Herzogenaurach

Modulbau - Modell der Zukunft?

Der geplante Kindergarten im Baugebiet Reihenzach entsteht als Fertighaus in Holz. Das geht wesentlich schneller als ein gewöhnliches Haus. Für die Stadt ideal: Sie steht unter Zeitdruck.
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Auf diesem Grundstück entsteht die Kindertagesstätte. Die neben der Neuapostolischen Kirche verlaufende Karlsbader Straße wird verlängert. Im Moment stehen dort Recycling-Container.  Foto: Bernhard Panzer
Auf diesem Grundstück entsteht die Kindertagesstätte. Die neben der Neuapostolischen Kirche verlaufende Karlsbader Straße wird verlängert. Im Moment stehen dort Recycling-Container. Foto: Bernhard Panzer

Bernhard Panzer Der neue Kindergarten im Baugebiet Reihenzach, an der Flughafenstraße unweit des Puma-Kreisels gelegen, soll schon im September bezugsfertig sein. Und das, obwohl das Grundstück noch völlig leer steht und nichts darauf hinweist, dass dort schon im Herbst ein Gebäude für rund 150 Personen stehen wird.

Die Modulbauweise macht's möglich: Es wird eine Art Fertighaus in Holzbauweise. Vorgefertigte Module werden mit dem Lkw angeliefert und aufgestellt. Optisch sind sie Containern ähnlich, nur aus energetischer Sicht wesentlich weiter entwickelt. Solche Häuser in Modulbauweise können sogar Passivhaus-Standard entsprechen.

Retta Müller-Schimmel von den Grünen war schon deshalb sehr angetan von dieser Lösung. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses fand sie die Modulbauweise toll. Und auch aus den anderen Fraktionen gab's Lob für diese Form des Bauens und für die "durchdachte Planung" (Bernhard Schwab, CSU). Manfred Welker von den Freien Wählern gefiel besonders die Holzbauweise. Vielleicht sollte man generell mehr mit Holz bauen, meinte er.

So viel Lob motivierte offenbar Stephan Wirth (CSU) zu einer Frage. Es sei ja nun schon der "xte" Kindergarten, den die Stadt baut. Und jedes Mal werde in den letzten Jahren das Rad von Neuem erfunden, meinte Wirth. Könnte man nicht künftig immer die Modulbauweise hernehmen, fragte er an. Die einzelnen Elemente ließen sich seiner Meinung doch leicht anpassen. Somit könnte man sich Zeit und Geld sparen.

So einfach sei das aber nicht, antwortete Bürgermeister German Hacker (SPD). Bei jedem Projekt seien die Voraussetzungen anders. Im Prinzip könnte man das tun, aber man sollte dennoch individuell planen können. Jürgen Bisch vom beauftragten Büro jb-Architekten verwies darauf, dass sich die Richtlinien ständig ändern. Prinzipiell würden Module nahezu an jede Stelle passen. Aber die Inhalte seien durch die individuellen Wünsche jedes Mal neu. Bisch: "Es ist immer ein neues Planen."

Der neue Kindergarten ist zunächst als eine Übergangslösung gedacht. In den ersten Jahren ziehen dort die Kinder des künftigen Kindergartens St. Josef 2 in Niederndorf ein, bis deren Kita im neuen Pfarrzentrum gebaut ist. Und auch das Martin-Luther-Kinderhaus im Lohhof nutzt das neue Gebäude als Ausweichquartier, solange das Stammhaus saniert wird. Danach wird das Objekt Reihenzach feste Kindertagesstätte für Montessori. Als "Montessori 2 " ergänzt der Neubau den bisherigen Montessori-Kindergarten, er ersetzt ihn nicht.

In der Sitzung gab es auch etwas Skepsis, was das pädagogische Konzept betrifft. Holger Auernheimer (SPD) vermisste im Planungsentwurf Einzeltherapieräume und Kurt Zollhöfer (CSU) bezweifelte, dass die vielen Gruppenräume ein offenes pädagogisches Konzept zulassen. "Lassen sich die Räume auflösen?" Bürgermeister Hacker verwies darauf, dass die Ausgestaltung mit der evangelischen Kirche als Träger abgestimmt sei. Pfarrerin Nina Mützlitz habe ganze Arbeitstage mit dem Thema verbracht.

Jürgen Bisch erläuterte, dass man zusätzlich zu den Gruppenräumen auch einen gemeinsamen separaten Bereich habe. In den Gruppen haben die Kinder dann einen "für sie exklusiv gewidmeten Bereich". Die Gestaltung sei vom Träger so gewünscht worden, "es ist Raum für Raum abgefragt worden", erklärte der Architekt.

Weitere Fragen richteten sich nach der Möglichkeit einer Erweiterung, entweder als Aufstockung oder Anbau. Grundsätzlich wäre beides schon möglich, sagte Jürgen Bisch. Nur verhältnismäßig wäre das nicht, der Aufwand wäre zu groß. Und aus Erfahrung könne er sagen, dass das auch nicht gewünscht werde.

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