Bamberg

Mit dem "Westen" in den Westen

Am Freitag und Samstag tritt das E.T.A.-Hoffmann-Theater bei den Mülheimer Theatertagen auf. Das sei mit einigem Aufwand und viel Aufregung verbunden, wie der Technische Leiter Matthias Neubauer berichtet.
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Hat alle Kisten gut verpackt: Matthias Neubauer, Technischer Leiter des E.T.A.-Hoffmann-Theaters.  Foto: E.T.A.-Hoffmann-Theater
Hat alle Kisten gut verpackt: Matthias Neubauer, Technischer Leiter des E.T.A.-Hoffmann-Theaters. Foto: E.T.A.-Hoffmann-Theater

Es wirkt wie ein Umzug: Mit Lkw und Autos haben sich 21 Mitarbeiter des E.T.A.-Hoffmann-Theaters am Mittwoch und Donnerstag auf den Weg nach Mülheim an der Ruhr gemacht. Neben den Menschen mussten auch Requisiten, Bühnenbild und viele Details in die nordrheinwestfälische Stadt gebracht werden. Dort laufen vom 11. bis 30. Mai zum 44. Mal die renommierten Theatertage "Stücke 2019".

Das Bamberger Theater ist nach 2017 - damals verhalf es dem Küspert-Stück "europa verteidigen" zum Publikumspreis - zum zweiten Mal dabei und wird am Freitag- und Samstagabend erneut ein Werk von Konstantin Küspert aufführen: "Der Westen". Was steckt alles hinter der Teilnahme an einem solchen Festival? Der Technische Leiter Matthias Neubauer gibt Einblicke im Interview.

Wie haben Sie reagiert, als Sie von der erneuten Teilnahme an den Mülheimer Theatertagen erfahren haben - mit einem Jubelschrei oder einem Seufzen?

Matthias Neubauer: Es ist schon eine große Ehre, wenn wir als Haus zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen werden. Ich persönlich war ebenfalls stolz. Gleichzeitig bringt ein Gastspiel Herausforderungen mit sich. Der Gastspielort verfügt über eine andere Bühne und anderes technisches Material, deshalb müssen diese Dinge mitgenommen oder vor Ort angemietet werden. Unser Ziel ist, die Vorstellung ohne Abstriche oder große Änderungen auf die Bühne zu bringen.

Was verursacht am meisten Aufwand, wenn eine Produktion an einem anderen Ort als im heimischen Theater gezeigt wird?

Der größte Aufwand liegt bei der Vorplanung. Je besser diese ist, desto weniger Strapazen hat man später vor Ort. Nach der Prüfung der hausinternen Ressourcen fährt man zur Vorbesichtigung an den Gastspielort, um diesen gründlich unter die Lupe zu nehmen. Hier stellt sich heraus, was außer der Dekoration vom heimischen Theater mitgenommen werden muss und was das Gastspielhaus zur Verfügung stellt. Wenn man diese Informationen hat, geht es an die Feinabstimmung: Man mietet die Lkw an und erstellt einen Zeitplan für die Anreise. Besonders spannend ist der Tag des Verladens. Die Dekoration muss penibel verpackt sein, damit nichts beim Transport Schaden nimmt. Hier offenbart sich auch meistens, was man bei der Vorplanung vergessen hat. Man ist deshalb immer froh, wenn dieser Teil geschafft ist. Der Aufbau am Gastspielort ist dazu zum Vergleich viel ruhiger.

Müssen Sie Abstriche in Mülheim bei der Aufführung von "Der Westen" machen? Oder wird die Inszenierung wirklich exakt so wie in Bamberg zu sehen sein?

Wir haben das Glück in der Stadthalle Mülheim zu spielen. Hier müssen wir keine Abstriche machen. Damit wir den Charakter des Bamberger Studios in der größeren Stadthalle am Leben erhalten, wird eine Zuschauertribüne auf die Hinterbühne des Theaters aufgebaut. Was wir allerdings anpassen müssen, betrifft den Bereich Ton. Da die Stadthalle wesentlich höher ist als das Studio des E.T.A.-Hoffmann-Theaters, wird der Hall verstärkt. Deshalb müssen wir einsetzen. Soffitten sind Hänger aus dickem Stoff in der Breite der Bühne und circa vier Meter hoch. Damit bekommen wir den Hall weg.

Wie muss man sich die Stimmung bei den mitreisenden Theaterleuten aus Bamberg vorstellen? Ein Hauch von Ferienlager oder noch mehr Anspannung und Fokussierung als sonst?

Als einen Klassenausflug würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Jedem ist klar, dass dort Arbeit wartet. Dennoch entwickelt sich ziemlich schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Auf einem Gastspiel packt jeder für den anderen mit an und hilft. Der Spaß kommt dann von ganz allein. Das Gespräch führte Michael Memmel

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