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Kronach
Podiumsdiskussion

Mit den Studenten kommen auf die Stadt auch viele Herausforderungen zu

Was soll aus Kronach werden, wenn es zum Hochschulstandort geworden ist? Eine gute Frage, auf die sich wohl vor allem die Kronacher Bürger eine Antwort erwarten. Die unterschiedlichsten Visionen gibt ...
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Eine Expertenrunde stellte sich den Fragen von Moderator Torsten Hanft. Von links: Angela Hofmann, Pablo Neder, Christian Geipel, Sonja Welsch und Hans Rebhan. Foto: Maria Löffler
Eine Expertenrunde stellte sich den Fragen von Moderator Torsten Hanft. Von links: Angela Hofmann, Pablo Neder, Christian Geipel, Sonja Welsch und Hans Rebhan. Foto: Maria Löffler

Was soll aus Kronach werden, wenn es zum Hochschulstandort geworden ist? Eine gute Frage, auf die sich wohl vor allem die Kronacher Bürger eine Antwort erwarten. Die unterschiedlichsten Visionen gibt es jetzt schon und einige davon tauchten bei der Podiumsdiskussion der CSU-Mittelstandsunion CSU im Gasthaus "Fröschbrunn" auf. Thema waren der Lucas-Cranach-Campus (LCC) und die damit verbunden Chancen und Herausforderungen für den Mittelstand. Eine illustre Runde aus Experten stellte sich den Fragen von Moderator Torsten Hanft.

"Wir verlassen den Trampelpfad und nutzen jetzt die Autobahn", beschrieb es Kreisrat Hans Rebhan. Einig waren sich alle, dass vieles nicht so bleiben könne, wie es jetzt ist. Kronach 2.0 soll auferstehen wie Phönix aus der Asche, denn nach und nach sollen sich etwa 1000 Studenten in der Stadt wohlfühlen. Dazu müsse diese "raus aus dem Dornröschenschlaf," meinte beispielsweise Gastronomin Sonja Welsch vom "Café Kitsch". Rebhan sprach von einer jungen, lebhaften und inspirierenden Stadt, die entstehen könnte, als Marketingexperte Pablo Neder warnte: "Dazu dürfen wir aber nicht in der ,Festungsmentalität' verharren. Vielmehr müssen wir Türen und Tore öffnen, Veränderungen zulassen und dürfen nicht nur den Status quo verwalten."

Konkrete Vorstellungen gebe es natürlich schon, so Rebhan. Entstehen solle unter anderem ein Kommunalunternehmen, das die Schnittstelle zwischen Stadt und Landkreis darstelle. Befassen müsse man sich auf jeden Fall mit dem Thema Fördergeld-Beschaffung. Diese Aufgabe müsste man an Experten delegieren, meinte er. "Darüber hinaus müssen wir Alleinstellungsmerkmale schaffen, erschwinglichen Wohnraum bieten und eine vernünftige Gastro- und Freizeitkultur schaffen."

Wie wird Kronach bekannter?

Wie die Industrie und der Mittelstand profitieren könnten, dazu antwortete Christian Geipel von RVT Process Equipment: "Es könnte zum Beispiel Kooperationen geben zwischen der Industrie und den Hochschulen. Die Chancen für Fördergelder steigen, wenn Mittelständler mit im Boot sitzen."

Auch hier hatte Marketingexperte Neder den passenden Tipp: "Die Herausforderung für den Mittelstand besteht darin, auf der Agenda der Studenten überhaupt aufzutauchen." Hier spiele vor allem der Bekanntheitsgrad von Kronach eine tragende Rolle. "Es kennt keiner, der in München oder Hamburg wohnt", stellte er fest. "Deshalb müssen wir auf Kronach aufmerksam machen. Und dazu sind soziale Medien extrem wichtig, denn wenn es nicht auf Social Media passiert, ist es nicht relevant."

Als eine weitere Herausforderung betrachte man die Schaffung von Wohnraum für die Studenten. Bezahlbar solle er sein und fußläufig erreichbar. So jedenfalls grenzte es Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann ein. Teilweise würden die Studenten wohl auf dem Campus unterkommen, teilweise wolle man aber auch städtisches Eigentum zur Wohnraumbeschaffung heranziehen. Einbeziehen möchte man dazu auch die Stadtteile und hier verwies Hofmann vor allem auch auf das neue Mobilitätskonzept. Verändern soll sich aber auch die Gastroszene. "Studenten haben einen anderen Lebensstil und eine ganz andere Weggehkultur", erläuterte Neder.

Wie sie sich eine Veränderung vorstellt, konkretisierte Sonja Welsch: "Es gibt im Landkreis Kronach viel zu viele Auflagen für Gastronomen. Wenn nicht bestimmte Dinge gelockert werden, wird es nicht funktionieren. Dazu gehört unter anderem auch eine Änderung der Betriebszeiten für die Außenbewirtung und eine Lockerung des Anwohnerschutzes." So könnten dann auch Clubs und Szenekneipen entstehen.

Schnell kam auch die Frage nach einem kulturellen Angebot auf, und hier wurden die Defizite schnell offensichtlich. "Da haben wir noch etwas vor uns", lautete deshalb auch die etwas verhaltene Antwort Hofmanns. Sie sprach von einer Überplanung des LGS-Geländes, dem Bau einer Stadthalle und davon, dass die örtlichen Vereine "ein großes Sportangebot haben". So wirklich überzeugend klang das alles noch nicht.

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