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Baiersdorf

Mobilität ohne Auto großes Anliegen

Unter der Leitung von Martin Fladt und Alexander Breit von der Firma "Umbaustadt" aus Frankfurt trafen sich gut 20 junge Leute in den Räumen der Jugendorganisation Baiersdorf (Job), um sich mit der Stadtentwicklung zu befassen.
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Die Jugendlichen trugen bei dem Workshop ihre thematischen Schwerpunkte zusammen und diskutierten darüber, was sinnvoll für die Stadtentwicklung von Baiersdorf sein könnte. Foto: Pauline Lindner
Die Jugendlichen trugen bei dem Workshop ihre thematischen Schwerpunkte zusammen und diskutierten darüber, was sinnvoll für die Stadtentwicklung von Baiersdorf sein könnte. Foto: Pauline Lindner

Dem Workshop der Jugendorganisation Baiersdorf lag der ausdrückliche Wunsch des Stadtrats zugrunde, bei der Stadtentwicklung auch die Jugend einzubinden. "Der Besuch ist gut angesichts der geringen Werbung", stellte Alexander Roll von der Job fest. Die meisten hätte man privat erreicht, denn es habe keine zentrale Seite gegeben,  erläuterte  Thomas Voit. Er regte eine generelle Infokette für Jugendliche über Whatsapp oder Instagram an. Dort gebe es die Möglichkeit, dass nur ein Administrator Nachrichten für die Gruppe hinterlassen könne. Von Schulen werde dies häufig genutzt.

Als jugendspezifische Wünsche kristallisierten sich schnell eine Jugend-Bürgerversammlung, die durchaus wie die normalen verlaufen solle, aber thematische Schwerpunkte setze, und ein Jugendbeirat heraus. Dabei denkt man an ein Gremium aus Stadträten, der Jugendpflegerin Verena Fiedler und Personen aus Kirchen und Vereinen, die eine ähnliche Funktion haben, und natürlich Jugendlichen. Den Wunsch nach einem digitalen Amtsblatt werden auch viele Bürger über 27 befürworten.

Spielplätze im Visier

In zwei Phasen erarbeiteten die Jugendlichen verschiedene Themen und stellten Überlegungen zu derer Umsetzung an. Die Räume der Job sind ihrer Meinung nach "ein bisschen verkommen". Eine attraktivere Ausstattung (Spielgerät), ein besserer Name und mehr Werbung könnten Abhilfe schaffen. Eine Standortalternative zum Keller der Mittelschule könnte das Lagerhaus am Bahnhof sein.

Die Spielplätze in der Hut und am Linsengraben sollten mehr Altersgruppen ansprechen, zum Beispiel durch den Ausbau des Wasserspielplatzes. Einen Naturspielplatz kann man sich dort, wo Äste und Material liegen, auch gut vorstellen, wenn der Bauhof eventuell Werkzeuge zur Verfügung stellt. Umgesetzt werden könnte das als ein Projekt der Job. Fladt empfahl den Jugendlichen, dafür auch Kontakt mit Berufsschulen aufzunehmen. Dort gebe es in den praktischen Fächern oft Werkstücke wie Minidächer bei Zimmererleuten.

Mobilität ohne Auto war in allen Variationen ein großes Thema, ebenso das 365-Euro-Jahresticket und eine einheitliche Tarifzone für ganz Baiersdorf. Derzeit kommt durch das Auseinanderklaffen eine Fahrt von Igelsdorf ins Stadtzentrum auf zwei Euro, wusste ein Betroffener. Überhaupt wünschen sich die Jugendlichen eine bessere Verbindung zwischen den Ortsteilen und nach Forchheim. Dazu gehörten auch der Radwege-Ausbau, vor allem zwischen Hagenau und Igelsdorf, und als Ergänzung Mitfahrbänke.

Ein Tag im Rollstuhl

Zu schmale Gehwege sind den Jugendlichen an vielen Stellen in der Stadt aufgefallen. Roll schlug, um den Stadtrat zu sensibilisieren, einen Härtetest vor: Wie "Bufdis" müssten Ratsmitglieder mal einen Tag die Stadt im Rollstuhl oder mit Rollator erkunden.

Weitere Ideen waren eine Fahrradreparaturstation, eine Tankstelle für alternative Antriebe, eine Spritzeisfläche vor der Mittelschule, ein Radtreff ähnlich dem Lauftreff, ein Mountainbike-Park (da sei allerdings der Aufwand vergleichsweise groß, meinte ein Teilnehmer), Sprayer-Flächen an Trafohäuschen und an den Schallschutzwänden. Auch das Vermüllen des Geländes am Baggersee war ein Thema. Der Ausee sollte zum Schutz der Wasserqualität ausgebaggert werden.

"Vieles hat mich nicht überrascht - ich hatte es hier im Ort schon gehört", beurteilte Fladt die Ideensammlung. "Es ist aber wichtig, dass es von Jugendlichen gesagt wurde."

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