Langendorf

Mobbing hat viele Gesichter

Mobbing hat viele Ursachen und schlimme Auswirkungen. Die Johannes-Petri-Grund- und Mittelschule in Elfershausen-Langendorf hat sich in Zusammenarbeit mit i...
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Christian Brodt zeigte Wege auf, wie man Mobbing in der Schule begegnen kann.  Foto: Bernhard Hereth
Christian Brodt zeigte Wege auf, wie man Mobbing in der Schule begegnen kann. Foto: Bernhard Hereth
Mobbing hat viele Ursachen und schlimme Auswirkungen. Die Johannes-Petri-Grund- und Mittelschule in Elfershausen-Langendorf hat sich in Zusammenarbeit mit ihrer Elternvertretung verstärkt des Themas angenommen, auch wenn an einer kleineren Schule im vermeintlich heilen ländlichen Raum eher selten spektakuläre Fälle zu vermerken sind. Aber bei genauerem Hinschauen kann man auch hier Haltungen, Ansichten und Verhaltensweisen entdecken, die das friedliche, soziale Miteinander stören oder beeinflussen können.
Mit diesem Thema befasste sich ein Vortragsabend für Eltern, Lehrer, Erzieher und Interessierte. In der Aula des Schulhauses Fuchsstadt konnte ein Fachmann dazu begrüßt werden. Der Lions-Club Hammelburg-Trimburg-Saaletal konnte zur Unterstützung des Projektes gewonnen werden.
Christian Brodt ist Realschullehrer in Baden-Württemberg, Lehrbeauftragter für das Regionalpräsidium Stuttgart, Mediator, Ausbilder für Sozialtraining und daneben mit etlichen weiteren Aufgabenbereichen auch Vertreter des zwanzig Jahre existierenden Präventionsprogrammes "Konflikt-Kultur".
Er zeigte die verschiedenen Stufen des Mobbings, die Beteiligten und ihre Rollen, die Dynamik der Entwicklung und die Möglichkeiten des Eingreifens, aber auch die Gefahren bei der Anwendung von falschen Mitteln gegen das unerwünschte Verhalten auf. Brodt bezeichnet die "Täter" als Menschen, die mit fehlenden oder falschen Wertvorstellungen leben und die lernen müssten, die Grundbedürfnisse anderer zu achten. Dabei sei eine bewusste frühkindliche Erziehung mit Grenzen und Konsequenzen im Elternhaus ebenso nötig, wie in den Bildungseinrichtungen.


Drei Grundrechte

Mit den drei Grundrechten auf "Unverletzlichkeit des Körpers, des Herzens und der Seele sowie des Eigentums" könne das tragfähige Fundament eines sozialen Miteinanders gelegt werden. Auf die Achtung dieser Rechte müssen aber alle Beteiligten und Verantwortlichen jederzeit und beständig mit abgesprochenen, einsichtigen und sinnvollen Maßnahmen reagieren. Es wurde deutlich, dass nur mit gemeinsamen Werten von Elternhaus und beruflichen Bildungsverantwortlichen Erfolge zu erzielen sind.
Auch die Rolle von Medien und Kommunikationsmitteln wurde eindringlich dargestellt, so auch die Handynutzung. Brodt plädiert hier für eine Begrenzung, zum Beispiel durch die Verhinderung einer Nutzung während der Nacht oder bei den Hausaufgaben.
Der Vortrag brachte eine Fülle von Ansätzen, Diskussionspunkten und Überlegungen, wie das Thema an der Schule weiterverfolgt werden könnte. Der nächste Schritt wurde an der Schule schon getan.Bis zum Ende des alten und zu Beginn des neuen Schuljahres kann jeder Schüler an einem einwöchigen Training zur Selbststärkung und Selbstbehauptung, aber auch zur Schulung der Empathie teilnehmen .
Ein Angebot des Bildungswerkes Unterfranken mit mehreren Trainern wurde vom Elternbeirat initiiert und finanziell unterstützt. Die Lehrerschaft will zudem ihre schon bestehenden Systeme und Maßnahmen mit den neuen Erkenntnissen weiterentwickeln, um einen Lebensraum zu schaffen, in dem Kinder ohne Ängste und seelische Schäden ihren Bildungsweg gehen können. red
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