Zeil am Main

Mit Isaak auf der großen Reise

Der Verein Adonia führte in Zeil ein Bibel-Musical auf. Die beiden Hauptdarsteller kommen aus dem Landkreis.
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Tanzeinlagen, wie hier zum Beispiel mit bunten Tüchern, verliehen dem Isaak-Musical einen besonderen Charme in Zeil.  Fotos: Christian Licha
Tanzeinlagen, wie hier zum Beispiel mit bunten Tüchern, verliehen dem Isaak-Musical einen besonderen Charme in Zeil. Fotos: Christian Licha
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Ein fantastischer Erfolg war der Auftritt von 70 Kindern und Jugendlichen aus Unter- und Oberfranken bei dem Bibel-Musical "Isaak - so sehr geliebt" in Zeil. Die rund 500 Zuschauer in der Tuchangerhalle waren begeistert, was die jungen Leute im Alter von zwölf bis 19 Jahren in nur vier Tagen auf die Beine gestellt haben.

Mit dem Verein Adonia, der regelmäßig in ganz Deutschland Musicalcamps veranstaltet, wurde das biblische Familiendrama von Isaak auf die Bühne gebracht. In Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kulmbach kamen die angemeldeten Akteure das erste Mal zusammen und verliehen der jahrtausendealten Geschichte ein neues Gesicht. Im Camp wurde das Musical einstudiert und für jeden die optimale Rolle gefunden, sei es bei Tanz, Theater, Chor oder Band. Nach der Premiere in Stockheim wurde es dann für die Mitwirkenden, von denen viele auch aus dem Landkreis Haßberge stammten, ernst, als sie die Bühne in ihrer Heimat betraten. Die örtlichen Veranstalter in Zeil waren neben Adonia die evangelisch-christliche Gemeinde Haßfurt, die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Haßfurt und der Verein "Frei.Raum Haßfurt".

Mit 13 Songs, Theater und Choreographien zeigten die Teenies eindrucksvoll die Geschichte Isaaks. Drei Tage soll die Reise dauern. Für den kleinen Isaak ist es ein Abenteuer. Für seinen Vater Abraham ist es die schwerste Prüfung seines Lebens. Denn nur er weiß, dass seinem Sohn in Morija der Tod droht. Unterwegs lernt Isaak die Geschichte seiner Familie kennen. Er erfährt, warum er ein absolutes Wunschkind ist, und staunt über den unsichtbaren, rätselhaften Gott Abrahams. Auch moderne Elemente flossen in die Erzählung ein, so beispielsweise ein Fahrrad, mit dem sich Vater und Sohn auf den Weg machten.

Vorab mit einem Video beworben hatten sich die beiden Hauptdarsteller. Mit Daniel Fritz aus Steinbach und David Lechner aus Wonfurt wurden von den Verantwortlichen zwei talentierte und hochmotivierte Nachwuchsschauspieler ausgesucht. Daniel, der Abraham spielte, stand schon das siebte mal bei einem Adonia-Musical auf der Bühne. "Mir macht es sehr viel Spaß, die Message der Bibel, verpackt in einem Musical, an die Zuschauer weiterzugeben", so der 17-Jährige. Aber auch David ist kein Unbekannter mehr. Vorher hatte der Elfjährige, der jetzt Isaak darstellte, schon oft bei Kinder-Musicalcamps teilgenommen. Diese Rolle war nun sein Debüt in der Gruppe der Teens. Dafür durften er und alle anderen Mitwirkenden einen riesengroßen Applaus in Zeil ernten, der bei den nachfolgenden Auftritten bestimmt auch nicht geringer ausfiel. Über Ostern folgten nämlich noch weitere öffentliche Aufführungen, und zwar in Uffenheim und Marktheidenfeld.

Eine organisatorische Herausforderung für den gemeinnützigen Verein Adonia ist immer die Unterbringung der Jugendlichen während der Tourneetage. Aber auch diese Aufgabe wird hervorragend gemeistert, indem die Akteure bei Gastfamilien am jeweiligen Auftrittsort übernachten. So wird es auch am 21. Juni sein, wenn das Isaak-Musical Station in Ebern in der Frauengrundhalle machen wird. Da die Organisation schon immer frühzeitig beginnt, werden jetzt schon Gastfamilien rund um den Veranstaltungsort gesucht, die einen Jugendlichen beherbergen möchten. Anja Dinkel aus Buch bei Untermerzbach ist dafür die Ansprechpartnerin und freut sich auf Anrufe unter Telefon 09533/982951.

Heute eigenständig

Adonia wurde 1979 vom Schweizer Grundschullehrer Markus Hottiger gegründet. Seit 2001 gibt es Adonia in Deutschland. 2004 wurde der Adonia e.V. mit Sitz in Karlsruhe gegründet. Seither ist die deutsche Adonia-Arbeit finanziell und organisatorisch eigenständig. 40 Projektchöre sind mit 4000 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland zu insgesamt 200 Konzerten unterwegs. Neun hauptamtliche Mitarbeiter (unterstützt von vier Freiwilligen, FSJ, und vier Teilzeitkräften) koordinieren die Organisation der Musicalcamps und Konzerte von Karlsruhe aus. 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter arbeiten bei den Freizeiten mit. Die direkten Kosten der Sing-freizeiten werden durch die Teilnehmerbeiträge gedeckt. Personalkosten, Mieten und Verwaltungskosten werden von einem Spenderkreis und den Konzertkollekten getragen. Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen ihre Fähigkeiten in den Bereichen Musik, Gesang, Tanz und Theater entdecken und diese weiterentwickeln. Sie arbeiten intensiv darauf hin und haben Erfolgserlebnisse. Dadurch werden sie auch in ihrer Persönlichkeit gestärkt. Das Konzertprogramm soll ansprechend und möglichst professionell sein. Die biblischen Geschichten stehen im Mittelpunkt und werden auf eine moderne Weise vermittelt. Die Teilnehmer werden auch in ihrem christlichen Glauben ermutigt und gefördert. Dieser Glaube ist nicht an eine Konfession gebunden. Adonia ist ein freies Werk und arbeitet sowohl mit den Landeskirchen als auch mit Freikirchen zusammen.

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