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Ebern

Modern und ausgebucht

Die Meisterschule für Schreiner in Ebern ist nach umfangreichen Bauarbeiten und dank ihrer Ausbildungserfolge für die Zukunft gerüstet.
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Der Neubau des Wohnheimes der Schreiner-Meisterschule in der Gleusdorfer Straße wurde vorwiegend aus Holz errichtet. Foto: Eckehard Kiesewetter
Der Neubau des Wohnheimes der Schreiner-Meisterschule in der Gleusdorfer Straße wurde vorwiegend aus Holz errichtet. Foto: Eckehard Kiesewetter
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Das Gröbste ist geschafft! Mit dem Neubau des Wohnheimes und Umbauten im Schulgebäude hat der Zweckverband Schreinermeisterschule Ebern die Bildungseinrichtung für die Zukunft gerüstet. Dem Zweckverband gehören der Bezirk Unterfranken, der Landkreis Haßberge, die Stadt Ebern und der Fachverband Schreinerhandwerk Bayern an. Den Löwenanteil trägt mit 72 Prozent der Bezirk; Vorsitzender des Zweckverbandes ist Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel.

Rund 3,6 Millionen Euro wurden laut Baureferent Ottmar Zipperich zuletzt investiert. Zwei Millionen in das neue Wohnheim, der Rest in die Modernisierung der Schule, die behindertengerecht gestaltet wurde. Der Brandschutz und der EDV-Bereich wurden erneuert, Fenster ausgetauscht, der Dachboden gedämmt, ein Treppen-Lift und ein behindertengerechtes WC im Aula-Bereich eingebaut, sowie ein neuer Pausenverkauf eingerichtet. Geheizt wird jetzt mit einer neuen Gasheizungsanlage, die durch Solarenergie unterstützt wird.

Moderne Unterkünfte

"Wir haben ein richtiges Schmuckkästchen nach Ebern gestellt!" , sagte Zipperich zum Wohnheimanbau, für den das alte Wohnheim abgerissen wurde. Der Jugendherbergs-Charme ist einer modernen Einrichtung mit 20 Wohneinheiten auf zwei Etagen gewichen, jede 18 bis 20 Quadratmeter groß und mit Bad, WLAN und stylischen Möbeln ausstaffiert. Ein Zimmer ist behindertengerecht gestaltet.

Dazu gibt es in jeder Etage eine Küche mit Aufenthaltsbereich. Das Fichtenholz-vertäfelte Gebäude, von manchen Ebernern etwas spöttisch als "Holzklotz" bezeichnet, findet in Fachkreisen Lob für seine elegante Gestaltung, aber auch wegen der besonderen Atmosphäre, die nur Holz bieten könne.

Die Arbeiten zeigten, dass der Standort Ebern von der Meisterschule nicht nur für sein Schulstadt-Image-profitiert. 19 der 20 Firmen, die bei den verschiedenen Gewerken zum Zug kamen, stammen aus der Stadt oder der näheren Region. Weil die meisten der Meisterschüler dagegen nicht aus der Umgebung kommen, sind die Zimmer im Wohnheim sehr begehrt.

Die Kosten für die baulichen Veränderungen sind im Haushaltsjahr 2019 abgeschlossen worden, sagte Geschäftsleiter Andreas Polst bei der Beratung des Etats für das kommende Jahr. 2020 stünden allerdings für Maschinen und im Bereich der Digitalisierung nochmals größere Investitionen an. Polst bezifferte das Volumen des Haushalts auf etwas mehr als 1,637 Millionen Euro. Auf die Verbandsmitglieder komme 2020 voraussichtlich eine Umlage in Höhe von knapp 575 000 Euro zu - 5,48 Prozent mehr als 2019.

"Wir machen keine neuen Schulden", betonte Vorsitzender Dotzel bei der Haushaltdebatte. Das neue Wohnheim lobte der Bezirkstagspräsident und Verbandsvorsitzende als "gelungene Baumaßnahme", mit der die Schule fit für die Zukunft sei.

Auf Lob der Versammlung stieß Schulleiter Oliver Dünisch mit seinem Bericht über die Situation an der Schule. Der aktuell verabschiedete Meisterkurs habe überdurchschnittlich gut abgeschlossen, sagte Dünisch. Alle Absolventen hätten das Schulziel erreicht, vier von ihnen erhielten sogar den Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. Die drei momentanen Kurse seien mit 55 Schülern, darunter sechs Frauen, belegt, die zum überwiegenden Teil aus Bayern, aber auch aus Baden-Württemberg, Hessen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein kommen.

Als eines der "zentralen Themen" der schulischen Infrastruktur bezeichnete Dünisch die Digitalisierung seiner Schule. Drei der Unterrichtsräume seien bereits mit digitalen Tafeln ausgestattet. Zur Öffentlichkeitsarbeit zählte Schulleiter Dünisch unter anderem einen gemeinsam mit dem Städtebauinstitut der Universität Stuttgart durchgeführten Workshop "Dorfplanung Neubrunn" und eine Projektpräsentation "Aus- und Weitsichten", bei der es um Außenmöbel an markanten Orten im Landkreis Haßberge ging. mm/eki

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