LKR Coburg

Mountainbike-Projekt gewinnt

Bei "Gesund leben in der Region Coburg - Jugend bewegt" siegte die Neustadter Mittelschule am Moos.
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Im Landratsamt fand die Preisverleihung zum Wettbewerb "Gesund leben in der Region Coburg - Jugend bewegt" statt.  Foto: Wendelin Mark
Im Landratsamt fand die Preisverleihung zum Wettbewerb "Gesund leben in der Region Coburg - Jugend bewegt" statt. Foto: Wendelin Mark
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Angesichts des heißen Wetters dieser Tage ist das Wort Bewegung ein Unwort. Man versucht, nicht daran zu denken und alles zu vermeiden, was damit zu tun hat. Und doch stand das Thema Bewegung am Dienstag im Mittelpunkt.

Im Landratsamt fand die Preisverleihung zum Wettbewerb "Gesund leben in der Region Coburg - Jugend bewegt" statt. Zusammen mit dem Gesundheitsamt Coburg hat die "Gesundheitsregion Plus" Institutionen wie Sportvereine oder Jugendvereine, Schulen und andere Verbände dazu aufgerufen, sich mit Projekten zu bewerben, die Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren in Bewegung bringen. Und das schon zum fünften Mal in Folge.

Auch dieses Jahr gingen wieder zwölf Bewerbungen ein. Die vier besten Ideen wurden durch eine Jury ausgewählt und mit Preisgeldern zwischen 100 und 400 Euro belohnt. "Das zeigt, dass es nicht an guten Ideen mangelt", erklärte Constanze Scheibl von der "Gesundheitsregion Plus". "Wir sind jedes Jahr wieder von der Vielfalt der Bewerbungen überrascht. Jedes Jahr gibt es wieder neue Ideen", sagte Sarah Lappert vom Gesundheitsamt Coburg. So hat der TSV Beiersdorf sich überlegt, Pferde und turnende Kinder zusammenzubringen. Unter dem Titel "Voltigieren - Turnen auf dem Pferd" üben 13 Kinder, mit Pferden umzugehen, auf ihnen zu reiten und auf ihrem Rücken akrobatische Kunststücke zu vollführen.

Aus Tischen wird Platte

In dem Jugendtreff der Kirchengemeinde Scheuerfeld-Weidach hatten die Kinder Lust, Tischtennis zu spielen. Weil keine Platte vorhanden war, wurden eben vier Tische zusammengeschoben. Ein Ersatznetz fand sich auch - und so wurde gespielt. Die Betreuer haben diese Idee aufgegriffen und ein Turnier veranstaltet. Nun wollen sie mit dem Preisgeld eine richtige Tischtennisplatte anschaffen.

Ebenso aus der Not geboren ist das Torwand-Finale, das Schüler der Mittelschule Rödental-Oeslau ins Leben gerufen haben. Als sie wegen Bauarbeiten aus ihren gewohnten Schulgebäuden in ein Zwischenquartier verlegt wurden, stellten die Schüler schnell fest, dass etwas Entscheidendes fehlt: die Möglichkeit, sich in den Pausen auszutoben. Der Hausmeister und ein Lehrer ergriffen die Initiative und bauten kurzerhand eine Torwand. Die jeweils Besten aus jeder Klasse können nun gegeneinander antreten. Jeder, der ein Tor schießt, darf seinen Namen auf der Wand verewigen. Auch einzelne Lehrer bolzen mit. Diesen Sommer geht das sogenannte Torwand-Finale in die zweite Runde.

Nicht nur die Schüler

Auch das Gymnasium Alexandrinum hat nicht nur Schüler für Sport begeistert. Am Sportabzeichentag konnten sich auch Eltern und Lehrer in den Kategorien Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Ausdauer ihre Medaillen verdienen. In Zukunft soll vielleicht eine ganze Woche daraus werden.

Der erste Preis geht aber nach Neustadt. Dem Leiter der Mittelschule am Moos, Jens Alex, war klar, dass für langfristige sportliche Begeisterung seiner Schüler die innere Motivation ausschlaggebend ist. So ließ er die Schüler abstimmen, was sie am liebsten an der Schule haben würden. Diese stimmten für Mountainbikes, und so verfügt die Schule jetzt über elf dieser Fahrräder, die für den Sportunterricht ausgeliehen werden können. So sei gewährleistest, dass alle Fahrräder verkehrssicher und funktionsfähig seien, erklärte Jens Alex die Anschaffung. "Wenn jeder sein eigenes Fahrrad mitbringt, wäre ich erst einmal damit beschäftigt, alle Räder zu prüfen, und dann sind die 90 Minuten auch schon wieder um." Die 400 Euro Preisgeld können die Neustadter gut gebrauchen. "Das ganze Projekt ist nicht im Haushalt vorgesehen. Wir müssen das irgendwie anderweitig finanzieren", erklärte der Schulleiter. Allein die Räder haben knapp 10 000 Euro gekostet.

Die Ideen sind also da, sie brauchen nur Unterstützung, um an die Öffentlichkeit zu kommen, wo sie dann von anderen aufgegriffen werden können. "Deswegen suchen wir die Preisträger auch danach aus, wie einfach sich die Idee auf andere Gemeinden, Schulen, Vereine etc. übertragen lässt und wie langfristig sie angelegt ist", erklärte Constanze Scheibl. Auch für andere Schulen in der Region tauge die Idee mit den Mountainbikes, fügte sie hinzu.

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