Ermershausen

Miteinander beflügelt Kandidaten

Günter Pfeiffer, seit 2014 Bürgermeister von Ermershausen, tritt bei der Kommunalwahl im März wieder an. Der Freie Wähler bleibt ohne Gegenkandidaten. Das Bürger-Engagement in seiner Gemeinde sieht er als Besonderheit an.
Artikel drucken Artikel einbetten
Günter Pfeiffer Foto: Christian Licha
Günter Pfeiffer Foto: Christian Licha

Eckehard Kiesewetter Günter Pfeiffer sitzt fest im Sattel. Bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr wird der Freie Wähler, der die kleinste Kommune Unterfrankens seit 2014 regiert, keinen Gegenkandidaten erhalten. Bei der Nominierungsversammlung der FW Mitte der Woche im Sportheim konnte der 55-Jährige ein einhelliges Votum verbuchen. Im Dorf gibt es zwar eine konkurrierende Liste für den Gemeinderat, die Ermershäuser Bürgerliste (EBL). Sie hat sich aber entschieden, den amtierenden Bürgermeister zu unterstützen. Ein Vertrauensbeweis.

Gerade in diesem Miteinander sieht Pfeiffer, der sich politisch engagiert, seit seine Gemeinde im Jahr 1994 die Selbstständigkeit erlangte, das Erfolgsrezept der Arbeit im 600-Seelen-Dorf: Er freue sich, dass zwei Listen zustande kommen und die Bürger bei der Wahl im März tatsächlich eine Auswahl haben werden. So viel Engagement sei eine Besonderheit.

Andererseits habe man in der laufenden Wahlperiode bei der Gemeinderatsarbeit nie gemerkt, dass es da zwei konkurrierende Gruppierungen gibt. "Das bin nicht ich", sagt der Kandidat, "die positive Entwicklung der Gemeinde liegt im Miteinander". Dass alle an einem Strang ziehen, begründe seinen Spaß an der ehrenamtlichen Arbeit zum Wohl der Gemeinde, auch wenn da einiges an Zeit auf der Strecke bleibe.

"Ich will die Arbeit fortsetzen und Ermershausen auf seinem guten Weg weiterbringen", sagt der gelernte Schreiner, der über den zweiten Bildungsweg zum Bankkaufmann wurde. Seit rund 30 Jahren ist er im Hauptberuf Firmenkundenberater bei der Volks-Raiffeisenbank.

Neue Herausforderungen

Als Gemeindechef kann Pfeiffer nicht mehr auf das "Sparbuch Wald" bauen, das der Kommune in früheren Jahren regelmäßig 30 000 bis 50 000 Euro als Haben aufs Konto hievte. Mit dem Umbau des Gemeindeforsts sei man zwar auf einem guten Weg, doch die sichere Einnahmequelle fällt zunächst aus. Auch die Gewerbesteuereinnahmen sind laut Pfeiffer "sehr übersichtlich", so dass die Kommune für anstehende Herausforderungen wie die Sanierung der Kläranlage in Birkenfeld, den Ausbau des Breitbandnetzes oder die Umgestaltung des Platzes am Feuerwehrhaus auf hohe Zuschüsse angewiesen ist. Der Rückbau der Schule und eine Neuordnung der frei werdenden Fläche sieht Pfeiffer als eine der großen Aufgaben an. Sein Wunsch wäre es, dort dringend benötigten Miet- und Wohnraum zu schaffen, doch ein privater Investor sei, angesichts der geringen Mieteinnahmen auf dem Land, kaum zu finden. Staatliche Förderquoten von 30 Prozent machten solch ein Projekt auch für die Gemeinde selbst nicht unbedingt lukrativ, erklärt der "Banker". Er würde sich wünschen, dass die Regierung da mehr Rücksicht auf das Stadt-Land-Gefälle nähme: "Am Ende muss zumindest eine schwarze Null rauskommen, ich kann meine Gemeinde ja nicht in Schulden stürzen", sagt Pfeiffer, "sonst würde ich das anpacken".

Am 8. März, also wenige Tage vor der Kommunalwahl, wollen die Freien Wähler nochmals eine Informationsveranstaltung abhalten. Nicht mehr zur Wahl antreten wird Gemeinderätin und Seniorenbeauftragte Lydia Steuter. Pfeiffer würdigte sie für 25-jährige kommunalpolitische Tätigkeit. Da seine Wiederwahl als Bürgermeister praktisch beschlossene Sache ist, verzichtet auch er selbst auf einen Listenplatz.

Die Kandidatenliste der FW

Mit folgender Liste werden die Freien Wähler am 15. März antreten: Matthias Keßler (aktuell Dritter Bürgermeister) und Gertrud Pößnecker (ebenfalls Mitglied im Gemeinderat) sowie Volker Pfeiffer, Peter Fischer, Andreas Engmann, Helmut Oeser, Markus Gollhardt, Michael Albert, Anke Bohl, Matthias Prediger, Gerald Höhn, Melanie Flachsenberger, Matthias Richter und Roland Hohmann. Ersatzkandidat: Patrick Bohl.

Listenbeauftragter ist Martin Rotz, der die Wahl gemeinsam mit der Fraktionschefin der Freien Wähler im Kreistag, Birgit Bayer (Riedbach), leitete.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren