Ebermannstadt

Mit einer Hand geschaffen

Die Selbsthilfegruppe der Schlaganfallbetroffenen stellt im im Krankenhausgarten in Ebermannstadt aus. Im Einzugsbereich des Klinikums treten pro Jahr rund 300 Fälle auf.
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Zwei Skulpturen Heinrich und Kunigunde  Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz
Zwei Skulpturen Heinrich und Kunigunde Foto: Franka Struve/Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz

In Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft Klinik Fränkische Schweiz stellt das Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz ab Freitag, 5. Juli, Skulpturen im Krankenhausgarten, Feuersteinstraße 2, aus. Die Ausstellung in Ebermannstadt wird von Sven Oelkers, Geschäftsführer des Klinikums, um 16 Uhr eröffnet. Der Eintritt ist frei.

Die acht ausgestellten Skulpturen wurden von der Selbsthilfegruppe der Schlaganfallbetroffenen Bamberg geschaffen. Dieter Bornkessel, der Anfang der 90er Jahre eine Hirnblutung erlitt, erzählt, dass sich fünf "Steineklopfer" zusammengefunden hätten. Wichtig sei, dass diese mit einem Arm arbeiten können, um den Stein zu behauen. Bei den meisten Skulpturen hätten die Partner die abschließenden Feinarbeiten wie das Schleifen übernommen.

Für den Workshop, der im Kolping-Center Bamberg, neben der Ottokirche, wöchentlich montags zwischen 10 und 16 Uhr stattfindet, haben die Bildhauer Einweisung von zwei Künstlern erhalten. Bei den Zusammenkünften ist der Weg das Ziel. Zwar lasse sich der graugelbe Haßfurter Sandstein einfach bearbeiten, aber die Kunstschaffenden seien mit ihren Werken nie ganz zufrieden, erläutert Bornkessel. Das gemeinsame Gestalten stehe im Vordergrund, so Dieter Bornkessel.

Laut Internetseite der Selbsthilfegruppe gibt die öffentliche Präsentation der geschaffenen Skulpturen bei Vernissagen und Ausstellungen ihren Mitgliedern mannigfaltige Unterstützung bei der Bewältigung der Krankheitsfolgen: Es stärkt das Selbstwertgefühl durch eigenes künstlerisches Schaffen - für die meisten eine völlig neue, positive Erfahrung, und die Betroffenen erfahren Anerkennung in Familie, Freundeskreis und in der Gesellschaft.

Absterben von Gehirngewebe

Als Schlaganfall bezeichnet man die Folge einer meist "schlagartig" auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn, die zu einem regionalen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen und damit zu einem Absterben von Gehirngewebe führt. Allein im Einzugsbereich des Klinikums Forchheim-Fränkische Schweiz treten pro Jahr rund 300 Fälle auf. Laut einer bundesweiten Statistik überlebt jeder Vierte den ersten Schlaganfall nicht. Von den 75 Prozent Überlebenden trägt ein Drittel schwerste Behinderungen davon. red

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