LKR Forchheim

Mit Sondersignal auf Tour

Der Ortsverband Forchheim des Technischen Hilfswerks geht am Freitag auf eine Kolonnenfahrt durch den Landkreis. Das bedeutet, dass 15 Fahrzeuge im Verbund unterwegs sind.
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Das THW auf einer Kolonnenfahrt  Foto: privat
Das THW auf einer Kolonnenfahrt Foto: privat

Wenn die blauen Fahrzeuge des Technischen Hilfswerks (THW) am Freitagabend mit Blaulicht durch den Landkreis Forchheim fahren, ist Achtung geboten. Zwar wird voraussichtlich kein Unglück passiert sein, dennoch könnte es durchaus dazu kommen, dass die Gefährte ihre Sirenen betätigen müssen. Der Ortsverband Forchheim startet mit seiner ersten Ausbildungsveranstaltung in das neue Jahr, und die steht unter dem Thema "Fahren im geschlossenen Verband - Kolonnenfahrt".

Ab drei Fahrzeugen ein Verband

Sobald drei Fahrzeuge gemeinsam unterwegs sind, kann man bereits von einem geschlossenen Verband sprechen. Genau zu erkennen ist eine Kolonne allerdings an der Kennzeichnung der Fahrzeuge: Alle Teilnehmenden sind in der Regel auf der Fahrerseite vorne mit einer blauen Flagge ausgestattet, während das letzte Fahrzeug grün beflaggt ist und das Ende der Kolonne anzeigt. Zusätzlich wird am Führungsfahrzeug (an der Motorhaube) und am Schlussfahrzeug (am Heck) ein Schild mit "Achtung, Kolonne!" angebracht sowie dauerhaft das Blaulicht eingeschaltet. Innerorts sind auch die Blaulichter der innenliegenden Fahrzeuge eingeschaltet.

Für Verkehrsteilnehmer wichtig zu wissen ist, dass ein geschlossener Verband verkehrsrechtlich als ein einzelnes Fahrzeug gilt. Überquert also das erste Fahrzeug eine grüne Ampel, ziehen alle folgenden nach - auch wenn diese zwischenzeitlich wieder auf Rot umschaltet. In diesem Fall nutzen die Lastkraft- und Mannschaftstransportwägen (LKW und MTW) zusätzlich auch ihr akustisches Sondersignal ("Tatütata"), um die Verkehrsteilnehmer auf sich aufmerksam zu machen. Auf Landstraßen wird der Verband seine Marschgeschwindigkeit von 70 km/h einhalten, um auch die älteren LKW nicht abzuhängen. Er darf zwar überholt werden, allerdings nur im Gesamten. Wichtig ist, dass niemand zwischen den Verbandsfahrzeugen einschert und dadurch die Kolonne unterbrochen wird.

Das Ziel einer solchen Kolonne ist es, dass alle Teilnehmer gleichzeitig an der Einsatzstelle eintreffen. Gerade bei Großschadensereignissen, wo das Schadensgebiet sehr weitläufig und unübersichtlich ist, kann somit gewährleistet werden, dass alle zum Verband gehörenden Einheiten schnellstmöglich ihre Arbeit beginnen können. Dies war zuletzt beispielsweise beim Schneechaos im Januar 2019 in den Voralpen oder bei den Hochwasserkatastrophen am Inn oder der Donau nötig.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte üben bei diesem motorisierten Marsch im Besonderen, die Sicherheitsabstände zwischen den Fahrzeugen einzuhalten, ohne größere Lücken entstehen zu lassen.

Auch tauschen sie manchmal ihre Fahrzeuge, so dass jeder den gleichen Kenntnisstand auf den drei bis 45 Jahre alten LKW hat. Außerdem wird vom Führungsfahrzeug aus die gesamte Kolonne mit insgesamt 15 Fahrzeugen koordiniert.

Das THW Forchheim rotiert die Ausbildungsinhalte dieses Dienstes regelmäßig. Im vergangenen Jahr erhielt jede Einheit verschiedene Koordinaten, die sie anfahren musste. Das Ziel hierbei war, mit den großen und schweren Geräten auf dem richtigen Weg zum vorher ausgerechneten Punkt zu gelangen sowie den Landkreis besser kennenzulernen - in Gegenden, die man nicht täglich anfährt. red

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