Kronach

Mit virtuoser Solistin

Das Musikprojekt geht in die 16. Runde. Am Sonntag präsentiert das Orchester die Früchte dreier Probenwochenenden. Am Klavier brilliert die 14-jährige Youwei Liu aus Coburg.
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Youwei Liu übernimmt den Solopart bei Griegs Klavierkonzert a-Moll. Die musikalische Leitung obliegt Guido Mürmann. Das Foto entstand beim Probenwochenende am vergangenen Sonntag. Foto: Heike Schülein
Youwei Liu übernimmt den Solopart bei Griegs Klavierkonzert a-Moll. Die musikalische Leitung obliegt Guido Mürmann. Das Foto entstand beim Probenwochenende am vergangenen Sonntag. Foto: Heike Schülein

Kronach —  Zurücklehnen, träumen und genießen: Griegs Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16 gehört zu den populärsten romantischen Klavierkonzerten, stilistisch von Robert Schumann inspiriert, aber - mit skandinavischem Einschlag - ganz charakteristisch eigen komponiert. Bei der diesjährigen Kronacher Klassik-Akademie (KKA) übernimmt die 14-jährige Solistin Youwei Liu aus Coburg den Solopart dieses großartigen Werks. Wie wunderschön sich ihr Spiel im Dialog mit dem unter Leitung von Guido Mürmann feinfühlig musizierenden Sinfonieorchester anhören wird, war bei den gemeinsamen Probenwochenenden im Atrium der Maximilian-von-Welsch-Realschule zu erahnen. Technisch höchst versiert und mit großer Sensibilität zeigt sich die junge Pianistin dieser Komposition mühelos gewachsen: ein hinreißender Musikgenuss voller Gänsehautmomente!

"Ich liebe dieses Stück. Als man mich gefragt hat, ob ich es in Kronach spielen möchte, habe ich sofort ja gesagt", erzählt die Solistin. Die Proben und das Arbeiten mit dem Dirigenten sowie dem Sinfonieorchester gefallen ihr sehr. Sie mag den Zusammenhalt in der Gruppe und das Gemeinschaftsgefühl. Ganz neu für sie ist es, das Stück an dem Tag gleich zwei Mal - beim sinfonischen Frühschoppen sowie nachmittags beim festlichen Konzert - zu spielen. "Das ist natürlich eine Herausforderung. Aber ich mag Herausforderungen", verrät die mehrfach preisgekrönte Pianistin, die bereits im Fernsehen und in vielen Konzertsälen auftrat.

Tief beeindruckt von der Virtuosität der Solistin zeigt sich Guido Mürmann, der zum zweiten Mal das Sinfonieorchester der KKA leitet. "Es ist ein tolles Miteinander aller Altersstufen - eine schöne Gemeinschaft", schwärmt er. Das Niveau sei hoch. Die Begeisterung, Konzentration und Aufmerksamkeit sowie der Musizierwillen und die Musizierfreude, mit denen sich die Musikerin das Projekt einbrächten, ringen ihm höchsten Respekt ab. Ein großes Lob gebühre auch den Dozenten, die in Stimm-, Register- und Tutti-Proben das Orchester hervorragend vorbereitet hätten.

Insgesamt wirken heuer über 80 Musiker aus Oberfranken und den umliegenden Regionen mit. Unter seiner Regie erarbeiteten diese ein anspruchsvolles Programm mit beliebten Werken der Romantik.

Die Tondichtung "Finlandia op. 26" ist das bekannteste Werk des finnischen Komponisten Jean Sibelius (1865-1957). Das nur neun Minuten lange Stück stellt Bilder aus der Geschichte und Mythologie Finnlands dar. Auch Edvard Grieg (1843-1907) lässt in seiner Musik norwegische Folklore durchklingen. Sein mitreißendes Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16 ist äußerst populär. Neben Anklängen an die deutsche Romantik verleiht der norwegische Springtanz Halling dem Stück besondere rhythmische Dynamik.

Hauptwerk ist die Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 "Aus der neuen Welt" von Antonín Dvorák (1841-1904). Sie entstand während seines dreijährigen Aufenthalts in Amerika.

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