Kronach

Mit dem Müll-Fisch in die Schule

Die RS II hatte zu einem Präsentationsabend unter dem Oberthema "Chancen(los)?" geladen. Dabei nahmen sich die Schüler besonders der Themen aus dem Umweltbereich an. Für die Beiträge gab es viel Beifall.
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Hanna, Lena, Johanna, Jasmin und Vanessa von der Siegmund-Loewe-Realschule hatten zu ihrer Präsentation "Leben ohne Plastik-Müll - chancen(los)?" einen "Müll"-Fisch gebaut. Foto: Heike Schülein
Hanna, Lena, Johanna, Jasmin und Vanessa von der Siegmund-Loewe-Realschule hatten zu ihrer Präsentation "Leben ohne Plastik-Müll - chancen(los)?" einen "Müll"-Fisch gebaut. Foto: Heike Schülein

Forscher entdeckten im nördlichen Pazifik einen Teppich aus Müll, der 700 000 bis 1,5 Millionen Quadratkilometer groß ist und aus 100 Millionen Tonnen Plastik besteht. Ein weiterer Müllteppich mit acht Millionen Tonnen Plastikmüll wurde 2016 vor der Küste Chiles gefunden. Forscher schätzen, dass bis Ende des Jahrhunderts der Plastikanteil im Meer so groß wie der Fischanteil sein wird - es waren alarmierende Zahlen, die Schülergruppen der Siegmund-Loewe-Realschule ihrem sichtlich beeindruckten Publikum erörterten.

Direktor Uwe Schönfeld freute sich über den sehr guten Zuspruch bei den öffentlichen Projektpräsentation. Die Menschen stünden aktuell - gesellschaftlich, ökonomisch, wirtschaftlich oder privat - vor immer neuen Herausforderungen und Chancen, mit denen man auf die ein oder andere Weise umgehen muss. Unter dem Oberthema "Chancen(los)?" widmete sich die neunte Jahrgangsstufe eben solchen Themen, die zur Chance für den Menschen und seine Umwelt werden - oder aber chancenlos bleiben ...

Seit Anfang Oktober beschäftigten sich die Schüler mit 19 verschiedenen Themen, für die sie in Kleingruppen die inhaltliche Vorbereitung und die Präsentationstechnik erarbeiten mussten. Die Hauptorganisation hatte Studienrätin Sabine Köstner inne. Ziel des Projekts ist es, Schlüsselkompetenzen im Bereich des eigenverantwortlichen Lernens sowie im Bezug auf die Zusammenarbeit mit anderen zu schulen.

Die Präsentationen müssen dabei vor einem Auditorium erfolgen. Nachdem dies zunächst intern vor den achten Klassen der Fall war, stellt man die Beiträge mittlerweile der Öffentlichkeit vor. Eingeladen waren Eltern und Angehörige sowie politische Vertreter aus dem Einzugsgebiet der Schule.

Elektrofahrzeug in der Aula

Bei den Themenfeldern nahm die Umweltproblematik einen breiten Raum ein. So gingen beispielsweise Hanna, Lena, Johanna, Jasmin und Vanessa aus der Klasse 9 b der Frage nach, ob ein Leben ohne Plastik-Müll chancenlos ist. Paulina, Leonie, Sandrine, Patricia und Florian aus der 9 a nahmen sich unter dem Titel "Von Atomkraft - nein danke bis zu Fridays for Future" des Kampfes für die Umwelt an, während sich Jana, Sarah, Elena, Oliver und Lina aus der Klasse 9 c mit "Naturkatastrophen und Klimaveränderungen" beschäftigten.

Andere Schülergruppen beleuchteten die Energiewende, Akkumulatoren für die Elektromobilität oder die Entwicklung des Verbrennungsmotors. Jonas, Sophia, Adrian und Jan aus der Klasse 9 c hatten sogar ein E-Auto organisiert zur Veranschaulichung ihres Präsentations-Themas "Elektromobilität statt Verbrennungsmotoren". Das Fahrzeug der Kronacher Berufsschule war in der Aula ausgestellt, wo auch diese Präsentation - im Gegensatz zu den anderen in den Klassenzimmern - stattfand.

So unterschiedlich die jeweiligen Beiträge auch waren; der Appell war am Ende gleich: "Die Klimawende kann gelingen - aber nur, wenn jeder und jede Einzelne von uns sein Verhalten ändert und hierzu beiträgt. Klimaschutz beginnt im Kleinen, bei dir und mir!"

Hilfsprojekte und Glücksspiel

Weitere Themen des Abends waren Frauen in der Geschichte der Mathematik, Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Erfolge und Perspektiven für die deutsche Nationalmannschaft, Digitalisierung im Beruf, die Eroberung des Weltmarktes durch Faber Castell, Hilfsprojekte für Straßenkinder, Ausbildung im Handwerk, Homeoffice, Mit Französisch ins Berufsleben sowie "The Defeat of the Armada" und Glücksspiel im Casino. Allen Beiträgen gemein war die gelungene sprachliche wie insbesondere auch technisch sehr anspruchsvolle und aufwendige Umsetzung. Viele Schülergruppen hatten auch Flyer mit den wichtigsten Infos zum jeweiligen Thema erstellt, die sie als Handouts ausgaben.

Am Ende gab es verdientermaßen großen Applaus der Gäste wie auch Lehrer. Neben der Bewertung erhalten die Neuntklässler ein Zertifikat.

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