Lichtenfels
Gericht

Mit polnischem Fake-Führerschein versucht, Polizei hinters Licht zu führen

Zu einem ungewöhnlichen Fall des Fahrens ohne Führerschein kam es am Dienstagabend im Amtsgericht. Letztlich sollte dabei ein Vorkommnis um Dokumentenfälschung zur Sprache kommen. Zweimal geriet der M...
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Zu einem ungewöhnlichen Fall des Fahrens ohne Führerschein kam es am Dienstagabend im Amtsgericht. Letztlich sollte dabei ein Vorkommnis um Dokumentenfälschung zur Sprache kommen.

Zweimal geriet der Mann Auto fahrend in Polizeikontrollen: im April und im Juni 2018. Das Pikante dabei: Schon seit 1998 hatte der Kontrollierte keinen Führerschein mehr. Was der 44-jährige Maschinenführer aus Lichtenfels aber vorzeigte, soll einer gewesen sein. Und zwar ein polnischer. In einer polnischen Fahrschule habe er für den Führerschein gebüffelt und dort habe man ihm das Dokument ausgestellt.

"Ich halte Ihnen vor, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt", entgegnete ihm dabei Richter Alexander Zenefels, das vermeintliche Dokument in seinen Händen bewegend. "Ich weiß nicht, wer Ihnen das gegeben hat, aber dieses Dokument ist sicher kein amtliches polnisches Dokument", so Zenefels weiter. Dabei führte der Richter aus, wo überall auf der Karte Fehler vorzufinden seien. Der 44-Jährige beteuerte mehrmals, nichts davon gewusst zu haben, dass das erworbene Dokument keine Echtheit besitzt. Auch rief ihm Zenefels ins Gewissen, dass es ja unmöglich sein könne, in einer Fahrschule einen Führerschein zu erhalten. Eigentlich, so Zenefels, "haben Sie es nicht geglaubt", dass das Dokument echt ist.

Nach einer kurzen Beratungspause mit seinem Verteidiger Heinrich Meyer blieb der Angeklagte bei seiner Einlassung, wonach er schuldlos und gutgläubig gewesen sei. "Ich habe auch einen Haufen Geld gezahlt dafür." Deswegen, so der Maschinenführer, habe er, nachdem er Kenntnis von der Falschheit des Dokuments erhielt, alsbald auch die Leute in Polen aufzusuchen versucht. Ob diese Bemühung von einem Ergebnis gekrönt wurde, blieb offen, der diesbezügliche Satz wurde durch ein Kopfschütteln des Angeklagten beendet. Einer Frage nach Trinkgewohnheiten begegnete der Gefragte mit der Einlassung, wonach er, immer wenn er trinke, "irgendwelche Scheiße" baue. Darum trinke er seit Jahren nicht mehr. Unbescholten ist der Mann aber nicht. Immer wieder kam es zu Verkehrsdelikten und die beiden angeklagten Fahrten geschahen unter offener Bewährung. Das Urteil sollte empfindlich ausfallen: vier Monate Haft auf Bewährung, zudem eine Bewährungszeit von drei Jahren samt einer zu zahlenden Geldauflage in Höhe von 800 Euro. Überdies erging durch Zenefels ein einmonatiges Fahrverbot an den Mann, das jegliche motorbetriebene Vehikel einschloss. "Sie dürfen sich mit nichts im Straßenverkehr bewegen, was einen Motor hat - noch nicht einmal mit einem Krankenrollstuhl."

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