Lichtenfels

Mit Sicherheit für die Umwelt

Viertklässler gestalten Fahrradhelme. Die Aktion des Landkreises soll zum Helmtragen motivieren und für die Umwelt sensibilisieren. Cornelia Kassens hat sich schon mit ihrer Klasse an der Aktion beteiligt.
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Klassenlehrerin Cornelia Kassens präsentiert einen der Entwürfe ihrer Schüler. Fotos: Niklas Schmitt
Klassenlehrerin Cornelia Kassens präsentiert einen der Entwürfe ihrer Schüler. Fotos: Niklas Schmitt
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Niklas Schmitt Lichtenfels / Bad Staffelstein - Bunt, schwarz, fröhlich oder dynamisch: die Ideen sind vielfältig und ausgefallen. Cornelia Kassens, Klassenlehrerin der 4b an der Dr.-Roßbach-Grundschule in Lichtenfels, hat die Kinder Fahrradhelme gestalten lassen. Auch wenn es nicht ihre Idee war, hat sie die vom Leiter der Umweltstation Weismain Michael Stromer koordinierte Aktion gerne übernommen. Die Kinder hatten großen Spaß an der Gestaltung. Außerdem passen die Themen Sicherheit und Umwelt sehr gut in den Unterrichtsplan und ermöglichen so, sie für die Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren.

"Die Kinder waren Feuer und Flamme, dass sie alles nach ihren Vorstellungen gestalten sollten", erzählt Kassens. Gleich kam natürlich die Frage auf, ob sie auch einen Helm bekämen. Einen solchen bekommen allerdings nur die Besten der Fahrradprüfungen ab dem kommenden Schuljahr, erklärt Stromer.

Zwischen Ostern und Pfingsten hatten die insgesamt etwa 20 vierten Klassen der Grund- und Förderschulen im Landkreis die Möglichkeit, einen Fahrradhelm zu entwerfen. Pro Klasse durfte ein Entwurf ans Landratsamt geschickt werden.

Schüler entwerfen für Schüler

Wie der Helm letztlich aussehen wird, entscheiden das Landratsamt, die Verkehrswachten von Lichtenfels und Bad Staffelstein sowie die Polizeiinspektion Lichtenfels, die alle an der Aktion beteiligt sind. 500 Stück werden dann gefertigt werden.

Das würde, so Stromer, für fünf oder sechs Jahre reichen. Zur Verfügung sollen die Helme ab kommendem Schuljahr stehen. Das heißt, die Schüler entwerfen die Helme für die jetzigen dritten Klassen, die als nächstes die Fahrradprüfungen absolvieren werden. Die Klasse von Cornelia Kassens hat die Prüfung schon im März hinter sich gebracht. Ebenso wie eine weitere Klasse, in der sie Kunstunterricht hält und auch Helme designen lässt. Daher wurden die Themen, die von der Aktion angestoßen werden sollen, noch einmal wiederholt.

Als sie das Thema Sicherheit angesprochen habe, berichtet Kassens, hätten die Schüler notwendige helle Kleidung und Protektoren aufgezählt. "Da sind sie natürlich schnell auf den Helm gekommen." Der muss aber weder hell noch reflektierend sein, sondern darf aussehen wie er will.

Bunt, lustig und dynamisch

"Bei einem Helm ist alles möglich", sagt Kassens. Das habe den Schülern gefallen. In kleine Gruppen aufgeteilt, haben die Schüler ihre Entwürfe für die verschiedenen Seiten des Helms aufgemalt. Insgesamt zwei Doppelstunden lang wurden zuerst Kriterien für das Design festgelegt und dann munter drauflos gemalt. Smileys wurden gemalt, weil die Helme positiv und motivierend wirken sollen. Aber auch dynamischere Motive mit Blitzen und den Schriftzügen "Race" und "Just Ride".

Eine Gruppe hat sogar eine Begründung für ihre Auswahl mitgeliefert, die noch mehr Teilnehmer des Radverkehrs mit einschließt. "Bei alten Leuten zeigt es, dass sie auch noch fit sein können."

Denn egal, wer sich aufs Rad schwingt, er sollte einen Helm tragen. Das sagt auch Cornelia Kassens, die beobachtet, dass manche Eltern ihrer Vorbildfunktion in dieser Hinsicht nicht gerecht werden. "Man müsste so eine Aktion auch für Eltern machen", sagt sie lächelnd.

Selbst gestalteter Helm ist cool

Dennoch trügen die Kinder meistens Helm, sagt sie. Ein Grund, es nicht zu tun, ist natürlich der Coolnessfaktor, der verloren ginge, wenn die Helme zu kindlich aussehen. Wenn nun die Schüler den Helm selbst gestalteten, sei es ein Helm von Schülern für Schüler. Das steigert die Motivation, ihn zu tragen.

Die Individualität betont auch Walter Mackert von der Gebietsverkehrswacht Bad Staffelstein. "Wichtig war, dass die Kinder keinen Helm aufoktroyiert bekommen haben - sie konnten ihn sich aussuchen." Der ehemalige Polizist weiß, wie wichtig Fahrradhelme für die Sicherheit sind. Deswegen befürwortet er die Aktion des Landratsamtes ausdrücklich. "Alles, was der Sicherheit von Radfahrern dient, ist gut. Fertig aus!"

Aber es geht nicht nur um die Sicherheit. Auch der Umweltaspekt spielt eine große Rolle. "Man muss es immer wieder thematisieren", sagt Kassens. Mülltrennung, Plastikvermeidung oder eben Fahrradfahren und auf das Elterntaxi verzichten sei wichtig, um die Lebensräume der Natur zu schützen.

Da jede Klasse nur einen Entwurf einsenden darf, musste am Ende entschieden werden. Zum Glück kam man zusammen ganz demokratisch zu einer Lösung, mit der alle Kinder zufrieden waren.

Nun heißt es abwarten, welches Design es letztlich auf die 500 Helme des Landkreises schafft.

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