Eltmann

Mit "Bücher-Hocker" erfolgreich

Als Schülerfirma zu einer internationalen Messe ins Ausland - das hatte es noch nicht gegeben. Aber die "Eltmanner Bücherrettungsgesellschaft" kam mit ihrer Geschäftsidee beim "Student Company-Festival 2019" in Riga bestens an.
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Hier mussten (von rechts) Maja Ernst, Nora Diem und Laura Postler der Jury über ihre Geschäftsidee Rede und Antwort stehen. Foto: EBRG
Hier mussten (von rechts) Maja Ernst, Nora Diem und Laura Postler der Jury über ihre Geschäftsidee Rede und Antwort stehen. Foto: EBRG

Für die Schülerfirma "Eltmanner Bücherrettungsgesellschaft" (EBRG) wurde mit dem Besuch des "Internationalen Student Company-Festivals" in Riga ein Traum wahr. Mit dem Flugzeug waren die fünf Schüler mit ihren "Schulpaten" in die lettische Landeshauptstadt abgehoben und am Ende unglaublich stolz darauf, dass sie als jüngste Teilnehmer auch noch mit einer Nominierung für "best trade fair display stand" unter 100 Schülerfirmen ausgezeichnet wurden.

Schon seit vielen Jahren gibt es in der "Wallburg-Realschule" Eltmann eine "Arbeitsgemeinschaft Schülerfirma", die jedes Jahr neu entsteht und eine originelle Geschäftsidee binnen eines Schuljahres im Rahmen des Juniorprogramms der deutschen Wirtschaft umsetzen muss. In diesem Jahr firmierte man unter dem Namen "EBRG". Die Geschäftsidee war es, aus alten Schulbüchern etwas Neues zu machen. Das besondere Produkt war ein Hocker aus alten Büchern. Mit dieser Idee hatte man es sogar in den Kinderkanal "Kika" in der Sendung "Alt wird neu - reparieren und umbauen" geschafft.

Viele Hürden genommen

Die Einladung zur Schülermesse in Riga, wo Schülerfirmen und ihre "Unternehmensberater" aus ganz Europa oder auch aus Israel teilnahmen, war nun eine besondere Herausforderung. Aber wie sollte man diesen Traum verwirklichen, wo doch schon der Flug, die Hotelkosten, die Verpflegung und vieles andere mehr für den Messeauftritt eine ganz schöne Stange Geld kosteten?

Gemeinsam mit den "Schulpaten" sowie den Lehrern Susanne Müller und Manuel Fischer wurden Pläne entwickelt, wie man diesen Auslandstrip bewältigen könnte. Und zum Glück fand man auch einige Sponsoren, und auch die eigenen Eltern sagten ihre Unterstützung zu.

Im Vorfeld der Messe musste auch noch (in englischer Sprache) ein Video gedreht werden, das zu Beginn gezeigt werden sollte, um die Schülerfirma vorzustellen. Englisch war auch bei der Messe die Verständigungssprache. Der "Hocker aus Büchern" wurde über die "Fränkische" in Königsberg in einem Extra-Flug auf die Reise geschickt.

Am Tag nach der Ankunft in Riga erhielten Laura Postler, Jonas Bühl, Maja Ernst, Nora Diem und Jannis Höppel ihre Messe-Ausweise. Dann begannen die Workshops für die Schüler und Extraworkshops für die Vorstandsvorsitzenden der Firmen. In Konferenzen ging es um das Konsum- und Kundenverhalten und Umsetzungen von Geschäftsideen.

Bei der Eröffnung des Festivals wurden auf Großleinwand die Werbefilme der einzelnen Schülerfirmen gezeigt. "Wer mit einer guten Präsentation überzeugt, kann geeignete Investoren, neue Kunden, aber auch andere Unterstützer für sein Unternehmen gewinnen", betonte Lehrerin Susanne Müller zu dieser Aufgabe. "Diesen kleinen Contest haben sie gewonnen, was eine hervorragende Leistung war."

Spannung vor der Preisverleihung

Am dritten Tag erfolgte dann der Transport des "Bücher-Hockers" zur Shopping-Mall "Domina", wo die Schüler ihren Messestand aufbauten. Verschiedene Jurys beurteilten dabei die Firmenprodukte in sieben Kategorien und die Schüler mussten auch Fragen beantworten. Dann ging es unter großer Anspannung zur Preisverleihung, bei der sechs Awards vergeben wurden.

"Wir waren unglaublich stolz, als wir bei dem ,best trade fair display stand‘ nominiert wurden und unser Firmenname erschallte", sagte Pressesprecher Jonas Bühl. Nach der Zeremonie wurde das beim Gala-Dinner und bei einer Party gebührend gefeiert.

Den "Bücher-Hocker" nahm man übrigens nicht mit nach Deutschland zurück, sondern schenkte ihn Janis Krievans ausLettland. Ein Rücktransport wäre zu aufwendig gewesen und Jannis Höppel bezeichnete es als "cool, dass eigentlich ein Lehrer aus Israel von dem Bücherhocker voll begeistert war und ihn kaufen wollte. Nur der Transport hat ihn davon abgehalten."

Pressesprecher Jonas Bühl sprach bei seiner Ankunft im Heimatland und in der Schule von einem "fast unrealistischen Schüler-Erlebnis".

Stolze Firmenmitglieder

Laura Postler war vom internationalen Flair begeistert. "Dabei waren wir die einzige Schülerfirma aus Deutschland, und das macht schon unheimlich stolz."

Auch Maja Ernst hatte nicht erwartet, dass man so gut ankommen würde. "Alle haben uns immer wieder auf unser Video angesprochen. Das war schon toll." Sogar Freundschaften wurden geschlossen.

Auch für die "Schülerpaten" und Lehrkräfte Susanne Müller und Manuel Fischer war es ein aufregendes und einmaliges Abenteuer ihrer "Lehrer-Vita". Sie hatten nicht in ihren kühnsten Träumen daran geglaubt, dass man mit der Schülerfirma so etwas bewerkstelligen könnte.

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