Höchstadt a. d. Aisch

Mittelschulen suchen Lehrer

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt sind noch nicht alle Planstellen besetzt. Es hapert offensichtlich auch an der Bezahlung.
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Die Spix-Schule wartet noch auf die Lehrer-Zuteilung. Foto: Andreas Dorsch
Die Spix-Schule wartet noch auf die Lehrer-Zuteilung. Foto: Andreas Dorsch
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Andreas Dorsch Nicht nur Handwerker aller Branchen haben derzeit beste Berufsaussichten. Auch Lehrer für Grund- und Mittelschulen werden dringend gesucht. Die Regierung von Mittelfranken hat jede Menge Lehrerstellen ausgeschrieben.

Siegfried David, Direktor des Staatlichen Schulamtes für Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt, fehlen allein für die Mittelschulen in seinem Bereich für das im September beginnende neue Schuljahr noch elf Lehrer. "Es wird bayernweit jeder genommen, der im Staatsexamen mit 3,5 oder besser abgeschnitten hat", sagt der Schulamtsdirektor. Die Aussichten, dann fest in den Staatsdienst übernommen zu werden, seien auch sehr gut.

Auf die offenen Stellen können sich auch arbeitslose Realschul- oder Gymnasiallehrer bewerben, oder Lehrer, die lange ausgesetzt haben. Auch wenn jetzt noch nicht alle Stellen besetzt sind ist David zuversichtlich, dass der Unterricht in den fünf Mittel- und etwa 30 Grundschulen im Landkreis Erlangen-Höchstadt am ersten Schultag nach den großen Ferien normal anlaufen wird.

Jede Schule werde dann genügend Lehrer und Lehrerstunden haben, kündigt David an. Notfalls gebe es noch die "Mobile Reserve". Diese Gruppe von Lehrern, die bei Personalengpässen einspringen, könne im Laufe des Schuljahres durch die Einstellung von Aushilfslehrern noch verstärkt werden.

Eine der von der Lehrerknappheit betroffenen Mittelschulen ist die Spix-Schule in Höchstadt. Hier sitzt Rektor Michael Ulbrich auf Kohlen, wartet er doch täglich auf die Nachricht vom Schulamt, wie viele der angeforderten Lehrer er tatsächlich bekommt. Erst dann könne er planen. Die vielen ausgeschriebenen Stellen bereiten ihm wenig Hoffnung, dass noch bis zum Ferienende alle Personalwünsche in Erfüllung gehen.

Neidvoll blickt Ulbrich Richtung Realschulen und Gymnasien: "Die haben ihre Zuweisungen schon länger." Gegenüber dem vergangenen Jahr fehlen an seiner Spix-Mittelschule im Lehrerkollegium "viele Köpfe".

Fragt man nach Ursachen für den Lehrermangel an Grund- und Mittelschulen, sind sich Schulamtsdirektor David und Rektor Ulbrich weitgehend einig. Es sei in erster Linie das Geld, das junge Leute davon abhalte, Lehramt für Grund- oder Mittelschulen zu studieren, sagt David. Ulbrich sieht in der Bezahlung "eine große Ungerechtigkeit", werden Mittelschullehrer doch eine Gehaltsstufe schlechter entlohnt als die Lehrer an anderen Schulen.

Ein weiterer Grund für den Mangel ist für den Chef des Schulamts die Tatsache, dass Studenten, die Lehrer werden wollen, die Mittelschule (die frühere Hauptschule) nie von innen gesehen haben. Mittelschulen haben häufig noch das Image dieser ehemaligen Hauptschulen. "Wer Lehrer wird, kennt die Mittelschule nicht", sagt Ulbrich. Er habe an der Spix-Mittelschule seit Jahren Kollegen von der Warteliste aus dem Gymnasialbereich, die an der Mittelschule bleiben möchten.

Ulbrich, als Stadtrat der Jungen Liste in Höchstadt selbst kommunalpolitisch aktiv, bricht eine Lanze für die Mittelschule und fordert mehr Unterstützung seitens der Politik. "Was ist einem Kultusminister die Mittelschule wert?," fragt sich der Rektor. Er ist enttäuscht, weil sich sein eigenes politisches Lager vor der Landtagswahl in Bayern für eine Angleichung der Lehrergehälter stark gemacht hat, vom Kultusminister aus den Reihen der Freien Wähler jetzt dazu aber nichts mehr zu hören ist.

Das Problem Lehrermangel wird den Erlanger Schulamtsdirektor David wohl noch länger begleiten. Die Schülerzahlen in seinem Zuständigkeitsbereich steigen - nicht nur an den Grund-, auch an den Mittelschulen.

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