Mittelständler brauchen die EU

Landtagspräsidentin Ilse Aigner machte bei den CSU-Kreisverbänden Mut für die Europawahl.
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Landtagspräsidentin Ilse Aigner war der Ehrengast beim Neujahrsempfang der CSU in Erlangen.  Foto: Pascale Ferry
Landtagspräsidentin Ilse Aigner war der Ehrengast beim Neujahrsempfang der CSU in Erlangen. Foto: Pascale Ferry

"Ich sage immer spaßeshalber: auf einen Bayern kommen 150 Chinesen", so Ilse Aigner (CSU), neue Landtagspräsidentin und Ehrengast beim Neujahrsempfang der CSU-Kreisverbände Erlangen und Erlangen-Höchstadt am Samstag in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen.

Die von rund 500 Gästen besuchte Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Europawahl - die heuer am 26. Mai stattfindet - und unter den Eindrücken aus dem Katastrophengebiet in Oberbayern. Aigner blickte aber auch selbstkritisch zurück auf interne Querelen in der Koalition und Vertrauensverluste in 2018.

Der Großenseebacher CSU-Bundestagsabgeordnete Stefan Müller, der das Grußwort sprach, kam gleich zur Sache: "Streit gehört zur Demokratie - bei Ländern, in denen nicht gestritten wird, handelt es sich meist nicht um Demokratien. Bei der Flüchtlingsdiskussion waren aber Form und Stil nicht optimal." Aigner griff dies bei ihrer Festrede auf. Man müsse auch um Lösungen ringen dürfen, sagte sie und spielte auf Wählerverluste an.

Ihr langjähriger Weggefährte, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, spendierte Aigner ein Kompliment: "Die Art, wie du Politik machst, findet seit Jahren Anerkennung. Streit darf kein Selbstzweck sein."

Für Europa sieht sich die CSU mit Manfred Weber gut gerüstet, gerade weil er aufgrund seiner Herkunft vertraut ist mit der Aufgabenverteilung nach dem Subsidiaritätsprinzip. Nur das solle auf EU-Ebene geregelt werden, was auf lokaler oder nationaler Ebene nicht geregelt werden kann. Als ehemalige Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstrich Aigner die Bedeutung der EU. "Meinen wir wirklich, uns alleine gegen Giganten wie die USA und China verteidigen zu können, oder brauchen wir Europa?" Der Austritt von Großbritannien schmerze sie sehr, und sie kündigte dessen Folgen für Bayern an. Erlangen sei eine Boomregion in Europa und hänge von Exporten ab - nicht nur die Großen wie Siemens, Adidas und Schaeffler, sondern auch viele Mittelständler. Aigner drückt auch dem Kandidaten aus Herzogenaurach für den mittelfränkischen Spitzenplatz, Konrad Körner, die Daumen.

Die Schneekatastrophe im Alpenraum war beim Empfang sehr präsent. "Statt Seeon hätte es ,Schneeon' heißen müssen - wir sind mit Mühe und Not heimgekommen", sagte Stefan Müller. Herrmann, von Aigner als "Schutzpatron der inneren Sicherheit" tituliert, sprach den Einsatz des THW Baiersdorf im Kreis Traunstein an und dankte allen Einsatzkräften.



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