Haßfurt

Mit symbolischem "Kuss" geht es jetzt los

Das Stadtmarketing für die Stadt Haßfurt startet offiziell unter dem Motto "Kiss - Keep it smile and smart", also mit einem Lächeln und möglichst unkompliziert, in die Umsetzung. Rund 70 Bürger kamen zur Präsentation des Konzeptes in die Stadthalle.
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"Haßfurt ist eine schöne Stadt. Ich bitte Sie, nicht zu viel zu jammern, sondern auch das Gute zu sehen", sagte Roland Wölfel von der cima Beratung + Management GmbH bei der Präsentation des Stadtmarketing-Konzepts der Stadt Haßfurt. Fotos: Ulrike Langer
"Haßfurt ist eine schöne Stadt. Ich bitte Sie, nicht zu viel zu jammern, sondern auch das Gute zu sehen", sagte Roland Wölfel von der cima Beratung + Management GmbH bei der Präsentation des Stadtmarketing-Konzepts der Stadt Haßfurt. Fotos: Ulrike Langer
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Bei der "Kick-Off"-Veranstaltung im kleinen Saal der Stadthalle stellte Roland Wölfel, Geschäftsführer der cima Beratung + Management GmbH, den Leitfaden für das Stadtmarketing rund 70 Bürgern vor und überreichte ihn an die Stadt Haßfurt mit ihren Gewerbetreibenden, Vereinen, Bürgern sowie ihrer Verwaltung.
Bürgermeister Günther Werner (SPD) erinnerte daran, dass vor genau zwei Jahren der erste Workshop zur strategischen Bilanz begonnen hatte. "Es folgten drei weitere Workshops sowie Treffen mit den Industrie- und Gewerbebetrieben unserer Stadt, und nun können wir das, was wir bisher erarbeitet haben, sukzessive in die Tat umsetzen", sagte er. "Bei der Entwicklung des Stadtmarketings wurden wir von der Firma cima begleitet. Und zur Umsetzung haben wir Marc Heinz als Stadtmanager engagiert."
"Stadtmarketing ist ein fließender Prozess, der immer wieder neu ausgerichtet werden muss", betonte Roland Wölfel. "Vorrangig geht es dabei darum, wie man die Stadt gestalten und vermarkten möchte." Dabei sind das Standort-, das Tourismus-, das City- und das Verwaltungsmarketing die klassischen Aufgabenbereiche, die unter einem Dach ablaufen sollen.
"Sie haben eine schöne Stadt, in der die Akteure und die Verwaltung sehr motiviert sind, in der sich bereits viele engagieren und viele Themenfelder bearbeitet werden. Außerdem haben Sie eine erfreulich gute wirtschaftliche Stärke", sagte Roland Wölfel, der die Bürger dazu aufrief, nicht zu viel zu jammern, sondern auch das Gute zu sehen. Gleichzeitig motivierte er die Bevölkerung, den Stadtmanager mit Tipps bei seiner Arbeit zu unterstützen und auch mal selbst anzupacken.
Natürlich gebe es auch verschiedene Herausforderungen, die mit dem Stadtmarketing in Angriff genommen werden müssten. Dessen Ziele sind die Entwicklung und Vermarktung einer gemeinsamen und einheitlichen Stadtmarke und die Kommunikation nach innen und außen "aus einem Guss", die Erzeugung eines Gemeinschaftsgefühls, die Stärkung des Einzelhandels und die Service-Orientierung gegenüber Bürgern, Kunden, Unternehmen und Touristen. Außerdem soll das kulturelle und touristische Angebot weiter überregional bekannt bleiben und die Gäste noch stärker an die Innenstadt binden. Zu den Themenfeldern zählen das Leerstandsmanagement, die Frage, wie man bequem in die Stadt kommt, das Gastronomie- und Hotelmanagement, verschiedene Events, die Kommunikation nach außen, die Digitalisierung, der Tourismus, das Handelsmarketing, die Wirtschaftsförderung sowie die Koordination und Kooperation aller Akteure.


"Ideen der Bürger mit aufgreifen"

Die Organisation des Stadtmarketings ist kompliziert. So bilden der Bürgermeister und Hachem Farmand, Manfred Schweiger, Marco Tonin, Felix Hart, Stephan Schneider, Wolfgang Hömer sowie Anna Anania aus dem Aktionskreis Haßfurt Aktiv (AHA), der Tourist-Info, der Verwaltung sowie aus Gewerbe und Industrie den Stadtmarketingverein. Er ist für das Einzelhandels-, das Tourismus- und Kulturmarketing sowie für die Stadt- und Standortentwicklung zuständig. Der Stadtmanager, der beim Verein angestellt ist, übernimmt die Koordination.
Auch die Handlungsfelder des Stadtmanagers sind breit gestreut, es sind die Stadtbelebung, die Tourismusoffensive, die Stadtentwicklung, die Wirtschaftsförderung und das Standortmarketing. "Er soll viel draußen unterwegs sein und auch Ideen der Bürger mit aufgreifen", betonte Roland Wölfel.
Seit Juli hat sich Marc Heinz in der Stadt umgesehen und viele Gespräche geführt. Er ist sich bewusst, dass die Außenwirkung einiger Hotels und Gastronomiebetriebe nicht mehr zeitgemäß ist, dass Cafés, Restaurants, Kneipen und Bars insbesondere in der Innenstadt fehlen und die Öffnungszeiten vor allem in den Abendstunden problematisch sind.
Heinz: "Ich werde versuchen, ein Netzwerk von Gastronomen/Hoteliers aufzubauen, Kontakte zu potenziellen Pächtern/Betreibern knüpfen und Hilfestellung leisten, um die Stadt mit mehr gastronomischen Angeboten zu beleben."
"Das Parkplatzproblem verfolgt mich täglich, wenn Bürger ins Rathaus kommen, um Strafzettel zu bezahlen. Andererseits sollten sie auch nicht zu bequem sein, sondern die Schönheit der Innenstadt wertschätzen und dafür ein paar Schritte vom Parkplatz zu den Geschäften in Kauf nehmen." Heinz sieht seinen Auftrag darin, die Altstadtgarage attraktiver zu machen und zusätzlich geschaffenen Parkraum ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, das bestehende Beschilderungskonzept weiterzuentwickeln und die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen zu prüfen.


Suche nach neuen Themenfeldern

Auch wenn da die Beteiligung von Standbetreibern bei den traditionellen Märkten ebenso wie die Besucherzahlen rückläufig ist und bisherige Konzepte nicht mehr funktionieren, möchte Marc Heinz an den vier verkaufsoffenen Sonntagen festhalten und deren Marktcharakter beibehalten. Er arbeitet aber auch daran, neue Themenfelder zu finden und Veranstaltungen modern und zukunftsorientiert auszurichten. Da das Ländermotto der "Langen Einkaufsnacht" weitgehend ausgereizt ist, möchte er künftig die "Kultur" in den Mittelpunkt stellen.
Um innovative Existenzgründer zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, in leer stehende Geschäfte einzuziehen, möchte er einen Wettbewerb unter dem Motto "Haßfurt sucht den Super-Existenzgründer" ausrichten.
Weil das schöne Mainufer touristisch kaum erschlossen ist, wird Marc Heinz die Planungen eines Mainufer-Parks unterstützen, die Idee eines Stadtstrands weiter vorantreiben, eventuell auch eine Kletterwand installieren und nach Förderern und Sponsoren für einen Skulpturenpark suchen. Er lud die Bevölkerung ein, diese Schritte aktiv zu begleiten. "Interessierte können sich gern in den Stadtmarketingprozess einbringen, denn das wird die gesamte Stadtentwicklung beflügeln."
Anschließend wurden Fragen der Bürger zum Radtourismus, zur Abstimmung mit dem Landkreis und dem Tourismus im Allgemeinen beantwortet. So könnten auch Stadtteile unter bestimmten Bedingungen in den Prozess eingebunden werden. Roland Wölfel erklärte, dass projektbezogene Umlagen, städtische Zuschüsse, Sponsorengelder und die staatliche Förderung die Finanzierung sicherstellen sollten. Es gebe einen Projektfonds, der nächstes Jahr mit 30 000 Euro veranschlagt sei. Dieser Fonds müsse bei der Regierung beantragt werden.
Am Ende bat Bürgermeister Günther Werner die Bürger, sich mit einzubringen. So wurden noch einige Fragebögen ausgefüllt, weitere mitgenommen.
Wie Marc Heinz berichtete, sei er mehrfach gebeten worden, nicht aufzugeben. "Außerdem haben die Bürger betont, dass ein Alleinstellungsmerkmal für Haßfurt gefunden werden und der Gemeinschaftssinn gestärkt werden sollten. Hauseigentümer und Verpächter sollten jüngeren Unternehmern Chancen für eine Existenzgründung geben und die Pachtverträge entsprechend gestalten. Auch wurde der Wunsch nach einer Digitalisierung in verschiedenen Bereichen geäußert."
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