Lichtenfels
Gerichtsverhandlung

Mit fremdem polnischen Pass "aufgeflogen"

Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 750 Euro versuchte ein 28-jähriger Lichtenfelser vorzugehen. Zahlen sollte der Mann diese Summe, weil er sich bei einer Passkontrolle ungewöhnlich verhalten hatte: ...
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Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 750 Euro versuchte ein 28-jähriger Lichtenfelser vorzugehen. Zahlen sollte der Mann diese Summe, weil er sich bei einer Passkontrolle ungewöhnlich verhalten hatte: Er zeigte nämlich einen Pass vor, der gar nicht ihm gehörte - und das nicht ohne Grund.

Wegen Missbrauchs von Ausweispapieren musste sich der derzeit arbeitslose Mann am Dienstag zur Mittagszeit vor dem Amtsgericht verantworten. Das hätte er nicht tun müssen, denn hätte er bezahlt, wäre die Sache vom Tisch gewesen. Doch der Lichtenfelser nutzte sein Recht, einen Einspruch dagegen einzulegen.

So kam es zur Verhandlung, in der der Endzwanziger gegenüber Richter Alexander Zenefels und Staatsanwalt Philip Pasch einige Fragen zu beantworten hatte. Beispielsweise die, weshalb er am 6. November des vergangenen Jahres gegen 21.17 Uhr einen polnischen Pass vorzeigte, nachdem er in Lichtenfels in eine polizeiliche Ausweiskontrolle geraten war.

"Ja, das stimmt. Ich habe falsch reagiert. Ich will mich nicht weiter rausreden - ich habe es nicht geschafft, bodenständig zu sein", sagte der Mann, in gewählter Sprache vortragend. Den Ausweis, den er vorzeigte, habe er kurz davor in Bamberg auf der Straße liegend gefunden. Bei seiner Kontrolle wurde die Diskrepanz zwischen seinem Erscheinungsbild und dem des Passinhabers natürlich auch deutlich.

Zu der Frage, was es mit diesem Pass auf sich habe, antwortete der Mann damals, er habe ihn in einer Lichtenfelser Kneipe gefunden. Das stimmte also nicht. Doch auf den Grund, warum der Mann den Fundort Bamberg gegen eine Lichtenfelser Kneipe austauschte, sollte auch in dem Verfahren am Dienstag nicht weiter eingegangen werden.

"Da habe ich Blödsinn geredet", beteuerte der Strafbefehlsadressat. Aber einen Grund, zur damaligen Kontrolle eben nicht den eigenen Ausweis zu zücken, hatte er doch: Es lag damals nämlich ein Haftbefehl gegen ihn vor, und der eigene Ausweis hätte das sofort offenbart.

Da der Mann auch ohne festen Wohnsitz war, hatte er damals auch eine Art von Kaution zu hinterlegen. Die Höhe betrug 200 Euro, und die zahlte der 28-Jährige auch.

Doch er fragte gegenüber Richter Zenefels an, ob sich der Betrag nicht mit den 750 Euro verrechnen ließe. Nach Abwägung gewährte Zenefels dieses Entgegenkommen, denn der Lichtenfelser zog damit ja praktisch seinen Einspruch zurück. Den Restbetrag wird er aber noch aufbringen müssen.

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