Weisendorf
Flächennutzungsplan

Mischgebiet oder Wohngebiet: Nankendorf-West in der Diskussion

Die Firma Bucher hat ihren Bauantrag für eine Erweiterung ihres Geländes am südlichen Ortsrand von Nankendorf zurückgezogen. Das teilte Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) in der Sitzung des Gemeinderats...
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Die Firma Bucher hat ihren Bauantrag für eine Erweiterung ihres Geländes am südlichen Ortsrand von Nankendorf zurückgezogen. Das teilte Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend mit, als die eingegangenen Stellungnahmen zur achten Änderung des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan für den Ortsteil Nankendorf behandelt wurden.
Unter anderem hatte das Landratsamt Erlangen-Höchstadt den Bedarf für die südlich dargestellte gewerbliche Baufläche der Firma Bucher kritisch gesehen. Wie Süß erläuterte, habe die Firma den Bauantrag zurückgezogen, da sich der Gebäudekomplex ändert, die Einreichung eines Bauantrages sei aber weiterhin konkret geplant. Die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes habe sich verzögert, weil die Klärung des wasserrechtlichen Verfahrens, insbesondere der Regenrückhaltung und der gesamten Erschließung mit Zufahrt über die Kreisstraße geklärt werden und der Bauantrag für den Neubau eines Betriebsgebäudes konkretisiert werden muss.
Außerdem werden die Wohngebietsflächen westlich der Straße Brunnleite wieder entsprechend des derzeit gültigen Flächennutzungsplanes als gemischte Baufläche dargestellt. Dazu wird ebenso der Geltungsbereich der Ergänzungssatzung "Brunnleite-Nord" und des Bebauungsplanes "Nankendorf-Brunnleite" als Mischgebiet dargestellt. Beide Verfahren seien zwar abgeschlossen, aber wegen des fehlenden naturschutzrechtlichen Ausgleiches noch nicht in Kraft getreten. "Ich habe den Eindruck, der Gemeinderat wurde mit falschen Fakten informiert oder über den Tisch gezogen", kommentierte Norbert Maier (Grüne) die Stellungnahme und das Hin und Her zwischen den beiden Gebieten.
Die Regierung von Mittelfranken hat aus landesplanerischer Sicht zwar keine Einwände, empfahl aber die Rücknahme der Baufläche, wenn die gewerbliche Fläche südlich der Weiherkette mittel- bis langfristig nicht erschlossen wird und keiner gewerblichen Nutzung zugeführt werden kann. Zudem wurde von der Regierung bemängelt, dass Informationen über den aktuellen Verfahrenstand zum Bebauungsplan "Nankendorf-Süd" fehlen sowie auch die Aufstellung der Flächenbilanz fehlerhaft sei und eine Überarbeitung der Planunterlagen angezeigt ist.


Bestehender Betrieb bedroht

Auch die Handwerkskammer für Mittefranken hatte Bedenken und Anregungen eingebracht. So wurde der Bau von Wohnhäusern im Umgriff des Betriebes Brunnleite 1 unter der Voraussetzung genehmigt, dass die Immissionsrichtwerte für Mischgebiete eingehalten werden können. Bei der Überplanung hätte dies im Vorfeld schalltechnisch überprüft werden müssen. Gegen eine Ausweisung der Wohnbauflächen werden deshalb erhebliche Bedenken vorgebracht. Denn der bestehende und genehmigte Standort des Betriebes würde erheblich eingeschränkt und damit auch gefährdet. So habe der Betrieb zwar Bestandsschutz, müsste künftig aber niedrigere Immissionsrichtwerte zu den bereits bestehenden Wohnhäusern einhalten.
Auch die betroffene Firma selbst meldete sich mit einer Stellungnahme und lehnte den Entwurf ab, da keine ausreichende Standortsicherung mehr gewährleistet sei. "Aufgrund der Nutzungsänderungen von Mischgebiet in Wohngebiet drohen durch Emissionen des metallverarbeitenden Betriebes Konflikte mit den Anwohnern", heißt es in der Stellungnahme. Die bestehende Bebauung sei unter Berücksichtigung eines Mischgebietes genehmigt und der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Nankendorf-West mit den erforderlichen Gutachten auch auf ein angrenzendes Mischgebiet bewertet worden.
Die Planer schlagen dazu vor: Zur Lösung soll die Abgrenzung vom Flächennutzungsplanentwurf übernommen werden, denn dann befinde sich unmittelbarer Nähe des Betriebes wieder ein Mischgebiet. Der Gemeinderat stimmte den Änderungen mehrheitlich zu und die Änderung wird erneut für die Dauer von einem Monat öffentlich ausgelegt.


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