Maineck

Mit Helmkamera auf Vespa-Fang

Wie ein Mainecker Ehepaar zu einem Teil eines Fernsehberichts über die "Vespa World Days" in Ungarn wurde.
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5000 Rollerfans trafen sich in Ungarn zu den "Vespa World Days". Ein Filmteam der Deutschen Welle begleitete hierbei Michael Auer aus Maineck und seine Hündin Mia. Ehefrau Silke gelang dieser Schnappschuss mit einer Helmkamera, die ihr der Sender zur Verfügung gestellt hatte. Foto: privat
5000 Rollerfans trafen sich in Ungarn zu den "Vespa World Days". Ein Filmteam der Deutschen Welle begleitete hierbei Michael Auer aus Maineck und seine Hündin Mia. Ehefrau Silke gelang dieser Schnappschuss mit einer Helmkamera, die ihr der Sender zur Verfügung gestellt hatte. Foto: privat

Gemächlich fährt Michael Auer mit seiner Vespa P 200 X über einen Feldweg am nördlichen Ufer des Plattensees. Im Seitenwagen lässt sich Hundedame Mia, ein fünf Jahre alter Shar-Pei, den Fahrtwind um die Ohren wehen. "Mit dem Zweitakter auf und davon - darauf freuen sich hier alle", kommentiert die Fernsehjournalistin Josephine Günther von der Deutschen Welle die Szene.

Wie fühlt man sich als Protagonist in einem dreiminütigen Videoclip, der um die ganze Welt geht? "Nachdem im vergangenen Jahr bei den ,Vespa World Days' in Belfast unser Gespann unter 3500 Vespas aus über 30 Ländern zum schönsten gewählt worden war, war das eine weitere Ehre für uns", sagt Michael Auer. Zum sechsten Mal schon statteten er und seine Ehefrau Silke von den Mainecker Vespa-Freunden dem international renommierten Treffen einen Besuch ab, das jedes Jahr in einem anderen Land stattfindet.

Die Veranstaltung ist ein paar Nummern größer als das Vespatreffen im Altenkunstadter Ortsteil Maineck, das am 22. September rund ums Radlerheim über die Bühne geht (siehe Infobox).

Dolce Vita auf zwei Rädern

Im 800-Seelen-Dorf Zánka am Balaton hatten sich 5000 Vespa-Enthusiasten aus 40 Ländern getroffen, um ihrer Leidenschaft für La Dolce Vita auf zwei Rädern zu frönen. Dass er immer wieder bei den "World Days" ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gerät, kann sich der 46-jährige Mainecker nicht so recht erklären. "Vielleicht liegt es ja an dem urigen Gespann mit Hund als Beifahrer, oder daran, dass wir offen auf andere Menschen zugehen und als Franken so freundlich sind", mutmaßt er.

Zum Fernsehauftritt kam das Trio aus Franken wie die berühmte Jungfrau zum Kinde. Bei einer Ausfahrt bestand die Möglichkeit, eine Bootstour auf dem Höhlensee in Tapolca zu unternehmen. Während Michael Auer durch die Tropfsteinhöhlen schipperte, passte seine Gattin Silke auf Gespann und Hündin auf. Ein Journalistenteam der Deutschen Welle wurde auf Silke und Mia aufmerksam und spannte sie für ihre Arbeit ein. "Silke durfte sich die Helmkamera umschnallen und andere Zweiradfahrer fotografieren", erinnert sich ihr Gatte. Das sei eine prima Gelegenheit gewesen, Erinnerungen professionell festzuhalten, klinkt sich Ehefrau Silke ein.

"Ein bisschen verrückt"

Von dem mehrstündigen Filmmaterial, das sie als "Honorar" erhalten habe, seien nur einige kurze Szenen in dem dreiminütigen Film eingebaut worden. Entlang kleiner Dörfer, Obstplantagen und Rebstöcken erkundete das Paar gemeinsam mit Tausenden anderer Vespisti, wie die Zweiradfans im Fachjargon heißen, Land und Leute. Immer an ihrer Seite: ein VW-Bus, aus dem heraus sie gefilmt wurden.

Hündin Mia durfte vor der Kamera artig Pfötchen geben. Muss man ein Vespa-Verrückter sein, um 900 Kilometer zu einem Rollertreffen zu fahren? "Selbstverständlich", sagt Michael Auer.

Für ihn sind die "Vespa World Days" ein großer Türöffner, um mit Menschen aus aller Herren Länder in Kontakt zu kommen, deren Mentalität, Sitten und Gebräuche kennenzulernen. Sie seien aber auch ein Stück gelebter Völkerverständigung. Man treffe alte Bekannte, mit denen man fachsimple oder Fahnen austausche.

In Erinnerung geblieben sind ihm auch die atemberaubenden Aufführungen der Akrobatik-Gruppe aus München, die durch brennende Reifen fuhren oder zu fünft auf einem Roller waghalsige Kunststücke vollführten. Auch mit den Veranstaltern der "Vespa World Days" 2020 auf der indonesischen Insel Bali kamen die Auers ins Gespräch. Nach Asien zu fliegen - das ist den Vespa-Liebhabern dann doch zu kostspielig und aufwändig. Als Alternative haben sie sich das Euro-Treffen in Portugal ausgesucht. "Andere mögen meinen, wir haben einen Schlag. Doch wir machen es gerne", spricht aus Michael Auer der eingefleischte Vespista.

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