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Schülerforum

Mittelschüler rangen um Friedensplan für den Nahen Osten

Die Schüler der Klasse 10M an der Mittelschule Pressig befassten sich in einem viertägigen Projekt mit dem Nahost- Konflikt. Sie sahen weit über den Tellerrand hinaus, lernten viel über den Konflikt u...
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Hannah Kauper und Betty Müller, die die Uno und Amnesty International vertraten, leiteten die Simulation der Friedenskonferenz. Foto: Hofmann
Hannah Kauper und Betty Müller, die die Uno und Amnesty International vertraten, leiteten die Simulation der Friedenskonferenz. Foto: Hofmann

Die Schüler der Klasse 10M an der Mittelschule Pressig befassten sich in einem viertägigen Projekt mit dem Nahost- Konflikt. Sie sahen weit über den Tellerrand hinaus, lernten viel über den Konflikt und beraumten eine Friedenskonferenz ein. Dabei ging es darum, eine Friedenslösung vorzuschlagen.

Nach drei Tagen intensiver Arbeit und Vorbereitung mit einem Mix aus eigenständiger Recherche, Diskussionen, Kurzreferaten und Erzählungen aus der persönlichen Erfahrung des Referenten Michael Ingber stand am letzten Tag des Projekts der Höhepunkt des Schülerforums "Naher Osten" an: die Simulation einer Friedenskonferenz, bei der alle teilnehmenden Schüler in die Rolle einer am Nahost-Konflikt beteiligten Gruppe oder eines Staates schlüpften, um zu versuchen, die Grundlage für einen Friedensprozess zu legen.

Bei der teils hitzig geführten "internationalen Friedenskonferenz" wurde den Schülern schnell bewusst, dass nicht nur Israel und die Palästinenser eine Lösung finden müssen, sondern auch die Großmächte USA, Russland, die EU, Saudi-Arabien sowie radikale Gruppierungen wie Al Quaida mit einzubeziehen sind. Am Ende des Planspiels einigten sich die Haupt-akteure auf ein Friedensabkommen, das eine Zwei-Staaten-Lösung und Verbesserungen für die Menschen im Gaza-Streifen vorsieht.

Auch wenn dieser Lösungsansatz keine Realität ist, zeige er doch, dass auch der Nahost-Konflikt lösbar sein könnte und Frieden möglich ist, meinten die Pressiger Schüler. Der lange Weg zu einem realen, dauerhaften Frieden in der Region könne nur über Verhandlungen auf Augenhöhe mit allen Beteiligten führen. Ein Neubeginn, bei dem die Vergangenheit ausgeklammert werden müsse, sei ebenso notwendig wie die Erziehung der jungen Generationen zu Friedfertigkeit, Toleranz und Dialogbereitschaft.

Und das sagen die Schüler dazu

Sehr präzise und fundiert kamen auch Antworten der Schüler auf Fragen unserer Zeitung. Claudia Perni zum Beispiel fand das Projekt sehr interessant, da Politik zum Alltag gehöre und alle viel gelernt hätten, besonders bei der simulierten Friedenskonferenz.

Die Projekttage seien sehr anstrengend, aber auch faszinierend, empfand Jessica Kröner und meinte, dass dieses Projekt auch für objektives Denken sensibilisiert habe.

Jonas Hofacker fühlte sich in die Lage eines Politikers versetzt, die eine andere Sichtweise auf die Problematik hätten.

Der Tag der "Friedenskonferenz" war für Selina Fehn der "absolut beste der vier Projekttage", er sei spannend und bewegend gewesen. "Wir haben im gesamten Projekt sehr viel über den Nahost-Konflikt und die Politik gelernt", war ihr Fazit.

Daniel Jungkunz ließ den Tag mit Michael Ingber nochmals Revue passieren. Dessen Erzählung habe gelehrt, die Dinge viel objektiver zu betrachten und kritisch zu hinterfragen. Zudem habe er persönlich einen Zugang zu wichtigen politischen Konflikten gewonnen. Und auch ihm habe die abschließende spannende Friedenskonferenz so richtig Spaß gemacht.

Michael Ingber ist Gastdozent an der Akademie für politische Bildung Tutzing als Projektleiter bei Schülerforen. Im Rahmen des Tutzinger Schülerforums Nahost-Region weilte er als Gastdozent an der Mittelschule Pressig. Sein Referat hatte die Schwerpunkte kritisches Denken, Begrifflichkeiten sowie Kulturen und Konflikte im Nahen Osten. eh



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