münnerstadt versucht, unter Berücksichtigung der aufgeführten Problematiken eine alternative Streckenführung zu erarbeiten" sagte Kilian Düring.

Allerdings haben die Jagdvorsteher und Jagdpächter des östlichen Stadtgebiets diese Alternativ-Routen ebenfalls abgelehnt, weil am Tierheim Wannigsmühle sehr viele Menschen und Tiere unterwegs sind. Die Jagdgenossenschaft Münnerstadt lehnte die Ausweisung solcher Strecken in Münnerstadt ebenfalls einstimmig ab, und der Ortsverband des Bayerischen Bauernverbandes ist gänzlich gegen das Projekt.

Mitteilung an den Landrat

Daraufhin sei Landrat Thomas Bold (CSU) über die Bedenken informiert worden mit der Bitte, eine Entscheidung noch zu verschieben. Inzwischen hat der Wirtschafts- und Umweltausschuss des Kreistages aber beschlossen, das Projekt weiterzuführen in den Orten, in denen eine Zustimmung vorliegt.

16 der 26 Kommunen im Landkreis ziehen mit, in vier seien keine geeigneten Rundwege vorhanden, weitere vier machen nicht mit, zwei seien noch unentschlossen, so Kilian Düring.

Helmut Blank dankte dem Stadtmanager, der viel Arbeit in das Projekt investiert habe. Allerdings sei die Meinung gegen die Wege sehr eindeutig. Der Bürgermeister führte Beispiele an, wo Mountainbike-Radwege ausgezeichnet wurden, was zu einem Aufschwung im Fremdenverkehr geführt habe. Trotzdem schlug er vor, das Thema für Münnerstadt ruhen zu lassen und zur gegebenen Zeit wieder aufzunehmen. Eins machte er deutlich: "Wenn ich die Bürger frage, bekomme ich ein anderes Ergebnis."

Dieter Petsch (Freie Wähler) dankte dem Bürgermeister und sprach sich gegen eine Fortführung des Projektes aus. "Wir vergeben uns nichts", stellte Helmut Blank fest. Sollte es in zwei, drei Jahren einen Boom geben, könne Münnerstadt das Projekt wieder aufnehmen. Jetzt sollte man es vertagen.

Leo Pfennig (Freie Wähler) meinte, dass man dies klarer mit der Formulierung "derzeit nicht weiter verfolgen" ausdrücken könne, was er zum Antrag erhob. Dieser bekam die Zustimmung, lediglich Fabian Nöth (Neue Wege) war dagegen. Er stimmte dann auch gegen den Vorschlag, dass Münnerstadt das Leader-Projekt des Landkreises derzeit nicht weiter verfolgen wird.

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