Pretzfeld

Mit Sangesfreude in neue Projekte

Die Singgemeinschaft Pretzfeld ist 30 Jahre alt. Als der Chor gegründet wurde, sollte er keine Konkurrenz zum bestehenden Kirchenchor sein. Das Repertoire umfasst neben traditionellem Liedgut auch Schlager, Pop und Gospel.
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Der Sitzungssaal ist vorübergehend der derzeitige Proberaum.  Fotos: Carmen Schwind
Der Sitzungssaal ist vorübergehend der derzeitige Proberaum. Fotos: Carmen Schwind
"Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon, hollari, hollari, hollaro!" hört man die Singgemeinschaft Pretzfeld schon von draußen singen. Jeden Montagabend treffen sich die sangesbegeisterten Mitglieder im Haus der Vereine oder - wenn das umgebaut wird - im Sitzungssaal des Rathauses und genießen es, schöne Lieder miteinander zu trällern.
Und danach wird auf Jubilare angestoßen oder sich einfach ausgetauscht, denn man mag sich. Harmonie und Freude ist allen wichtig. Begonnen hatte alles mit einem Aufruf im November 1987 von Hans Pöhlmann, dem damaligen Vorsitzenden der Sängergruppe Forchheim-Ost. Es sollte ein Chor in Pretzfeld gegründet werden, der aber keine Konkurrenz zum bestehenden Kirchenchor sein sollte.


Die erste Chorprobe

"Am 15. Januar 1988 fand die erste Chorprobe im Restaurant ,Dimi' in Pretzfeld mit 15 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung des jungen Chorleiters Jürgen Klatte statt", erzählt die Vorsitzende der Singgemeinschaft, Roswitha Grodd. Im Mai des gleichen Jahres tritt der Chor beim Sängerfest in der Turnhalle der Pretzfelder Schule auf, ein Verein wird gegründet und die Mitgliedschaft im Sängerbund und Sängerkreis werden beantragt. "Erster Vorsitzender bis 2007 war Edmund Lipfert, der auch heute noch unser Ehrenvorsitzender. Wenn ich ein Problem habe, frage ich den Edmund. Und er lädt uns immer wieder auf seinen Hof ein", berichtet die jetzige Vorsitzende.
Mittlerweile hat die Singgemeinschaft ihren Platz im kulturellen Leben der Marktgemeinde eingenommen: Es wird teilgenommen an Schlosskonzerten und Kellerfesten, am Marktsonntag wird bewirtet, es gibt das Platzsingen zum Veranstaltungskalender, Adventssingen oder die Sommerserenade am Rathaus.
"Ein großes Projekt der Singgemeinschaft war die Aufführung der ,Carmina Burana' 2013 in Zusammenarbeit mit dem Männergesangsverein Eckenhaid, dem gemischten Chor Weilersbach, Cäcilia Großenseebach, Viva Musica Neunkirchen, Happy Voices Uttenreuth, dem Siemensorchester, dem Chor des Maria-Ward-Gymnasiums Nürnberg und Solisten", erzählt Roswitha Grodd. Die Sängerin Annegret Kundt nickt zustimmend: "Das hat Spaß gemacht. Sowas bekommt man nicht immer geboten. Da hat man besonders gemerkt, dass das Singen verbindet." Es gab Auftritte in Ebermannstadt, Fürth und Erlangen.


Im Haus der Vereine

Seit 2008 probt der Chor im Haus der Vereine. Und seit dieser Zeit hat er auch einen neuen Chorleiter: Udo Reinhardt aus Nürnberg. Dem ist die Anfahrt nach Pretzfeld jeden Montag nicht zu weit, denn: "Das sind alles liebenswürdige Menschen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen hier passen gut." Außerdem würde es keinen Chor mehr in Pretzfeld geben, wenn Reinhardt, der sonst größere Chöre leitet, aufgeben würde.
Das Repertoire des Chores umfasst neben traditionellem Liedgut auch Stücke aus dem Schlager-, Pop- und Gospelbereich. "In diesem Jahr nehmen wir wieder an einem Projekt teil. Mit den Chören aus Großenseebach und Neunkirchen wollen wir die Pastoralmesse und ein Weihnachtsoratorium in der Adventszeit mit instrumentaler Begleitung und Solisten zur Aufführung bringen", erzählt Roswitha Grodd stolz.
Zudem tritt die Singgemeinschaft gern mit dem Chor der Wohngemeinschaft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf wie beispielsweise bei ihrer Sommerserenade in diesem Jahr. "Ein gemeinsamer Auftritt fand auch schon zur Adventsfeier der Einrichtung statt. Es war eine große Freude zu sehen, mit wie viel Spaß die behinderten Bewohner beim Singen dabei waren", sagt die Leiterin der Singgemeinschaft Pretzfeld.
Ein Problem gibt es allerdings: Es fehlen Sänger. "Dabei ist gemeinschaftliches Singen so schön. Wenn du singst, tun dir keine Knochen mehr weh und du bist abgelenkt von Sorgen", meint Krankenschwester Gertrud Herbst. Ihre Freundin hatte ihr geraten, dass sie singen solle, da sie viel mit kranken Menschen und deren Sorgen zu tun habe. Gertrud Herbst hatte zuerst Bedenken, denn sie dachte, sie müsse wie in der Schule vorsingen.
Aber weit gefehlt. "Ich wurde gefragt, ob ich hoch oder tief singen will. Ich hatte mich für tief entschieden und musste dann daheim noch etwas üben", erzählt die Sängerin und verrät, dass die Ehemänner die Fangemeinde des Gesangsvereins Pretzfeld sind.


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