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Millionenschwerer Brocken: Zusage für Sanierung der Forchheimer Keller

Ekkehard Roepert Forchheim — Alexander Maier und Frank Päsler betreiben gemeinsam den Hofmannskeller. Als Maier den Keller im Frühjahr betrat, lag ein mächtiger Steinbrocken im hinteren Teil des Gewöl...
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Michael Hofmann, Alexander Maier und Frank Päsler zeigen den Brocken, der im Frühjahr von der Decke des Hofmannskellers fiel.  Foto: roe
Michael Hofmann, Alexander Maier und Frank Päsler zeigen den Brocken, der im Frühjahr von der Decke des Hofmannskellers fiel. Foto: roe

Ekkehard Roepert Forchheim — Alexander Maier und Frank Päsler betreiben gemeinsam den Hofmannskeller. Als Maier den Keller im Frühjahr betrat, lag ein mächtiger Steinbrocken im hinteren Teil des Gewölbes.

Die Gefahr, dass der Fels bröckelt, gehört zu den Risiken aller Kellerbetreiber. Maier und Päsler haben einen Erbbaupachtvertrag mit der Stadt Forchheim unterschrieben; damit gingen sie die Verpflichtung ein, für den Unterhalt zu sorgen. Für die aktuelle Sanierung des Gewölbes sind sie also selbst zuständig. "Im großen Stil können die Wirte das aber gar nicht stemmen", gibt Maier zu bedenken.

Verbindliche Zusage

Um das Risiko zu mindern, vor allem aber um das Kulturgut der Forchheimer Keller zu erhalten, hat sich MdL Michael Hofmann (CSU) das Thema vorgenommen. Seine Vorarbeiten mit dem Generalkonservator am Landesamt für Denkmalpflege hat auch schon konkrete Ergebnisse gezeitigt: Wie Hofmann gestern vor Wirten des Weißtauben- und Hofmannskellers betonte, habe er sowohl vom Landesamt, als auch von Ministerpräsident Söder die "verbindliche Zusage", dass die Sanierung der Keller unterstützt werde. Eine präzise Summe werde aber erst genannt, "wenn ein Leistungsbild erstellt ist", sagte Hofmann. Aber natürlich sei es hier nicht mit einer halben Million Euro getan; bestimmt gehe es um mehrere Millionen Euro.

Um seine Pläne in München voranzutreiben, sei ihm der ehemalige Forchheimer Bauamtschef Gerhard Zedler behilflich, freute sich Hofmann. Dessen "Expertenmeinung" habe in München Gewicht.

Gestern war Zedler auch auf den Kellern dabei. Er hatte im Jahr 2014 für die Stadt Forchheim das Keller-Forschungsprojekt vorangetrieben. Damals wurden drei Keller beispielhaft saniert, erinnerte Zedler. Auf besonders ansehnliche Weise sei die Sanierung auf dem Weißtauben-Keller gelungen.

1000 Gäste im Gewölbe

Seitdem steht der Weißtauben-Keller auch für Führungen offen. Wie Kellerbetreiber Jürgen Friedrich sagt, würden im Sommer täglich zwei oder drei Besuchergruppen durch das Gewölbe geführt: "Das sind mindestens 1000 Gäste pro Jahr, die sich dafür interessieren."

Gerhard Zedler rief gestern in Erinnerung: Vor vier Jahren sei das gesamte Labyrinth des Kellergänge kartiert worden. "Seitdem kennen wir den Unterschied zwischen gefährlichen und ungefährlichen Rissen im Fels. Außerdem wissen wir auch, dass wir niemals alles sanieren können, das wäre unbezahlbar." Einzelne Gänge des Labyrinths seien dann auch mit einem Betretungsverbot belegt worden.

Etwas erstaunt sei er, sagte Michael Hofmann, dass nach dem Forschungsprojekt des Jahres 2014 nichts mehr passiert sei. Der Stadt Forchheim habe er seine "Arbeitskraft als Koordinator" der Sanierungsprojektes angeboten. "Ich habe meine Bereitschaft signalisiert, noch gibt es keine Reaktion." Dafür habe er bei den vielen Großprojekten der Stadt auch Verständnis. "Aber es wäre schade, wenn wir die Chance der Sanierung nicht ergreifen", meinte Hofmann.

"Unsere Keller"

Es gehe nicht alleine darum, die Bewirtschaftung auf den Forchheimer Kellern zu sichern, betonte Hofmann. Nicht umsonst sprächen die Forchheimer von "unseren Kellern". Dieses Kulturgut könnte bayernweit viel bekannter werden. "Das Sanierungsprojekt wäre auch ein Stück Tourismusförderung."



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