Neuenmarkt

Möglichst naturnahe Gräben

Das Gremium genehmigte Mehrkosten, die bei der Straßenentwässerung im Fliederweg entstehen. Im Neubaugebiet "Steigengasse" bleibt der Wasserabfluss erhalten.
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Ein Teilbereich des "Gasgrabens" mit dem Auslaufbauwerk des Entwässerungsgrabens aus dem Neubaugebiet "Steigengasse."  Foto: Werner Reißaus
Ein Teilbereich des "Gasgrabens" mit dem Auslaufbauwerk des Entwässerungsgrabens aus dem Neubaugebiet "Steigengasse." Foto: Werner Reißaus

Die abschließenden Sanierungsarbeiten an der Jägerstraße und im Fliederweg werden aller Voraussicht nach erst Mitte November von der ausführenden Firma Günther-Bau GmbH aus Stadtsteinach zum Abschluss gebracht. Dies mussten die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses bei ihrer jüngsten Sitzung zur Kenntnis nehmen, die auch mit einer Ortsbesichtigung in den fraglichen Bereichen verbunden war.

Verständnis für Anlieger

Bürgermeister Siegfried Decker (NG) zeigte dabei Verständnis für die Kritik der Anlieger, aber die derzeitige Hochjunktur auf dem Bausektor und die fehlenden Facharbeiter machen das Arbeiten der regionalen Bauunternehmungen immer schwieriger: "Wir drängen ständig und uns wurde zugesichert, dass die Arbeiten noch vor der schlechten Witterung bis Mitte November zum Abschluss kommen. Wir spüren dabei natürlich, dass die Firmen bis zum Gehtnichtmehr ausgelastet sind." Wie der Bürgermeister weiter berichtete, sind die Erneuerungen der Hauptwasserleitungen in der Jägerstraße und dem Fliederweg abgeschlossen. Damit wird die Wasserversorgung weiter gesichert und die Wasserverluste in diesem Bereich vermieden.

Arbeiten an den Regenrinnen

Derzeit ist die Firma Günther-Bau GmbH damit beschäftigt, kleine Verbesserungen an den Regenrinnen entlang der Jägerstraße und eine Verstärkung des Straßenunterbaues im Fliederweg vorzunehmen. Diplom-Ingenieur Andreas Höhne zeigte die Problematik im Fliederweg auf, denn auf der gesamten Länge bringt die Lastplatte keine akzeptablen Werte, weil der Straßenkörper auf nicht standsicherem Untergrund aufgebaut wurde. Die geplante Sanierung könne deshalb nach Ansicht des Fachmanns aus technischen und wirtschaftlichen Gründen in der geplanten Form nicht durchgeführt werden. Der Vorschlag von Höhne, eine mindestens 30 Zentimeter starke Füllschicht aufzubauen und die mit einer zehn Zentimeter starken Trag- sowie einer vier Zentimeter starken Deckschicht zu versehen, fand auch die Zustimmung des Bau- und Umweltausschusses.

Für die bislang fehlende Straßenentwässerung werden Spitzgrabensteine mit drei Einläufen gesetzt. Das bedeutet eine deutliche Massenmehrung und damit auch einen erhöhten Kostenaufwand. Der Bau- und Umweltausschuss hat auch diese Mehrkosten "abgesegnet", weil sie nicht vorhersehbar waren.

Sowohl in der Lindenstraße als auch im Fliederweg muss das Bayernwerk noch ein Straßenbeleuchtungskabel verlegen. Die Arbeiten nimmt die Firma FEG aus Naila vor. Zusammen mit den Sanierungsarbeiten in der Friedhofstraße und im Tulpenweg - sie sind entweder noch in diesem Jahr oder im Frühjahr 2019 vorgesehen - wird die Gemeinde Neuenmarkt mit der Jägerstraße und dem Fliederweg im laufenden Haushaltsjahr rund eine Million Euro in den Straßenunterhalt investieren.

Bürgermeister Decker: "Für die während der Bauzeit aufgetretenen, unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen bittet die Gemeinde um Verständnis." In diesem Zusammenhang ging Bürgermeister Decker auch auf die Abschaffung des Straßenausbaubeitrags ein, denn die Rechtsgrundlage zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen, die seit 1974 bestand, wurde rückwirkend zum 1. Januar 2018 abgeschafft.

Die Gemeinde selbst kann vom Freistaat Bayern die Erstattung von Beitragsausfällen für abgeschlossene und laufende Maßnahmen oder verauslagte Planungs- und Vorbereitungskosten ab 1. Januar 2019 beantragen, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. "Grundstückseigentümer werden entlastet, alle Bürger gemeinsam werden nun mehr belastet. Wie stark diese Belastung letztlich ausfallen wird, hängt von der Höhe der bereitgestellten Mittel für die Kompensation der gemeindlichen Straßensanierungsmaßnahmen durch den Freistaat Bayern ab", so der Bürgermeister.

Für künftige Ausbaumaßnahmen wird ab 2019 eine pauschale Finanzierungsbeteiligung geschaffen, die im Rahmen des Doppelhaushalts 2019/2020 des Freistaates Bayern zu regeln ist. Was die Sanierungsmaßnahmen am gemeindlichen Straßennetz für das kommende Haushaltsjahr 2019 angeht, werden die Schul- und Bergstraße sowie ein Teilbereich des Schrenkwegs vorgeschlagen. Es stehen weiter die Erneuerung der Laubenstraße für den Bauabschnitt I sowie der Ausbau der Dorfstraße an. Bürgermeister Decker: "Wir warten gespannt auf die Ausgleichsregelung für den Wegfall der Straßenausbaubeiträge."

Aus gemeindlichen Mitteln

Erhebliche Mittel hat die Gemeinde Neuenmarkt für den Gewässerunterhalt im Bereich des "Gasgrabens" und "Hutweidbachs" aufgewendet. Die Arbeiten wurden von der Firma Martin Simon, Wallenfels, mit rund 6200 Euro ausgeführt.

Wie Bürgermeister Decker erklärte, wird damit das Gewässerbett für den Wasserabfluss erhalten und die Gräben werden möglichst naturnah gestaltet und bewirtschaftet: "Größere Ausbaumaßnahmen sollen später im Rahmen des Gewässerentwicklungskonzeptes mit staatlicher Förderung umgesetzt werden. Der laufende Unterhalt erfolgt aus gemeindlichen Haushaltsmitteln. Eine Kostenbeteiligung der Anlieger ist nicht geplant."

Mit der Umrüstung von 142 Straßenleuchten auf LED wird nicht nur weniger Energie verbraucht, sondern es ist auch finanziell ein Vorteil, und es werde auch CO2 eingespart. Die Kosten für die Umrüstung bezifferte Bürgermeister Decker auf 11 357 Euro. Der Bürgermeister unterrichtete den Bau- und Umweltausschuss noch über den aktuellen Sachstand der Flurneuordnung in Schlömen für den Radwege- und Wirtschaftswegbau zwischen Schlömen und Himmelkron sowie der Flurneuordnung von Neuenmarkt mit dem Wegeausbau "Ruppertsweg" und "Güteräcker": "Die Verfahren sind bereits beim Amt für Ländliche Entwicklung angemeldet, leider geht es in Ermangelung eines Planers im Verfahren nicht weiter."

Für den "Weitersbacher Weg" vom See zum Aussiedlerhof Beyerlein soll eine Fördermöglichkeit geprüft werden. Für den Gewässerunterhalt im Bereich des "Gasgrabens" und "Hutweidbaches" wurden rund 6200 Euro aufgewendet. Die Arbeiten wurden von der Firma Martin Simon, Wallenfels, ausgeführt.

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