Coburg

Möglichst lange leben

Autor Gerd Reuther spürt alten Medizinern nach und stellt Aktualität her.
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Gerd Reuther, Arzt, Medizinhistoriker und Bestsellerautor spricht am Dienstag in der Landesbibliothek. Foto: privat
Gerd Reuther, Arzt, Medizinhistoriker und Bestsellerautor spricht am Dienstag in der Landesbibliothek. Foto: privat

Ein langes und gesundes Leben wünschen sich alle. Das war vor 222 Jahren nicht anders als heute. Damals erschien Christoph Wilhelm Hufelands Buch "Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern". Es war ein Verkaufsschlager und machte seinen Verfasser, Hof- und Stadtarzt in Weimar und Universitätsprofessor in Jena, zur Berühmtheit. Der Aktualität von Hufelands Buch für die heutige Zeit spürt Gerd Reuther in seinem soeben erschienen Buch "Die Kunst, möglichst lange zu leben" nach.

Zeitreise

Sein Vortrag am Dienstag, 25. September, 19 Uhr in der Landesbibliothek Coburg gilt der Entstehungszeit von Hufeland Buch. Er nimmt die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in das ausgehende 18. Jahrhundert, als im Zuge der französischen Revolution gedacht und geschrieben werden konnte, was vorher als undenkbar galt. Davon war auch die Medizin betroffen, deren Hotspot damals - und das mag manchen überraschen - für einige Jahre in Jena und Bamberg lag. Es treten auf: der zunächst anonym gebliebene Nürnberger Drahtziehersohn, Arzt und Philosoph Johann Benjamin Erhard, der bereits genannte Weimarer Arzt und Menschenfreund Christoph Wilhelm Hufeland, der gebürtige Lichtenfelser Andreas Röschlaub und der als Urheber der Homöopathie heute noch präsente Samuel Hahnemann.

Sie alle und mancher zeitgenössische Mediziner mehr sind mit ihren Schriften in den historischen Büchersammlungen der Landesbibliothek Coburg bestens vertreten. Das gilt nicht zuletzt für den Coburger herzoglichen Leibarzt und Professorenkollegen Hufelands in Jena Christian Gottfried Gruner.

Ausstellung im Foyer

Flankierend zum Vortrag sind daher diese Bücher im Foyer der Bibliothek in einer neuen Ausstellung "Ein langes und gesundes Leben? - Christoph Wilhelm Hufeland und der Aufbruch der Medizin um 1800" versammelt.

Welchen Zündstoff sie teilweise enthielten und wie - durchaus auch mit spitzer Feder - um die beste Behandlung für die Menschen gerungen und gestritten wurde, erfahren die Zuhörer in Gerd Reuthers Vortrag. Keineswegs alles gehört auf den vermeintlichen Müllhaufen der Geschichte. Vielmehr wächst manchen Empfehlungen in unserem heutigen hochspezialisierten und technisierten Medizinbetrieb neue Aktualität zu für alle, die sich fragen: "Ist es eine Kunst, möglichst lange zu leben?" - seien es nun medizinische Laien oder Fachleute.

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